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Erstellt vor 3 Monaten von meinFIGARO-Redakteur   |   916 mal aufgerufen

"Frühaufsteher", "Starke Mitte", "Schönste Seiten": Wie verbunden fühlen Sie sich Ihrem Bundesland?

Kategorie: meinFIGARO-Sendung

Der MITTELDEUTSCHE RUNDFUNK macht täglich Programm für drei Länder: Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Sie gehören zu den jüngsten Bundesländern Deutschlands und verfügen doch gleichzeitig über eine Geschichte, die Jahrhunderte zurückreicht. Anhalt zum Beispiel begeht gerade sein 800-jähriges Jubiläum mit einer großen Anzahl von Veranstaltungen.

Historisch und kulturell betrachtet bilden Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen eine der reichsten und vielfältigsten Landschaften Europas. Es ist eine Region, die einerseits mit Abwanderung, wirtschaftlicher Stagnation und Vorurteilen zu kämpfen hat, wo aber andererseits Menschen wohnen, die gerade in den letzten 20 Jahren ihre Heimat auf- und umgebaut haben und mit Recht stolz auf ihre Arbeit sein können.

Will man der Werbung glauben, dann ist Thüringen heute "Deutschlands starke Mitte". Sachsen lädt ein zu "Sachsens schönsten Seiten" und Sachsen-Anhalt macht auf sich aufmerksam mit dem Slogan "Wir stehen früher auf". Knackige Sprüche, um die Identität eines Bundeslandes auf den Punkt zu bringen, um die Eigenheiten einer ganzen Region zu fassen. Aber inwieweit entsprechen die Sprüche der Wirklichkeit?

Wie lebt es sich eigentlich als Sachse, Anhaltiner oder Thüringer? Wie sehr identifizieren Sie sich mit Ihrer Region? Was erzählen Sie Gästen über unsere Heimat, worauf können wir stolz sein, was verschweigen wir lieber? Welche Vorurteile nerven Sie? Und welche finden Sie eigentlich ganz zutreffend? Sind Sie mit Ihrem Bundesland-Slogan zufrieden? Oder hätten Sie einen besseren Vorschlag?

Schreiben Sie uns!


Thema der meinFIGARO-Sendung am Samstag, 28. Januar 2012, 13:00-17:00 Uhr.

70 Kommentare

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  • Profilbild von Rachel_Gehlhoff_FIGARO

    Rachel_Gehlhoff_FIGARO
    @almaviva :
    zuhause ist ... home is ...

    die "digitale bohème" der Jugend reist ja mit handy und ipad oder notebook-
    daher der slogan : "werever she lays her phone , theres her home "...*
    Wenn ichs mir recht überlege - sesshaft zu werden,kann auch reizvoll sein ...**
    in welchem Bundesland auch immer....

    *dort, wo ihr handy liegt , ist sie auch zuhause ...
    **aber am liebsten mit handy in Reichweite - solange es einen nicht zum frühaufstehn weckt -:)
    Sonntag, 29. Januar 2012, 22:30 Uhr

  • Profilbild von Officia

    Officia
    Der Slogan mit den Frühaufstehern ist einer Studie geschuldet, die ergab, dass die Sachsen-Anhalter 9 min früher aufstehen als die Leute in andern Bundesländern. Das hat der Ex-Ministerpräsident Böhmer zum Slogan ausgebaut, soviel ich weiß. Ich persönlich zähle mich zu den Frühaufstehern, ich brauch weder die Studie noch den Slogan. Dass ich mich in S-A nicht sehr wohl fühle, hatte ich schon früher dargestellt. Sonntag, 29. Januar 2012, 21:59 Uhr

  • Profilbild von Trabi78

    Trabi78
    Hallo 44Melodie67,

    weiß gar nicht, was Du hast. Der Slogan - Das Land der Frühausfsteher - passt doch wirklich. Ich habe den Spruch als Kind des öfteren gehört. Meistens von welchen, die mal zufällig einen Glückstreffer hatten. "Da musst Du schon früher aufstehen ...".
    Der Spruch kommt sicher aus der Landwirtschaft, als die Tage noch vom natürlichen Licht der Sonne begrenzt waren und hatte dort seine Berechtigung. Das Anhalt noch immer daran festhält zeigt hoffentlich nicht, wohin die Reise gehen soll.
    Als Profiler würde ich sagen, hat diese Kampagne sicher ein Politiker und Bauer der 8. Generation verantwortet. Mit High-Tech hat das nun wirklich so gar nix zu tun. Und die Jugend kann damit zunehmend nichts anfangen.

    Vom Leuchtturm Dresden, der Thüringer Trabi78

    Sonntag, 29. Januar 2012, 21:02 Uhr

  • Profilbild von acrobat

    acrobat
    Udo sang aber auch: "Ich hab noch einen Gummi in Berlin..." :-) Samstag, 28. Januar 2012, 22:59 Uhr

  • Profilbild von almaviva

    almaviva
    @alexrock:
    Völlig d'accord! Wie sang der gute alte Udo schon vor Jahren: "Zu Hause ist da, wo ich meinen Hut hinhäng'." Samstag, 28. Januar 2012, 22:45 Uhr

  • Profilbild von alexrock

    alexrock
    Tatsächlich kann man gelegentlich stolz auf das sein, was man mit den eigenen Händen vollbracht hat, aber doch nicht auf Sachsen-Anhalt. Was haben wir denn eigentlich mit diesem virtuellen Konstrukt gemein?

    Heimat sind für mich Familie, Freunde, erfüllende Arbeit und Freizeit - also alles was ich liebe.
    Würde das alles auf dem Mond existieren, dann wäre der Mond meine Heimat. Samstag, 28. Januar 2012, 21:12 Uhr

  • Profilbild von musicandus

    musicandus
    Dieser Auffassung schließe ich mich voll und ganz an!
    Aber der "uralte Zwist" zwischen Preußen und "Nichtpreußen" gerät doch immer mehr in eine "Spielphase", in welcher die fröhliche Unterhaltung dominiert (oder wenigstens dominieren sollte) .......;-) Samstag, 28. Januar 2012, 18:29 Uhr

  • Profilbild von acrobat

    acrobat
    Danke, Herr Tesch dafür, dass Sie in die heutige Sendung für mich den Hut hinein geworfen haben.
    Ich habe mit meinem - zugegebenermaßen kontroversen - Beitrag zum Klischee nur folgendes ausdrücken wollen: Der Sachse ist, was er ist – auch nur ein Mensch. Und der Berlin-Brandenburger ist ebenso nur ein Mensch. Ich denke, das ist das Verbindende: Menschsein. Ich halte nichts von künstlich herbei geführten Identitäten, die vom Public-Strategen am Reißtisch entwickelt wurden/werden. Zudem war ich erstaunt darüber, wie präsent der uralte Zwist zwischen Preußen und Sachsen immer noch ist. Vielen Dank für die Sendung. Und eine persönliche Anmerkung: Ihre Art zu moderieren gefällt mir (auch in anderen Sendungen) sehr gut :-).
    Samstag, 28. Januar 2012, 18:13 Uhr

  • Profilbild von artetec

    artetec
    Zunächst freue ich mich über diese rege Anteilnahme an dem Thema, für mich ein zeichen wie viele sich doch mit Ihrer Heimat aus einander setzen und verbunden fühlen.

    Ich komme aus Thüringen, genauer aus dem Eichsfeld. Kleine Ortschaften, und ausgedehnte Landschaften prägen das Bild. Die Menschen die hier leben wohn größtenteils seit mehreren Generationen hier. Es ist alles vielleicht, ohne irgendein Klischee bedienen zu wollen, etwas einfacher hier als in Großstädten, ruhiger und vor allem nicht so hektisch. Aber dennoch fühle auch ich mich hier wohl. In den vergangen zwanzig Jahren ist erstaunlich viel passiert hier. Dass Bild hat sich mit Farbe und Individualität gefüllt.

