Die schönsten Leseferien verbrachte ich einmal in Italien,
unterwegs mit einem Campingbus. Der hatte über die gesamte Breite
ein Regal eingebaut, das Platz bot für alle Bücher, die ich in
diesen Urlaub mitnehmen wollte: Reise- und Wanderführer für die
Dolomiten; den neuesten Krimi von Donna Leon (schließlich war
Venedig auch ein Reiseziel), dazu einige Gedichtbände, Rilke, Jan
Wagner, Anna Enquist und ein paar dicke Wälzer, an deren Titel ich
mich nicht erinnere, die ich aber unbedingt in diesem Sommer
gelesen haben wollte.
Inzwischen braucht man keinen Campingbus mehr, um seine
Urlaubsbibliothek dabeizuhaben - E-Book und iPad passen bequem in
jedes Handgepäck.
Doch egal ob nun elektronisch oder gedruckt, bei der Sommerlektüre
steht alle Jahre wieder die Entscheidung: Was mitnehmen? Welches
Buch passt zu welchem Urlaubsort und zu meiner Stimmung, in die
mich dieser Ort versetzt?
Mit dem "Zauberberg" an die Nordsee, oder lieber doch in die Alpen,
mit der Islandsaga auf die Malediven oder dorthin lieber mit Frank
Schätzings "Schwarm" im Gepäck? Greifen Sie im immergleichen
Quartier an der Ostsee gern zu einem spannenden Krimi von Larsson
oder Adler-Olsen?
Nehmen Sie jedes Jahr denselben dicken Wälzer mit und überlassen
ihn spätestens ab Seite 76 wieder sich selbst? Atmen Sie im Urlaub
mit Gedichten tief durch oder tauchen Sie mit Biografien in die
Lebensgeschichten anderer ein? Genießen Sie es, im Urlaub endlich
Zeit für eine Wochenzeitung gleichen Namens zu haben oder legen Sie
gar eine Lesepause ein und lassen sich ausschließlich auf
Urlaubsland und -leute ein?
Sommerlektüre - allein dieses Wort klingt leicht und beschwingt,
nach einem unkomplizierten literarischen Begleiter durch die
kommenden Wochen.
Thema der Sendung "Hörerforum"
am Donnerstag, 26. Juli 2012, 13:05 Uhr: Was lesen
Sie im Urlaub?
Sie können uns auch gerne über das Kontaktformular
oder an die E-Mail figaroforum@mdr.de
schreiben.
Während der Sendung können Sie unter der Telefonnummer 0800 -
5599 884 zwischen 13:05 und 13:30 Uhr auch direkt im Studio
anrufen.
Im Urlaub möchte ich die Landschaft mit all meinen Sinnen erspüren, wie eine Partnerin
und die Partnerin erspüren, wie eine Landschaft.
Also kein Buch, vielleicht mal einen Blick in die Zeitung.
Meine Gedanken dazu:
http://meinfigaro.de/inhalte/da3b04538bcc788a
Wenn ich unterwegs bin, ist es meist eine Erkundungsreise. Da lese ich Hinweisschilder,
Wander-Schilder, Speisekarten, den kleinen Sprachführer des betreffenden Landes.
VOR der Reise setze ich mich mit der Gegend auseinander und profitiere von guter Vorbereitung.
Der Reiseführer mit gekennzeichneten Stellen ist täglich in der Hand und vor Augen.
Zeit bleibt dann eigentlich, abends zu lesen, aber dann steht die geöffnete Flasche Wein da..
Unterhaltung mit dem "Gegenüber" ist dann wohl wichtiger.
