Gestern schon bei MDR-Info, heute in
den Nachrichten eines befreundeten Blogers und deswegen selbst bei
der FU Berlin nachgeschaut: Viele Jugendliche kennen den
Unterschied zwischen Demokratie und Diktatur nicht.
Bei Absolutismus, Monarchie oder gar einer parlamentarischen Monarchie wird es wohl ganz schwierig. Warum ist das so? Machen die Geschichtslehrer etwas falsch oder muss es ein Sechzehnjähriger wirklich nicht wissen, wie der Vorsitzende des Geschichtslehrerverbandes sich heute herausredete ?
Hier mehr dazu:
http://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2012/fup_12_181/in...
Repräsentativer Monarchistenparlamentär Isí
Nee, du da sechs Einträge drunter:
Es war die Diktatur der SED-Bonzen, ihrer Speichellecker und Erfüllungsgehilfen. Ungezählte Proleten hatten nicht das Gefühl, proletarische Diktatoren zu sein.
Ich fürchte, das spielt hier mit rein. Obwohl ich eine große Ursache auch bei dem Desinteresse großer Bevölkerungsschichten sehe. Auf der anderen Seite, warum soll ich ein Interesse entwickeln für eine Gesellschaftsform, die ich praktisch nicht nachvollziehen kann sondern nur theoretisch vorfinde.
Hypothese. Viele Jugendliche kennen den Unterschied nicht, weil er nur theoretisch ist. Sie erleben die gesellschaftliche Realität als Diktatur im Widerspruch zum Grundgesetz Artikel 20- "(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat."
Ich bin immer richtig neidisch, @Printmaker kann das viel geschliffener ausdrücken als ich.
Nur @meyertomas, das eigentlich schlimme an der DDR-Führung war, dass sie es in der Hand hatten, den Werktätigen mit der "Diktatur des Proletariats" eine demokratische Alternative zu geben. Leider war es die Diktatur einer Gruppe von Parteifunktionären, die sich in der Verfassung mit der führenden Rolle der Partei die Legitimation dazu gegeben hatten. Wirtschaft und Gesellschaft haben sie auf diese Weise zugrunde gerichtet. Und damit haben sie vorerst der Welt für lange Zeit die Alternative für eine gerechte Welt genommen.
Theoretisch, also aus dem Lehrbuch ist die Unterscheidung sicher einfach, aber die Jugendlichen orientieren sich vielleicht eher an "Fremdquellen" zur aktuellen Tagespolitik und Geschichte.
Da wird es dann freilich komplizierter für den Geschichtslehrer, wenn die Schüler kritische Fragen stellen nach den Verhältnissen in Demokratien wie z.B. Rußland, USA oder Israel.
Nicht zuletzt erleben Jugendliche in ihrem Umfeld vielleicht vieles, was eher nicht mit dem Lehrbuchwissen über Demokratie übereinstimmt.
Es gab Zeiten, da hatten es die Lehrer einfacher: sie erklärten die Welt, die Schüler repetierten dies für gute Noten. Vermutlich wünscht sich mancher Funktionär aus der aktuellen Parteienlandschaft diese Zeiten zurück.
Aber was ist wichtiger: die Jugendlichen zur Demokratie zu führen oder staatlich bestellte Politikwissenschaftler zu befriedigen?
viele jugendliche .. welchen alters ? so ungefähr
ich wusste früher, so bis ca 20jahren auch nicht viel über politische verhältnisse . schon weil mich das in der schule nicht interessierte ... ich hätte lieber anderes gewusst
es erstaunt mich eher, wenn kinder denken eine kuh sei lila .. oder nicht wissen woher die kartoffel kommt.
ich bin schon lange nicht mehr 16 .. das es einen Vorsitzenden des Geschichtslehrerverbandes gibt .. weiss ich auch jetzt nicht
(bin ich jetzt dumm und habe die pizzastudie nicht bestanden?) .. ;))
den unterschied zwischen diktatur und demokratie weiss ich heute auch .. nur entfernt sich unsere demokratie immer mehr in eine diktatur .. das habe ich auch schon vor ein paar langen jahren zuvor verstanden .. und erlebe es vor allem in der gesundheitspolitik immer intensiver .. die rentenpolitik zieht jetzt nach . die gez . die gema ..