    Mein Motto für diese Region: Tradition trifft Innovation! Samstag, 28. Januar 2012, 16:19 Uhr

  • Profilbild von acrobat

    acrobat
    ...der Beweis liegt offen :-) Samstag, 28. Januar 2012, 16:03 Uhr

  • Profilbild von nappo

    nappo
    Hallo, habe mich eben neu angemeldet. Ich fühle mich meiner Heimat sehr verbunden, aber sehe das eher regional: also Raum Dresden, Sächsische Schweiz, Lausitz, Osterzgebirge. Wenn ich anderswo im deutschsprachigen Raum bin, sage ich schon, ich komme aus Sachsen. Ansonsten sehe ich das Bundesland Sachsen eben eher als Verwaltungseinheit, gefühlte Heimat - siehe oben. Das Geld für diese Imagekampagnien der Bundesländer (die sowieso keine Vielfalt darstellen können) sollte lieber für regionale Tourismuswerbung und kulturelle Projekte ausgegeben werden. Wenn ich mir die bizarren Streitereien, die es macherorts um die Beibehaltung alter Autokennzeichen igbt, anschaue, habe ich schon den Eindruck, dass viele Leute sich eher ihrer Heimatregion als dem Bundesland verbunden fühlen. Die bisherigen Kommentare zeigen meines Erachtens genau das. Samstag, 28. Januar 2012, 15:41 Uhr

  • Profilbild von Carsten_Tesch_FIGARO

    Carsten_Tesch_FIGARO
    ja, jetzt fiel der Groschen. Danke! Samstag, 28. Januar 2012, 15:23 Uhr

  • Profilbild von musicandus

    musicandus
    Jetzt muss ich doch ganz schnell mal Nachbarschaftshilfe leisten (GRUSS NACH THÜRINGEN!!!) gegen preussische Cheeseburger-Miesmacherei........ ;-)

    http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,39264... Samstag, 28. Januar 2012, 15:20 Uhr

  • Profilbild von Carsten_Tesch_FIGARO

    Carsten_Tesch_FIGARO
    wegen der Käserei dort? Cheeseburger? Steh heute tendenziell auf der Leitung Samstag, 28. Januar 2012, 15:13 Uhr

  • Profilbild von acrobat

    acrobat
    Wenn das schnelle Auto aus Altenburg mal kein alter Cheeseburger war :-) Samstag, 28. Januar 2012, 15:12 Uhr

  • Profilbild von Carsten_Tesch_FIGARO

    Carsten_Tesch_FIGARO
    @NIlsen schnelle Autos aus Altenburg?
    Samstag, 28. Januar 2012, 15:06 Uhr

  • Profilbild von 44Melodie67

    44Melodie67
    Also,- den Spruch der " Frühaufsteher " finde ich ziemlich doof. Das stempelt doch die Menschen in den anderen beiden Ländern zu " Trantuten " o.ä. ab. Dabei wohne ich in Sa - Anhalt, schon ziemlich lange.-
    Leider ist mir dieses Land nie so richtig zur Heimat im tiefsten Sinne geworden. Natürlich habe ich hier meine Freunde und fühle mich bei Ihnen auch wohl, aber - und es liegt vielleicht an der Mentalität der Sachsen- Anhaltiner - in Thüringen gehts mir besser , und ich fühle mich geborgen.
    Im übrigen stehe ich voll und ganz zu Mitteldeutschland mit seiner kulturellen Vielfalt, seiner landschaftlichen Schönheit, seinen unzähligen Ausflugsmöglichkeiten.Nun leiden die Sachsen und die Anhaltiner sehr unter dem Vorurteil der unangenehmen Dialekte, aber das ist wohl ein weites Feld. Na, und manch einer liebt und verteidigt seinen Dialekt. Es geht ja eigentlich um die Kinder, die es dann in der Schule schwer haben, wenn sie ein Sammelsurium an Dialekten oder einfach nur schlecht sprechen.
    Samstag, 28. Januar 2012, 14:56 Uhr

  • Profilbild von senta

    senta
    Ich befinde- alle drei Bundesländer ergänzen sich hervorragend. Historisch und auch künstlerisch.
    Otto der Große, Händel - Anhalt
    August der Starke, Bach und Mendelssohn - Sachsen
    Elisabeth v. Thüringen, Arnstadt, Gera - Thüringen.

    Alles ist innerhalb von kürzester Zeit zu erreichen und zu erleben. Theater, Musik, Museum.
    Fazit: Mitteldeutschland hat Zukunft.

    Mit Mitteldeutschland,sind alle drei Bundesländer gemeint.
    Freundliche Grüße Samstag, 28. Januar 2012, 14:54 Uhr

  • Profilbild von Silberzweig

    Silberzweig
    Hallo,
    Sachsen-Anhalt? Ich bin in Magdeburg geboren, habe lange im Harz gelebt, bin weder Sachse (im heutigen Sinn) noch Anhalter. Mein Vater und meine Mutter waren Preußen, meine Großeltern ebenso. Also bin ich auch Preuße. Die Bayern habens begriffen, für sie sind wir einfach Preußen, und das ist gut so.

    Liebe Grüße aus Magdeburg

    Ulli Samstag, 28. Januar 2012, 14:39 Uhr

  • Profilbild von NIlsen

    NIlsen
    Hallo liebes Figaro Team,

    ich wohne und arbeite zur Zeit im schönen Wien und höre gerade euer Programm im Internet.

    Geboren und aufgewachsen bin ich in Altenburg Thüringen und studierte mehrere Jahre in Dresden.
    Ich finde es immer wieder bemerkenswert wieviele Leute aus der ganzen Welt Altenburger Produkte (Schnelle Autos, Spielkarten, Schnaps, Senf und Bier) kennen und nennen, wenn man beschreibt woher man kommt. Ansonsten trage ich gern die Informationen weiter, wie schön und lebenswet die Regionen um Dresden sind und wie gern ich dort lebte, studierte und flanierte!

    Somit egal ob Thüringen oder Sachsen, damit verbinde ich jeden Tag viele gute Erinnerungen!

    Liebe Grüße aus Wien
    Nils Samstag, 28. Januar 2012, 14:22 Uhr

  • Profilbild von PianoPerlhuhn

    PianoPerlhuhn
    ich finde besser als heute, hat dieser Link noch nie gepasst:
    http://meinfigaro.de.saxophone.parallelnetz.de Samstag, 28. Januar 2012, 14:21 Uhr

  • Profilbild von rotelocke

    rotelocke
    wann immer ich auf der autobahn über dieses schild .. sachsen-anhalt das land der frühaufsteher .. sehe, beginne ich peinlich berührt, mich zu empören .. ich bin nachtmensch und stehe höchst ungern am frühen morgen auf .. und mir scheint auch das sachsen-anhalt nicht zu den frühaufstehern zuzuordnen ist . wir sind eines der wirtschaftlichen schlusslichter . ganz schön müde am morgen .

    sachsen-anhalt braucht auch nicht früh aufzustehen . zu was auch . es bietet eine so reichhaltige kulturlandschaft, wunderbare landschaften, interessante geschichten, bewegende menschen .. diese kulturgeschichte ist so alt wie deutschland ..

    für mich ist sachsen-anhalt "die wiege deutschlands" ..

    leider schläft es so lange .. oder ist das nicht auch ein vorteil?
    nachwanderungen mit fakellichter sind doch sooo spannend .... :) Samstag, 28. Januar 2012, 14:14 Uhr

  • Profilbild von acrobat

    acrobat
    Das Klischee „Der Sachse ist gemütlich“ gibt sich der Sachse gern selbst oder es wird ihm zugesprochen. Das finde ich im täglichen Umgang mit meinen sächsischen Landsleuten überwiegend nicht bestätigt. Es ist eben ein Klischee, nichts weiter. Was ist ein Klischee? „Ein Klischee ist eine überkommene Vorstellung oder ein eingefahrenes Denkschema, eine abgedroschene Redensart oder vorgeprägte Ausdrucksweise, ein überbeanspruchtes Bild …“ (Quelle: Wikipedia). Ich rufe hier die Allgemeinheit an, das Klischee, der Sachse sei gemütlich, nicht weiter zu kultivieren. Samstag, 28. Januar 2012, 14:01 Uhr

  • Profilbild von acrobat

    acrobat
    Als gebürtiger Brandenburger lebe ich seit über 30 Jahren in Sachsen. Leider fühle ich mich nach dieser langen Zeit immer noch fremd im Land und unter den Leuten. Die Landschaft entspricht nicht meiner Heimat und auch die Mentalität der Menschen ist eine andere als die der Brandenburger. Wir sehen also, kein noch so knackiger Slogan konnte mein Heimat- oder Herkunftsgefühl umpolen.