ABER:Dieses Jahr wird es richtiger Urlaub - nämlich segeln an der Ostseeküste. Für Regen-oder Sturmtage, wo es besser ist, im Hafen zu liegen, werde ich mir Reiseberichte heraussuchen, gut geschrieben, spannend. Dazu werde ich genüßlich in die Bibliothek gehen. Diese Lektüre soll mir wieder Neugier auf Neues machen und ich lese über eine Region, wo ich schon mal gewesen bin.
in "Fachbroschüren" zum Hobby zu blättern kann auch sehr entspannend sein
ich kaufe mir meistens einen Krimi
Ich hatte mir extra für den ausgiebigen Sommerurlaub die Neuübersetzung von Krieg und Frieden schenken lassen. Ein lang gehegter Plan. Endlich mal Zeit haben, faul herum sitzen oder liegen und lesen, lesen, lesen. Leider oder Gott sei Dank kam alles anders. Zum Lesen fand ich gar keine Zeit, weil das Kind einen auf Trab hielt, weil es so viele Dinge zu sehen und zu entdecken gab und wir alte Freunde getroffen und neue kennengelernt haben, mit denen wir viel Zeit verbracht haben. Ein klasse Urlaub, aber wann lese ich jetzt die zweitausend Seiten Tolstoi?
Hallöle, lesen nur im Urlaub? Nein
Es gibt so viele schöne Bücher. Wir haben in Mühlhausen eine der schönsten Bibliotheken. Besucht uns doch mahl.
Meine Empfehlung z.B Iny Lorenz/ Sabine Ebert Thüringer Geschichte aber auch Bernhard Cornwell oder
Christian Jacq.
Viel Spass und schönen Urlaub.
Wir haben leider unseren Sommerurlaub schon hinter uns, aber es waren über 3 Wochen Camping bis nach Lappland. Wir haben in der Zeit viel erlebt .
Als Lektüre hatten wir Atlas, Reiseführer und das mobile Internet dabei. Zum Schmökern war eigentlich keine Zeit.
Einen Abend haben wir verbracht, indem wir bei Wein dem Vorlesen einer Jules-Verne-Geschichte als e-book-Geschichte zuhörten. Natürlich waren auf dem Tablet-Computer noch einige andere Geschichten von Karl May mit uns unterwegs, aber die müssen auf einen anderen Vorleseanlass warten....
Also zuletzt hab ich im Urlaub "Mondblitze" gelesen, von Luc Bürgin. (1998)
Auch bei hängt die Buchauswahl sehr von Urlaubsgegend und Urlaubsart ab- ich versuche immer, Lektüre passend zum Urlaubsland zu finden, also lokale Schriftsteller oder Bücher, die in der Gegend dort angesiedelt sind. Dabei gefällt mir dann auch immer eine Mischung aus z.B. Krimi und eher klassischer Lektüre. Schlimm ist immer, daß ich mich kaum entscheiden kann und dann natürlich immer 4-5 Bücher dabei habe. Ist ja auch schön, aber wenn es das Gepäck nur nicht so schwer machen würde! Aber nicht einmal in dieser Situation stellt sich mir ernsthaft die Frage, für die Lektüre auf einen "Kindle" o.ä. zurückzugreifen. Ein echtes Buch in den Händen zu halten und etwas zu lesen, was genau die Gegend beschreibt, durch die man reist, ist doch schöner.
Meine Auswahl gestaltet sich immer ein wenig schwierig , weil ich sie dem Charakter der Reise anzupassen versuche-
d.h. für eine Rundreise darf ich keinen hochspannenden Krimi im Gepäck haben, den ich nicht aus der Hand legen kann, obwohl ich es müßte.
Da sind für eventuelle freie Abende Kurzgeschichten oder ungewöhnliche, nicht zu umfangreiche Biografien ( Carola Stern: Isadora Duncan Sergej Jessenin) genau das Richtige.
Für eine zweiwöchige Erholungsreise packe ich ca. 3 bis 4 neue Bücher ein, die ich gekauft, doch noch nicht zu lesen geschafft habe.
Bei Nichtgefallen habe ich dann - so meine jahrelange Erfahrung - wenigstens e i n e interessante Lektüre dabei ....