Tja, wie auch immer, keine Chance den verlogenen "Demokraten" der BRD-Diktatur: Unsere Deutsche Demokratische Republik lebt in uns, die an sie glauben - und die Diktatur des Kapitals wird letzlich verloren sein. Nur sie will es noch nicht wahrhaben ...
Es gab einen kurzen Abschnitt in meinem Leben, etwa vom 7. Oktober bis 9. November 1989, da hatte man den Eindruck, man könne etwas bewegen. Das lies dann immer mehr nach. Ein Lehrstück von tatsächlicher Demokratie haben wir eben wieder bekommen mit dem Euro-Rettungsschirm. Als bekannt wurde, dass es ihn geben wird gingen ausgerechnet die Kurse der Banken in die Höhe. Warum wohl? Und das waren Abstimmungsrunden in Bundestag und Bundesrat mit 2/3-Mehrheit und Zugeständnissen.
Das Problem hat nichts mit DDR - BRD zu tun, auch wenn ich das unten mit erwähnt habe. Eine Diktatur muss man auch als solche empfinden und in meinem Leben spüren.und eine Demokratie eben auch.
Warum DDR gegen BRD, nur weil Schüler Demokratie und Diktatur durcheinander schmeißen?
Bildungslücke nenne ich das. Das Wissen um den Unterschied wird nicht mit der deutschen Ost- oder West-Muttermilch aufgesogen sondern ist Produkt von Erziehung, Onkel zuhause oder in der Schule.
Ich denke, wir haben gemeinsam unsere Gegenwart geschaffen, ob nun aus der DDR oder der BRD stammend.
Die Glorifizierung eines Unrechtsstaates wundert mich jedoch immer wieder.
Und was das Lügen in der DDR angeht würde ich doch so Manchem ans Herz legen, nochmals genauer nachzulesen.
Das soll mein einziger Ost/Westbeitrag gewesen sein.
Tja, die Studie geht eben runter wie Öl. Sollten sich einige derjenigen, die sich ja als Sieger der Kalten Krieges fühlen, große Gedanken machen - selbst die Neuschreibung der Geschichtsbücher kommt wohl doch nicht mehr so an wie gedacht. Vielleicht weil die Jugend von heute glücklicherweise sich ein eigenes Bild versucht zu machen ohne den Lügen der verlogenen "freiheitlichen Demokraten" auszusetzen ? Vielleicht ist die Jugend von heute (besser die von morgen) doch intelligenter als alle dachten und sehen die angebliche BR-Demokratie als das was sie auch ist - die verlogene Diktatur des Kapitals (Allgemeinwissen aus Stabü) , der Wolf im Schafspelz - denn die DDR log nicht und schrieb in ihrer Verfassung die "Diktatur des Proletariats" fest. Wer also ist der Wahrheit näher ?
Obwohl Elternhaus und auch lehrer ihren Anteil daran haben, glaube ich, dass die Ursache für das Desinteresse eine andere ist. Wegen der Kürze möchte ich es nur andeuten auch auf die Gefahr hin, dass es nicht vollständig ist:
Die Frage ist, wie erlebe ich die Demokratie? Ich glaube die Mehrheit der DDR-Bürger hat diese Zeit überwiegend als eine Zeit des Mangels erlebt. Was sollen die Jugendlichen heute damit anfangen? In ihnen erwachsen vielleicht auch Konsumwünsche, die sie sich mangels Geld nicht erfüllen können. Und unsere repräsentative Demokratie macht nun wahrlich nicht den besten Eindruck. Parteipolitisches Taktieren dominiert die Tagespolitik. Da ich der Meinung bin, dass das tägliche Erleben ein wichtiger Lehrmeister ist, verwundert mich das Ergebnis nicht.
Du hast vollkommen recht, aber die Frage des MDR ging heute zuerst an die Lehrer ...
Rohrstockpflegepersonal, Don Isí
Warum eigentlich immer die Lehrer? Was ist bitte mit den Eltern los? Wird Zuhause nicht geredet? Gibt es keine Oma, keinen Opa der aus seinem Leben erzählt? Jedes Kind hört gerne Geschichten, ich habe meinen Verwandten Löcher in den Bauch gefragt und manches Mal gestaunt was sie alles wissen. Praktische Dinge zB. oder Dinge aus der Natur, meines Erachtens sind hier die Eltern gefragt und dann erst die Lehrer!