    Samstag, 28. Januar 2012, 13:36 Uhr

  • Profilbild von FreundinDerSonne

    FreundinDerSonne
    Ich bin vor einiger Zeit nach Plauen gezogen und habe mich hier mittlerweile gut eingerichtet, fühle mich dieser Stadt und dem Vogtland insgesamt sehr verbunden, da auch mein Geburtsort in Ostthüringen noch im thüringischen Vogtland liegt, fühle ich mich v.a. als Vogtländerin. Sächsin oder Thüringerin habe ich zur Beschreibung meiner Herkunft noch nie verwendet, und den Bezug zu Sachsen und Thüringen als Bundesländer nur hergestellt, um das Vogland darin zu lokalisieren.
    Insgesamt finde ich den (Rück)Bezug auf Regionen wichtig, um im Zusammenhang mit Globalisierung Herkunft zu definieren. Insoweit richtet sich die Antwort auf die Herkunftsfrage mE auch sehr nach dem Fragenden. "Mitteldeutschland" wäre für mich insoweit nur im Ausland eine treffende Antwort, eine Verbundenheit nur auf dieser Ebene vorhanden. Gefragt von Sachsen bin ich Vogtländerin, vor Geraern oder Nürnbergern bin ich selbstverständlich Plauenerin - es kommt eben auf die "Relation" an. Kurz: Mitteldeutschland ist für mich im Alltag nur relevant, weil Figaro es thematisiert. ;)
    Samstag, 28. Januar 2012, 12:51 Uhr

  • Profilbild von magentis1984

    magentis1984
    Ich möchte jedenfalls niemals den Thüringer Wald gegen etwas Anderes eintauschen. Er zieht mich erst recht in der Ferne an wie ein Magnet. Vor allem das Thüringer Becken. Es fühlt sich so an, als wäre man ein Baum, Der schnell wieder in den Wald muss. Klingt komisch, is aber so... :-))

    Das liegt warscheinlich an der, für meine Begriffe, sehr naturbezogenen Erziehung, die hier in Thüringen immernoch praktiziert wird. Auch die "Heimatkunde" hat hier in den Grundschulen noch sehr viel Gewicht. Scheint mir jedenfalls auch Heute noch so. Das begründet wohl die Bodenständigkeit durch Prägung.
    Für andere Bundesländer erscheint Thüringen doch als sehr stilles, verschwiegenes, natur-romantisches Bundesland. US-Amerikaner z. B. halten Deutschland gesamt ja auch für ein sehr geheimnisvolles, natur-dichtes Land. Samstag, 28. Januar 2012, 12:44 Uhr

  • Profilbild von Fips

    Fips
    Ende der 90-iger Jahre habe ich drei Jahre am Historischen Besiedlungszug entlang des Striegistals teilgenommen. Ein Margraf zu Meißen hatte das Land gekauft und Bauern und Landsleute aus Richtung Meißen besiedelten das Tal. Diese Gegend ist im "Mittelsächsischen Kulturraum" gelegen. Zur Zeit meiner Teilnahme an den Wanderungen - hatte ich schon einige wunderschöne Reisen in die Toskana, Umbrien und eine Reise durch Cornwall hintermir. Entlang der des Striegis gab es immer wieder Orte, Landschaftseindrücke und Erlebnisse die mich ganz sehr an meine Reisen in andere Länder erinnerten. Gerade in den Tälern oder auf Höhenzügen mit wunderschönen Ausblicken auf gesamte Umland wurde mir immer mehr bewußt, das dies mein ... ja ich sage es jetzt : "mein Haimatland" ist.
    Ich glaube wir alle sind von unseren "landschaftlich" Eingebundensein geprägt. Auch wenn ich von meinem "Generationsentwurf" der Nach -68 -igern geprägt bin und (immernoch) Heimweh nach den großen Städten habe, dennoch :wenn ich dann auf Spaziergängen die Höhenzüge des Erzgebirgsvorlandes sehe und dort mit meinen Skizzenbuch die Landschaft festhalte - fühl ich mich hier im Sächsischen Land verwurzelt. Und dazu stehe ich !
    Fips Samstag, 28. Januar 2012, 12:19 Uhr

  • Profilbild von joleba

    joleba
    Ich würde nie auf die Idee kommen, zu sagen, ich komme aus Mitteldeutschland. Die Antwort heißt entweder Thüringen oder das Vogtland. Das „grüne Herz“ war immer meins, mit den anderen „Überschriften“ kann ich nichts verbinden, außer dass ich daran einen Scherz knüpfe und dann am Gesicht meines Gegenübers sehen kann, wie oft er das schon gehört hat.

    Alle Kommentare zur Betonung der regionalen Vielfalt finden meinen Beifall und meine Unterstützung. In Bayern (gilt auch für andere Gegenden) ist man ein Fremder, wenn man von der Stadt auf’s Land zieht oder von Franken nach Oberbayern (und umgekehrt).
    Um das zu erreichen, muss man nicht aus Sachsen extra anreisen.

    Dieses „Phänomen“ hat etwas mit Anpassungsfähigkeit, Einstellung, Identifikation und emotionaler Intelligenz zu tun. Wer sich hier nicht weiterbildet bleibt an den „pisten Hängen“

    Sehr schön, auf seine unvergleichliche Art, hat Eberhard K. es klar gemacht: „ich bin doch kein Sachse, ich bin Rheinländer, meine Eltern haben mich nach Dresden verschleppt. Oder, wenn eine Katze im Fischladen Junge zur Welt bringt, sind das denn Fische?“

    Samstag, 28. Januar 2012, 11:41 Uhr

  • Profilbild von Officia

    Officia
    Bellis, ich habs mir eben angetan, mal in diese tiefen Untiefen abzusteigen. Umso unglaublicher, dass nur 10 km von meiner Kreisgrenze MSH beginnt. Schrecklich! Ich bin zwar kein Star, aber wer holt mich hier raus ;-)? Samstag, 28. Januar 2012, 11:29 Uhr

  • Profilbild von Fantomas

    Fantomas
    mich würde interessieren, ob diese " Marketingaktionen" wirlich einen nachweislichen Effekt haben und
    mit welchen Kosten mann da so rechnen muß
    ( im übrigen finde ich vieles in dieser Richtung als ein " Nachmachen" von Aktionen in den alten Bundes-
    ländern, wie leider so vieles in den letzten 20 Jahren).
    Die unter dem Begriff " Mitteldeutschland" beschriebenen Bundesländer mag ich wegen ihrer vielen
    Geschichtlichen, kulturellen, landschaftlichen, kulinarischen....usw. usw. Schätze.Interessant u. wirlich zeitgemäß , fände ich eine stärkere Zusammenarbeit der 3 B.länder, mir dem Ziel einmal ein Land " Mitteldeutschland ( o.auch anders genannt ) zu bilden( ohne das Sachsen, S./ Anhaltiner, Thüringer ihre Identität- wenn sie denn eine haben, verlieren müßten).
    Ob das mit der gegenwärtigen " Pol. Elite " möglich ist?- LEIDER eher unwahrscheinlich. Samstag, 28. Januar 2012, 11:19 Uhr

  • Profilbild von Bellis

    Bellis
    Da es hier in der Diskussion auch immer mal wieder um Dialekte ging, möchte ich gern eine "Perle" der Videoparodie verlinken, die trotz staubigem Filmset mit einem eindrucksvollen Dialekt aus dem Mansfelder Land in der Neuvertonung durch "Elsterglanz" glänzt: "Rambo der beste Koch der Welt" http://www.youtube.com/watch?v=LMpmW4DTBi0