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Im Urlaub sind mehrere Arten von Lektüre notwendig;
abends zum Einschlafen kanns ruhig ein Krimi sein, wenn man nach ein paar Seiten merkt, dass die gerade gelesene Seite dringend des nochmaligen Lesens bedarf, ist eben Schluss.
Krimis sind auch nicht mehr das, was sie mal waren; ich habe immer eine Lanze dafür gebrochen, auch wenn von Kulturenthusiasten die Nase gerümpft wurde. Aber langsam verstärkt sich der Eindruck, alles schon mal gelesen zu haben - erfolgreiche Muster werden auch ruck - zuck kopiert von den Autoren(und Verlagen), so dass sich irgendwann Langeweile einstellt. Subtile Krimis a la P. Highsmith sind selten geworden.
Und wenn hinter buchstäblich jeder Ecke ein Serienmörder lauert, nimmt man die irgendwann nicht mehr ernst...
Und so kam es, dass ich mich diesen Urlaub -gleichsam wiederentdeckend, den "alten" deutschen Autoren des frühen 20. Jahrhunderts widmete. Meyrink, St. Zweig, über den ich dann auf Jakob Wassermann stieß, ja und Fallada - aus aktuellem Anlass. Da das Wetter nicht so doll war, habe ich es doch tatsächlich geschafft, "Jeder Stirbt Für Sich Allein" in zwei Wochen wegzulesen.
Auf Stefan Zweig hat mich übrigens FIGARO gestoßen mit den in der Lesezeit angebotenen "Sternstunden der Menschheit", die der leider verstorbene Jürgen Hentsch großartig vorgetragen hat. Und gerade lese ich "Magellan".So.
Gruß JML
....ach ja, und noch ein Buch wird mein Reisegepäck ergänzen: James Thurber, "Lachen mit Thurber" 75 ausgewählte Geschichten und Fabeln für Zeitgenossen (Verlag Volk und Welt, Berlin 1972). Der große amerikanische Humorist spürt darin mit Witz und Einfallsreichtum in Satire, Parodie, Glosse, Kurzgeschichte oder Fabel die Mittelmäßigkeit und den Spießergeist des amerikanischen Kleinbürgers auf..........
Mich reizt daran, zu vergleichen! Gibt es diesen Spießergeist heute noch.............? (Doch nicht etwa......;-).......)
Wie in jedem Jahr gibt es ein Hin- und Herüberlegen, ein Abwägen, welches Buch (oder Bücher) ich mit in den Urlaub nehme..... Das hängt davon ab, ob es ein "aktiver" Urlaub wird oder einer, der auf Faulenzen ausgerichtet ist. Diesmal wird es eine Woche sein, in der ich mich mit literarisch interessierten Freunden treffe, die aber beileibe nicht "inaktiv" sein wird - mit Wandern, Ausflügen, Weinfesten usw. Ich habe mich für Johannes Urzidil, "Die Rippe der Großmutter" entschieden. Das ist eine Anthologie von Erzählungen (Verlag Volk und Welt, Berlin), zusammengestellt aus mehreren Bänden von Erzählungen der zahlreichen früheren Veröffentlichungen des Autors.
Ich habe das Buch vor vielen Jahren schon mehrfach gelesen. Mich amüsiert heute noch die Story, auf welche Weise ich darauf aufmerksam wurde: Eine Geigerin, von deren literarischem Geschmack ich viel hielt, sah ich lesend in diesem Buch. Da kannte ich Urzidil noch nicht und wunderte mich über diesen Titel "Die Rippe der Großmutter" und fand ihn irgendwie abgeschmackt und war - entsetzt. Nun aber weiß ich aber seit langem, dass Urzidil dem Prager Literatur-Kreis entstammt, mit Kafka und Werfel bekannt war, also ein "Dichter" ist.......... Es sind reizende, spannende und tiefgründige Erzählungen, oft mit autobiographischem Hintergrund aus dem geliebten Prag.
Außerdem werden im Gepäck sein: ein oder zwei Bände mit Lyrik von Erich Fried.