    Aber Vorsicht! Es ist nichts für anspruchsvolle Feingeister, glaub ich :o) (Außer, es handelt sich dabei um Sprachforscher mit dem Spezialgebiet "Mitteldeutsche Dialekte".) Samstag, 28. Januar 2012, 11:15 Uhr

  • Profilbild von Officia

    Officia
    Ich habe mich mal ein wenig bei Wikipedia umgesehen und die drei Bundesländer Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt verglichen. Während bei den beiden ersteren ein eigener Artikel "Geschichte Sachsens" bzw. "Geschichte Thüringens" existiert, erscheint bei Sachsen-Anhalt zwar auch ein "Hauptartikel Geschichte Sachsen-Anhalts", aber wenn man die Jahreszahlen vergleicht, beginnt die "wirkliche" Geschichte Sachsen-Anhalts erst nach dem 2. Weltkrieg. Dann kam ja die Aufteilung in die Bezirke durch die DDR, und 1990 wurden alle drei Brundesländer wieder jeweils Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
    Ich lebe in Sachsen-Anhalt. Und genau so, wie ich die Geschichte empfinde, fühle ich mich hier. Sachsen-Anhalt ist nicht über Jahrhunderte entstanden (mit den üblichen historischen territorialen Veränderungen), sondern wurde "gegründet". Zusammengeklatscht, meiner Meinung nach, meinetwegen auch "konstruiert". Richtig "verbunden" fühle ich mich diesem Konstrukt nicht. Samstag, 28. Januar 2012, 10:58 Uhr

  • Profilbild von Carsten_Tesch_FIGARO

    Carsten_Tesch_FIGARO
    Als Figaro und mdr arbeiten wir ja seit 20 Jahren daran, Mitteldeutschland als Begriff zu verwurzeln. Aber wer sagt von sich, ein Mitteldeutscher zu sein? So wie Kieler und Rostocker sich ganz selbstverständlich als Norddeutsche sehen?
    Wir haben uns heute mit einem Geographen verabredet, um da mal etwas Hintergrund einzuspeisen. Mitteldeutschland, zur Konstruktion eines Begriffs. Samstag, 28. Januar 2012, 10:31 Uhr

  • Profilbild von yvokiwi

    yvokiwi
    @Caulfield ich hab's noch überlegt, aber um 0:20 h war ich eine Spur zu faul, um meine Zweifel auszuräumen. Mein Latinum ist auch schon 37 Jahre alt ... Danke für die Korrektur.

    @Rachels Bild vom wandernden Diplomaten gefällt mir und so komme ich mir zuweilen vor.
    Franken ist gewöhnungsbedürftig, weil die Menschen nicht sehr offen sind. Ich war immer a Preissin, obwohl mein Geburtsort südlicher liegt, als Nürnberg. Wenn man sich sprachlich nicht nahtlos in den Dialekt einfügt, bleibt man eine Spur fremd, aber man gewöhnt sich dran und will es am Ende auch nicht. So entwickelt man eine ganz eigene Sprachmelange. Samstag, 28. Januar 2012, 09:07 Uhr

  • Profilbild von Caulfield

    Caulfield
    @yvokiwi: granum ist o-Stamm, deswegen heißt es cum grano salis. ;):P Samstag, 28. Januar 2012, 07:38 Uhr

  • Profilbild von Caulfield

    Caulfield
    Mitteldeutsche Zeitung vom 27.5.2010:

    Sachsen-Anhalts Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) will die Image-Kampagne des Landes "Wir stehen früher auf" beenden. Im fünften Jahr ihres Bestehens werde Sachsen-Anhalt für den Spruch vor allem belächelt, der Slogan repräsentiere nicht das tatsächliche Potential des Bundeslandes, so Bullerjahn gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung.
    "Sie können sich gar nicht vorstellen, wie ich diesen Slogan hasse", hatte Bullerjahn unlängst bei einer Veranstaltung in Wittenberg gesagt. Überall, wo er hinkomme, werde er darauf angesprochen, allerdings nicht positiv. "Das wird meist kritisch hinterfragt, im besten Fall nur milde belächelt." Er sei kein Marketing-Experte, halte aber eine Neuausrichtung für dringend geboten.
    ... "Gerade im Westen wirkt das abschreckend, die Leute dort wollen gerne mal vernünftig ausschlafen." ... Die Kampagne war 2005 von einer Berliner Werbeagentur entwickelt worden, nachdem bekannt geworden war, dass Sachsen-Anhalter neun Minuten früher als der Bundesdurchschnitt aufstehen.

    Quelle: Mitteldeutsche Zeitung
    Samstag, 28. Januar 2012, 07:35 Uhr

  • Profilbild von Rachel_Gehlhoff_FIGARO

    Rachel_Gehlhoff_FIGARO

    @Guten Abend yvokiwi , ist mir sonnenklar dass wir diese Differenz aushalten.
    Der Rheinländer an sich kann schon eine Herausforderung sein. Nur nciht für den Rheinländer -:)

    Die Frustrationstoleranz yvokiwi gilt ja generell... wenn man hin - und herwandert...wie ja viele aus der community, wie der blog zeigt.
    Das Frankenland mit anderthalb Jahren Nürnberg , wohin es mich volontariatsbedingt und danach per fester Stelle verschlagen hatte, war meine härteste regionale Herausforderung. Mit allen Zugereisten die ich kennenlernte verstand ich mich sehr gut, Franzosen , Österreicher, Hamburger, Engländer usw.
    Aber die einheimischen Leut waren eng (herzig) - immer der Blick ins reiche München, ewiges Vergleichen , viel Sozialneid , Futterneid , Bildungsneid, dazu unterirdisches West-Ost Gezeter (ich war 1989/90 in Nürnberg), wer aus dem Osten kam und in Nürnberg einkaufte , wurde behandelt als sei er oder sie unberührbar -das war seitens der Nürnberger grotesk, beleidigend , provinziell.
    Dazu kam eine offen ausgelebte Ausländerfeindlichkeit ganz generell in Nürnberg, gewürzt mit Dirndlseligkeit. Eine ziemlich haarsträubende melange. Hab ich jetzt alle Klischees versammelt ?-:)

    "Fremd ist der Fremde nur in der Fremde " - der Satz von Karl Valentin hat mich in dieser Zeit begleitet.

    Mein bester Freund war ein waschechter Nürnberger- die wohltuenden Ausnahmen gibts ja überall.

    "Ziemlich beste Freunde", das geht ja sogar mit Deutsch-Schweizern - in ihrer eignen Welt lebend - das hätte ich mir , als ich die ersten in der Art kennenlernte , da war ich 16, 17 - nicht träumen lassen .

    Wie @fotasma schrieb : alles eine Frage der Einstellung und der persönlichen Motivation.
    Am Ende werden wir wohl gemeinschaftlich zu Diplomaten. Miteinander.In regionaler Vielfalt.
    Gute Nacht allerseits. Samstag, 28. Januar 2012, 01:07 Uhr

  • Profilbild von yvokiwi

    yvokiwi
    Haha @Rachel, das halte ich gut aus. Es trifft ja auch nicht jeden Rheinländer, sondern ist mein cum granu salis Gefühl und ich habe einige liebe Kolleginnen und auch Freunde aus alten Tagen unter den Rheinländern. Aber das Karnevalgen fehlt mir und ich habe es gerne, wenn die Arme auch mal geschlossen werden. Ich möchte nicht dorthin zurück müssen und mich zieht es auch nicht hin, besuchsweise jedoch ist es immer anregend und die Freundschaften mit den Rheinländern, die ich pflege überdauern auch schon lockere 35 Jahre.
    Der Wert der Freundschaft, Bindungen über Grenzen hinweg..."ziemlich beste Freunde" ist ein Film, den ich sehr genossen habe zum Thema Freundschaft und den ich sehr empfehlenswert finde.

    Samstag, 28. Januar 2012, 00:20 Uhr

  • Profilbild von almaviva

    almaviva
    Nichts gegen die Rheinländer! Allerdings @Rachel_Gehlhoff, braucht's eine Weile. Am Anfang sind die Gartenpforten verdammt dicht, aber dann!
    Ich habe mehrere Jahre in Krefeld gelebt (linksrheinisch natürlich, alles andere ist Kohlenpott, grins.), und ich kann nur bestätigen, wenn die (die Rheinländer) einmal an sind, ist so schnell kein Halten mehr. Samstag, 28. Januar 2012, 00:02 Uhr

  • Profilbild von magentis1984

    magentis1984
    Dialekt macht schon Viel aus, finde ich. Hier im Raum Bad Berka, Weimar, Apolda wird z. B. dresdnerisches Sächsisch gesprochen (im Sinne von Eberhard Cohrs), nicht das abgewandelte thüringische Sächsisch (Erfurt, Gotha).
    Genauso sprechen wir in der thüringischen Provinz neben der Industrieachse auch:
    Eberhard Cohrs - Herr Ober
    http://www.youtube.com/watch?v=xiuUDxmbwhc Freitag, 27. Januar 2012, 23:41 Uhr

  • Profilbild von musicandus

    musicandus
    Juhuuuuuuu! Ein ganz klein bisschen hab' ich davon................(noch) ;-) Freitag, 27. Januar 2012, 23:36 Uhr

  • Profilbild von Rachel_Gehlhoff_FIGARO

    Rachel_Gehlhoff_FIGARO

    Rachel_Gehlhoff_FIGARO
    ... Rheinländer....
    @fotasma " In Düsseldorf und Bonn hatte ich gewohnt und gearbeitet, mich dort aber nie so richtig wohlgefühlt. Oberflächlich -wischi-waschi, die Rheinländer..."

    Da kann schon mal sein - aber dann haben Sie - aus meiner Sicht - die Rheinländer nicht wirklich kennengelernt.... vielleicht zu rasch weitergezogen ?-:)

    @yvokiwi "Aber ich bin mit den Menschen nicht warm geworden, als gebürtige Badenerin und der Spruch- Die Rheinländer machen die Arme ganz weit auf und nie zu, zeigt, wie ich das damals empfand. Zurück nach Franken und die Welt war in Ordnung."

    Rheinländer erscheinen unverbindlich, was sich verliert, wenn man sich die Mühe macht, sie kennenzulernen. Dafür sind sie tendenziell lebensfroh, nicht verbiestert, und nehmen nicht alles so bierernst. Ein Kölsch, oder Pils, und gut ist.
    "Kölscher Klüngel" - also rheinisches Strippenziehen im Hinterzimmer ist was zum Abgewöhnen,
    aber :
    wer andren mit geöffneten Armen entgegen kommt, machts den andren doch erstmal leicht.
    Rheinländer können hilfsbereit und grosszügig sein, aber auch albern ("ein bisschen Leichtsinn kann nicht schaden ") und : sie sind sehr oft Kinder der Freiheit (verständlich nach historisch durchlittener napoleonischer Bevormundung der Rheinlande, das wäre nur ein Beispiel) , und ein rheinischer Wesenszug, Autoritäten auf die Probe zu stellen , wird ausgelebt - nicht nur im Karneval.Die Direktheit der Rheinländer und auch die oft anzutreffende gelegentlich bissige Schlagfertigkeit liegt halt nicht jedem , und das ist auch regional unterschiedlich...Berliner und Rheinländer kommen ganz gut miteinander klar, das hab ich in meinen vielen Jahren Berlin so erlebt .

    subjektiv strickend am Rheinlandmythos...zwei rechts... zwei links...zwei fallenlassen...(Maschen)
    Rachel Freitag, 27. Januar 2012, 22:48 Uhr

  • Profilbild von fotasma

    fotasma
    Bei mir stellt sich eher die Frage: Wie lebt es sich als gebürtiger Niedersachse und 'Nicht-Rheinländer' hier in SAH?
    Aufgewachsen im Bergischen Land -zwischen Solingen, Wuppertal, Mettmann und Haan. In Düsseldorf und Bonn hatte ich gewohnt und gearbeitet, mich dort aber nie so richtig wohlgefühlt. Oberflächlich -wischi-waschi, die Rheinländer...Penibeler sind die Sachsen-Anhalter(innen)! Man nimmt dich beim Wort! Und: man sagt präzise seine Meinung.
    Vom Rhein zur rauhen Nordseeküste sind es ca. 300 km, die gleiche Entfernung von hier zur ruhigeren Ostseeküste. Das rauhe Klima liefert der Harz... Da steh ich doch gerne mal um 3 Uhr auf um den Sonnenaufgang vom Brocken aus zu beobachten... Ich bin an der rauhen Atlantik-Küste ebenso zu Hause wie im sonnigen, warmen Vorharz. Doch nie allein: dort, wo meine Liebste zu Hause ist fühle ich mich wohl.
    Ich liebe Klassik-Konzerte! Früher in der Beethoven-Halle Bonn oder jetzt bei Nordharzer Städtebund-Theater - Konzerten in Halberstadt oder OpenAir's in Magdeburg. Ich liebe Rock- und Metal-Konzerte in Hallen oder bei Festivals, z.B. beim Rockharz in Ballenstedt!
    Ich denke, es ist alles eine Frage der persönlichen Einstellung und Motivation; und der des Partners! Freitag, 27. Januar 2012, 22:18 Uhr

  • Profilbild von Rachel_Gehlhoff_FIGARO

    Rachel_Gehlhoff_FIGARO
    @Don Isi:
    "Ich bin nicht daran interessiert, dass sich alles angleicht. Gott beschütze mich vor irgendwelchem Zentralismus und der Gleichmacherei."

    Lieber Don Isi, bin ganz einverstanden, danke für Schild & Schwert in dieser Frage...
    "Vive la Liberté"...
    leidenschaftlich regional-europäisch
    Rachel Freitag, 27. Januar 2012, 21:53 Uhr

  • Profilbild von Bettina_Baltschev_FIGARO

    Bettina_Baltschev_FIGARO
    "Land der Frühaufsteher", "Schönste Seiten": wie solche Slogans entstehen und ob sie sinnvoll sind, in der Sendung "MeinFigaro", morgen ab 13 Uhr, sprechen wir darüber mit einer Professorin für öffentliches Marketing. Außerdem widmen wir uns dem Begriff Mitteldeutschland, wer benutzt ihn, wie hat sich seine Bedeutung verändert. Und noch ein Highlight: unser musikalischer Gast Max Prosa. Der Sänger wird schon jetzt mit Bob Dylan verglichen - allerdings singt er deutsch - er kommt aus Berlin, in Thüringen hat er aber mittlerweile seine zweite Heimat gefunden, und natürlich hat er seine Gitarre mit ins Studio gebracht. Das und noch viel mehr morgen zwischen eins und fünf in der Sendung MeinFigaro. Also, einschalten und mitreden! Freitag, 27. Januar 2012, 17:42 Uhr

  • Profilbild von yvokiwi

    yvokiwi
    mir kenned elles außer Hochdeitsch - wennscho, dennscho Freitag, 27. Januar 2012, 15:05 Uhr

  • Profilbild von bettinabauch

    bettinabauch
    @widderjan, grad fällt mir auf, es heißt nicht: "Wir sprechen alles außer Hochdeutsch."
    Sondern: "Wir können alles, außer Hochdeutsch." Freitag, 27. Januar 2012, 14:49 Uhr

  • Profilbild von frostfrei

    frostfrei
    Ich interessiere mich für Werbung, ich mache Werbung. Der Spruch von den Sachsen-AnhaltinerInnen, besser gesagt, für diese, ist ein sehr dummer Streich. Er ist erzwungen, nicht sehr kreativ und ich denke, sehr wenige Landsmänner und -frauen können sich damit identifizieren. Ich als Ex-Anhaltiner schlafe zum Beispiel auch gern mal aus hier in Sachsen. Zum Glück gibt es Statistiker, die solche nutzlosen Dinge herausfinden. :-) Schlimm ist`s dann, wenn solche Kampagnen ordentlich Geld kosten und am Ende das Ziel verfehlen. Freitag, 27. Januar 2012, 08:47 Uhr

  • Profilbild von HWR

    HWR
    Habe gerade gelesen, dass das Land Sachsen-Anhalt die finanzielle Unterstützung von Selbsthilfegruppen komplett gestrichen hat. Diese Gruppen sind ja für Betroffene extrem wichtig: Krebskranke, Alkoholiker, Behinderte etc.

    Und wenn ich solche Nachrichten lese, habe ich leider das Gefühl, in einem Verlierer-Bundesland zu leben. Donnerstag, 26. Januar 2012, 23:29 Uhr

  • Profilbild von bettinabauch

    bettinabauch
    @widderjan "Wir sprechen alles außer Hochdeutsch." - Dieser Spruch wurde ursprünglich für Sachsen erfunden. Doch hier wurde er nicht angenommen, also bedienten sich die Schwaben seiner :-)

    Von den drei Sprüchen, die oben genannt sind, spricht mich keiner wirklich an. Über bessere Vorschläge nachzudenken fehlt es mir jedoch momentan an Zeit.

    Ich lebe von Geburt an in Sachsen, in zehn Kilometer Umkreis. Andere Bundesländer kenne ich nur durch Besuche und Urlaub. Ich glaube, wir leben in einem der landschaftlich schönsten und historisch interessantesten Gebiete Deutschlands. Allerdings empfinde ich von jeher Sachsen und Thüringen irgendwie zusammengehörig. Aus Sachsen-Anhalt stammte mein Vater, wodurch ich auch dieses Land als nähere Heimat empfinde. Ansonsten fühle ich mich in solchen Bundesländern am heimischsten, in denen mir der Dialekt zu Herzen geht. Ich empfinde im Dialekt liegt ein großes Stück der Seele der Menschen, die dort zuhause sind.

    Wie lebt es sich eigentlich als Sachse...? - gut!
    Wie sehr identifizieren Sie sich mit Ihrer Region? - sehr!
    Was erzählen Sie Gästen...was verschweigen wir lieber? - Verschwiegen wird nichts!
    Welche Vorurteile nerven Sie? - Keine!
    Und welche finden Sie eigentlich ganz zutreffend? - Alle!
    Sind Sie mit Ihrem Bundesland-Slogan zufrieden? - Nein!
    Oder hätten Sie einen besseren Vorschlag? - Vielleicht, bei Gelegenheit!

    Zwei Sachsen wollen eine große Reise machen.
    "Wo wolln morr denn hinmachen?"
    "Am liebsdn nach Daschgend."
    "Weeßdn da dähn Wääch?"
    "Da mußch mal im Addlas nachguggn."
    Er schaut nach und sagt dann:
    "Nun ja... Bis Dräds weeßchn jädz...
    awwe dahinder dehnd sich's mächdich..."

    http://www.die-sachsen-kommen.de/shtm/menschen.htm
    Donnerstag, 26. Januar 2012, 11:38 Uhr

  • Profilbild von meyertomas

    meyertomas
    Also ich bin weder Sachse, Anhaltiner oder Thüringer - sondern lediglich ein Ostdeutscher. Donnerstag, 26. Januar 2012, 06:27 Uhr

  • Profilbild von almaviva

    almaviva
    @isidorus:
    "Die Kritiker der Elche waren früher selber welche."

    Es geht nicht um vermeintliche Vorurteile und auch nicht um das ewige "Jammern" der Ossis.
    Ich habe lange in NRW und ebenso lange in Bayern gelebt, bin aber dennoch wieder zurück in den Osten gekommen. Von Jammern oder Vorurteilen kann also zumindest bei mir nicht die Rede sein. Auch geht es mir in dieser Kleinstadt, deren Einwohner fast mehrheitlich Rentner sind, nicht schlecht.
    Gerade der Umstand, dass die "neuen Bundesbürger" eben NICHT mehr jammern, sondern sich stattdessen mit markigen Sprüchen schmücken, macht mir Sorgen.

    Bei allem Zweckoptimismus lassen sich die unten erwähnten Tatsachen nicht leugnen.
    Nichts desto trotz finde ich den Osten Deutschlands sehr schön und bewohnenswert, wenn auch viele da anderer Ansicht sein mögen, denn sonst würden sie nicht abwandern. Mittwoch, 25. Januar 2012, 20:03 Uhr

  • Profilbild von musicandus

    musicandus
    @alabama - Du bringst treffend zum Ausdruck, dass die künstlerisch Kreativen besonders "gut dran" sind und mit ihrer Sicht dazu begabt sind, den reizvollen Mikrokosmos überall zu entdecken......egal ob in Sachsen, Bayern, Thüringen oder sonst wo.....;-) Mittwoch, 25. Januar 2012, 11:57 Uhr

  • Profilbild von alabama

    alabama
    Also ich finde die Landschaft in Sachen ,Bayern oder Thüringen überall schön.Jede Gegend hat wohl ihren eigenen Reiz.
    Ich glaube man muss für Alles offen sein ,universell denken ,wir sind Menschen dieses Erdballs.
    Mit Hilfe unserer Kreativität können wir wohl fasst überall Kultur aufbauen und pflegen. Mittwoch, 25. Januar 2012, 09:46 Uhr

  • Profilbild von Isidorus

    Isidorus
    @almaviva: Jawohl, und Brandenburg ist so menschenleer, dass die berühmten drei Nazis wirklich weit fahren müssen, um sich zu prügeln...

    Wir können hier gerne dass Vorurteil weiter schüren, dass die Ossis nur jammern und sich selbst bedauern. Es ist alles so schlimm und wird noch schlimmer ! Ganz toll!

    Ich bin froh und glücklich, mich auf das Abenteuer Mitteldeutschland eingelassen zu haben. Die Menschen sind freundlich. Geschichtlich und kulturell gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken. Es sind schlimme Fehler gemacht worden, aber wir müssen das Beste daraus machen. Es fehlt mir nichts, nur das Meer ...

    Zu BaWü: Ein Spruch eines Freundes nach schlechten Erfahrungen dortiger "hochqualifizierter Anbieter":
    "Wir können nichts, noch nicht mal hochdeutsch."

    Ich bin nicht daran interessiert, dass sich alles angleicht. Gott beschütze mich vor irgendwelchem Zentralismus und der Gleichmacherei.

    Mitten im Fluss, fern vom Meer, Don Isí
    Mittwoch, 25. Januar 2012, 08:41 Uhr

  • Profilbild von almaviva

    almaviva
    Nach dem Abklingen der Wende-Euphorie ist meiner Meinung nach seitens der Politik sehr viel falsch gemacht worden. Die "blühenden Landschaften" des Einheitskanzlers lassen in weiten Kreisen der ehemaligen DDR bis heute auf sich warten. Schlimmer noch, in großen Teilen Mecklenburg-Vorpommerns oder Brandenburgs z. B., ist die Ödnis erschreckender als zu DDR-Zeiten.
    Aber auch weiter südlich ist es, wie gesagt, in der Provinz, teilweise mitleiderregend. Man schlendere beispielsweise einmal durch Städte wie Glauchau oder Gößnitz (früher Industriestädte mit Vollbeschäftigung!) und denke sich die "Coca-Cola", "Allianz" und Autohausschilder weg, abgesehen von einigen sanierten Altbauten, deren Quadratmeterpreise oft Stuttgarter Niveau haben, ist rein gar nichts passiert, die meisten Menschen sind arm, arbeits- zukunfts- und perspektivlos.
    Hier wächst nichts zusammen, und es drängt sich die Frage auf, ob es wirklich zusammengehört.

    Ein Beispiel für viele, in WÜRZBURG (!!!) aufgeschnappt:
    Frage: Was ist der Unterschied zwischen Türken und Sachsen?
    Antwort: Türken können Deutsch und haben Arbeit.

    Schlimm, oder? Mittwoch, 25. Januar 2012, 00:27 Uhr

  • Profilbild von yvokiwi

    yvokiwi
    @musicandus. Deine Ma kann ich gut verstehen. Ich habe fünf Jahre in Langenberg gewohnt, das war damals Kreis Düsseldorf -Mettmann und lag zwischen Wuppertal und Essen ganz idyllisch. Aber ich bin mit den Menschen nicht warm geworden, als gebürtige Badenerin und der Spruch- Die Rheinländer machen die Arme ganz weit auf und nie zu, zeigt, wie ich das damals empfand. ZUrück nach Franken und die Welt war in Ordnung. In Deutschland gibt es so viele unterschiedliche Regionen, dass mir die Unterscheidung Ost und West zu einfach ist, auch wenn sie noch eine Rolle spielt. Stimme Dir zu @almaviva, dass es noch zwei Generationen braucht, um die Unterschiede gänzlich zu nivellieren und regionaler zu denken. Dienstag, 24. Januar 2012, 23:50 Uhr

  • Profilbild von widderjan

    widderjan
    BaWü hat 'n lustigen Werbespruch:
    "Mir schpreche alles auße Hochdojtsch."
    (natürlich in Hochdeutsch gesprochen u. geschrieben, also:
    "Wir sprechen alles außer Hochdeutsch.") Dienstag, 24. Januar 2012, 23:13 Uhr

  • Profilbild von Bellis

    Bellis
    Was ich, am Rande bemerkt, persönlich fast schon wieder "witzig" finde, im Sinne von "Schwarzem Humor":

    Der Sachsen-Anhalt-Slogan mit den Frühauftstehern beruht ja auf einer Statistik, nach der die Sachsen-Anhalter ein paar Minuten früher aufstehen als alle anderen Einwohner Deutschlands. Kurz nachdem diese Imagekampagne (2005) ins Rollen kam, hörte ich im Radio von einer Statistik der Todesfälle durch Herzinfarkt. Sachsen-Anhalt lag damals (2006) mit den meisten Sterbefällen an vorderster Stelle. Da fiel mir gleich ein guter Slogan ein: "Sachsen-Anhalt bricht dir dein Herz".

    Aus irgendeinem Grund ist niemand auf die Idee gekommen, auch diese Statistik für die Imagekampagne zu verwenden.

    Quellen: http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Site...

    http://www.sachsen-anhalt.de/index.php?id=26203 Dienstag, 24. Januar 2012, 22:45 Uhr

  • Profilbild von almaviva

    almaviva
    Ich bleibe dabei: Die Wiedervereinigung dauert noch an! Es wird m. E. noch mindestens zwei Generationen dauern, bis die beiderseitigen Ressentiments gänzlich aus der Welt sind. Die zu Recht immernoch andauernde Stasi-Diskussion zeigt dies exemplarisch.
    Ja, ich meine sogar zu beobachten, dass Ost- und Westdeutschland sich zwanzig Jahre nach der sogenannten Wende wieder voneinander entfernen, die Abwanderung der jungen und qualifizierten Leute gen Westen bezeugt dies. Die im Titel des Blogs genannten Werbetextersprüche sollen einen Verfall kaschieren. Ich spreche hier von der Provinz, die Metropolen Leipzig, Dresden, Berlin prosperieren natürlich. In der Kleinstadt, in der ich lebe, ist die Hälfte der Bevölkerung über fünfzig, ich denke, dem ist wenig hinzuzufügen. Dienstag, 24. Januar 2012, 21:45 Uhr

  • Profilbild von musicandus

    musicandus
    ......nur noch zur Ergänzung: ich halte mich für einen zufriedenen "Beutesachsen"! Ich habe eine sächsische Frau. Aber die Mentalitätsunterschiede sind gelegentlich doch - mindestens - auffällig....;-) Dienstag, 24. Januar 2012, 21:22 Uhr

  • Profilbild von musicandus

    musicandus
    Meine Wurzeln sind - halbe, halbe - rheinisch und westfälisch. Meine Eltern schleppten mich, als ich noch nicht zwei Jahre alt war, nach Sachsen und ich gelte somit, wie manche sagen, als "Beutesachse". Der Gegensatz - rheinisch und westfälisch - ist schon ein gewaltiger, die Mentalität betreffend. Meine Mutter (aus dem Bergischen Land, also rheinisch) klagte manchmal darüber, dass sie mit der sächsischen Mentalität nicht so richtig zurecht komme. Das hab ich lange Zeit nicht verstanden. Von den Sachsen sagt man, sie seien "iebelnemmsch und scheißfreindlich". Das würde ich so drastisch nicht ausdrücken. Aber es gibt da schon mentale Unterschiede...........;-) Mich würde jetzt wirklich mal interessieren, wie das Hinzugezogene der jüngeren Zeit empfinden.......
    Dienstag, 24. Januar 2012, 21:10 Uhr

  • Profilbild von magentis1984

    magentis1984
    Mein Leben hat sich bisher nur im Bereich Bad Berka - Weimar - Apolda - Erfurt abgespielt. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich Das sehr differenziert sehe.
    Ich fühle mich zutiefst der Natur hier in Thüringen verbunden. Natürlich speziell dem Wald, Der eine nur schwer zu beschreibende Romantik besitzt.
    Meinem Wohnort Bad Berka selbst fühle ich mich nicht sehr verbunden, eher schon meinem Herkunftsort Weimar, auch wegen der geschichtlichen und industriellen Vergangenheit. Wobei ich die Aura des "alten" Weimar Heute leider nicht mehr vorfinde.
    Aber ich genieße mit jedem Atemzug unsere Natur. Dienstag, 24. Januar 2012, 19:56 Uhr

  • Profilbild von roby1981

    roby1981
    Aufgewachsen bin ich in Sachsen, ganz in der Nähe von Chemnitz. Dort lernte ich auch meine Frau kennen. Wir zogen dann nach Hilden (NRW) - das liegt bei Düsseldorf - da ich dort bereits "in der Ausbildung" war und meine Frau fand dort auch einen Ausbildungsplatz ("damals" 2002) waren ja Ausbildungsplätze noch Mangelware. Sie war damals 16 und ich 21. Dort waren die (einheimischen) Leute ganz nett, aber wirklich "warm" geworden ist man nur mit wenigen. Inzwischen haben wir nur noch mit einem Kontakt, das war mein allererster Saxophonschüler - er ist letztens 80 (richtig gelesen) geworden, und er ist kein "Einheimischer" in dem Sinne sondern gebürtiger Ägypter.

    Naja, jedenfalls zogen wir knapp 4 Jahre später nach Kassel (Hessen). Dort haben wir uns beide so gar nicht richtig wohl gefühlt, es war irgendwie "falsch". Aber ok, da haben wir auch einen festen Kontakt - ein Kollege von mir, aber eigentlich ist der aus Bayern.

    Tja und jetzt sind wir in Thüringen gelandet. Und da ist eins war: die Aussprache ähnelt stark der unseren. Der "die Ossis, die Wessis" - Konflikt ist weg, die Traditionen sind ähnlich und die Menschen sind (subjektiv) herzlicher.

    Also neben Sachsen, da es mein (unser) Heimatbundesland ist ist für mich (uns) Thüringen eins unserer favorisierten Bundesländer. Ab und zu ärgere ich gern mal meinen Nachbarn mit der Aussage: Thüringen ist doch nur eine Kolonie von Sachsen - natürlich nur im Scherz. Dienstag, 24. Januar 2012, 19:43 Uhr

  • Profilbild von senta

    senta
    Ich befinde- alle drei Bundesländer ergänzen sich hervorragend. Historisch und auch künstlerisch.
    Otto der Große, Händel - Anhalt
    August der Starke, Bach und Mendelssohn - Sachsen
    Elisabeth v. Thüringen, Arnstadt, Gera - Thüringen.

    Alles ist innerhalb von kürzester Zeit zu erreichen und zu erleben. Theater, Musik, Museum.
    Fazit: Mitteldeutschland hat Zukunft.

    Mit Mitteldeutschland,sind alle drei Bundesländer gemeint.
    Freundliche Grüße Dienstag, 24. Januar 2012, 19:24 Uhr

  • Profilbild von Adele

    Adele
    Ich bin in Thüringen aufgewachsen, genauer gesagt in Erfurt, und lebe seit fast 20 Jahren in Sachsen.
    Aber wenn mich jemand fragt, wo ich herkomme, sage ich immer Thüringen und ich gebe schgr2dd recht, dass man immer erst merkt, wo man herkommt, wenn man weg ist. (und ich finde es ebenfalls skandalös, als Thüringer für einen Sachsen gehalten zu werden ;-D, das geht gar nicht!!!)
    Die Ost-West-Geschichte sehe ich aber immer mehr verschwinden, ich glaube, da werden die Regionen immer wichtiger, wie sehr unterscheidet sich einer aus dem Ruhrgebiet von einem Bayern oder einen Holsteiner.
    Das "grüne Herz" fand ich als Slogan für Thüringen auch besser als "starke Mitte", weil da auch die Herzlichkeit der Thüringer mitschwingt, die "starke Mitte" klingt wie eine Werbung für die CDU. Grundsätzlich glaube ich schon, dass jedes Bundesland Grund hat, auf irgendwas stolz zu sein, für den einen ist es mehr die Kultur, für die anderen mehr der wirtschaftliche Erfolg. Ich jedenfalls stolz darauf, dass in Erfurt so ungefähr jeder wichtige Mensch der Geschichte schon mal war, angefangen von Luther über Goethe, Karl Liebknecht etc. pp. Außerdem ist die mittelalterliche Altstadt unglaublich schön und das haben die Touristen auch schon längst gemerkt.
    Dienstag, 24. Januar 2012, 18:13 Uhr

  • Profilbild von yvokiwi

    yvokiwi
    Ich bin in Halle zuhause, habe aber zu keiner Region Deutschlands ein tief verwurzeltes ausschließliches Heimatgefühl, sondern fühle mich in verschiedenen Regionen heimatlich, in denen ich gelebt habe. Den Frühaufsteherspruch finde ich ein bisschen lächerlich und sehe ihn eher selbstironisch, als ihn allzu ernst zu nehmen. Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig Ahnung manche unserer Besucher von Mitteldeutschland haben und erlebe es auch, dass die Freunde meiner Kinder aus dem Westen große Hemmungen haben, sich mal nach Halle zu bewegen. Wenn das bei den Jungen schon so ist, wie sieht es dann erst bei den Alten aus?
    Ich führe Menschen gerne in Halle herum, fahre auch gerne mal nach Dessau ins Bauhaus, in den Wörlitzer Park, an die Unstrut, die Saale hinauf oder an viele andere Flecken, die einen Ausflug lohnen. So ein Besuch muss nicht langweilig sein und meist reicht die Zeit gar nicht, alles zu sehen.

    Die große Fremdheit, die @almaviva zwischen Ost und West beschwört, nehme ich nicht wahr. Man muss den Westlern gleichen Alters nicht so viel erklären, weil sie die gleiche (entschuldigt dieses Wort mal wieder) Sozialisation haben, aber deshalb sind mir meine ostdeutschen Freunde genauso lieb und teuer, wie die westdeutschen und wenn es Fragen oder Befindlichkeiten gibt, weil man wieder mal nicht versteht, wie es gemeint ist, sind diese Verständnisfragen dazu da, ausdiskutiert zu werden, damit kein Gschmäckle übrig bleibt. Dafür muss man keine Inder oder Pakistani bemühen. Es ist letztlich auch nicht das Thema des Blogs.
    Dienstag, 24. Januar 2012, 17:59 Uhr

  • Profilbild von schgr2dd

    schgr2dd
    Ich wusste gar nicht, dass Thüringen nun nicht mehr das Grüne Herz Deutschlands ist. "Starke Mitte" klingt irgendwie militärischer oder wirtschaftlicher. Dabei ist Thüringen so grün. Mit seinen vielen verschiedenen Gebirgszügen und mitten drin der Goldenen Aue für mich einzigartig in Deutschland. Aus jeder Stadt in Thüringern kann man heraus fahren und ist sofort im Grünen.

    Erst als ich zum Studium nach Nordrhein-Westfalen ging, wurde mir immer bewusster, wie sehr ich mein Heimatbundesland liebe. Ohne es anfangs zu wissen, verbrachte ich auch dort die meiste Zeit mit Thüringern und ein paar Sachsen-Anhaltern (oder -Anhaltinern?). Und letztes Jahr war es auch sehr schmerzlich für mich anzusehen, wie gezwungen durch die Zweitwohnsitzsteuer meiner derzeitigen Heimatstadt das Thüringen-Wappen bei der Ummeldung meines Autos vom Nummernschild gekratzt wurde, um es zu entwerten.

    Auch wenn ich mit Nordhausen ziemlich am Rand Thüringens groß geworden bin, war ich immer Thüringer, nicht etwa mehr mit Sachsen-Anhalt verbandelt, wie es viele unterstellen, wenn sie hören/wissen, wo Nordhausen liegt. Rostbratwurst können wir am Besten;) Es schmerzt zu sehen, wie manch ein Bielefelder diese auf dem Weihnachtsmarkt mit einem abtrennbaren Teil Pappe aufnimmt, um sie dann in Ketchup zu ertränken. Es ist immer wieder unangenehm zu hören, dass der Dialekt meiner Mitmenschen als sächsisch abgetan wird.

    Ich glaube übrigens, dass die Menschen in Sachsen-Anhalt unfreiwillig früher aufstehen als Andere. Vielleicht, weil viele nicht an dem Ort wohnen, wo sie arbeiten. Zumindest kenne ich da so Einige. Dienstag, 24. Januar 2012, 11:12 Uhr

  • Profilbild von Isidorus

    Isidorus
    Persönlich muss ich erst einmal darüber nachdenken.

    @almaviva: Fremdheit zwischen Ost und West kann ich in meinem persönlichen Bereich nicht feststellen. Nehmen wir unseren kleinen "Geschichts-Verein". Der hat folgende Mitglieder, über das ganze Land verstreut
    1x Rheinländerin, die in Bayern lebt
    1x Fränkin
    1x Niedersachse, der in Sachsen-Anhalt lebt
    1x Rheinländer, der in Sachsen-Anhalt lebt
    1x Thüringerin, die in Sachsen-Anhalt lebt
    1x Sachsen-Anhalterin mit syrischen Wurzeln
    1x Schleswig-Holsteiner, der in Sachen-Anhalt lebt
    2x Ostberliner
    1x Niedersachse, der in Berlin lebt
    1x Sachsen, der in Niedersachsen lebt
    4x Niedersachsen
    1x Niedersachse, der in Hamburg lebt.
    Dazu kommen noch weitere bayrische und schwäbische Freunde, die nicht im Verein sind, aber oft dazustossen.

    Wenn im Team zusammengearbeitet wird, sind Mentalitäts.- und Sprachunterschiede eine Bereicherung und kein Trennungsgrund. Nur einmal gab es einen Eklat: Als die Bayern ihr eigenes Bier mitbrachten, weil sie das norddeutsche Bier nicht trinken wollten. Aber sie haben ihre eigene "Dorfbrauerei" und davon konnten wir alle schon profitieren. Werbung darf ich hier ja nicht machen.

    Vom Ost-Westlichen Diwan herunter, Scheich Al-Isí
    Dienstag, 24. Januar 2012, 08:15 Uhr

  • Profilbild von almaviva

    almaviva
    Ich bin im "Bezirk Gera" geboren, wurde im "Bezirk Halle" eingeschult, und wuchs im "Bezirk Karl-Marx-Stadt" auf. Es steht jedem frei, das Wort "Bezirk" als einen Schlag mit dem Zirkel zu nehmen, also als einen militärisch kontrollierbaren Bereich.
    Ich habe in Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und auch in Bayern (!!!) gelebt und gearbeitet.
    Das leider immernoch aktuelle Problem der deutschen Wiedervereinigung ist die Fremdheit zwischen den Ost- und Westdeutschen, einer "aus dem Osten" wird immernoch genauso betrachtet, wie ein Inder oder ein Pakistani, wobei die Inder oder Pakistani meistens mehr drauf haben, oder kreativer sind. Dienstag, 24. Januar 2012, 01:47 Uhr

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