Am 24. Juni 1952, also vor 60 Jahren, erschien die erste Ausgabe
der Boulevardzeitung BILD. Das Blatt spaltet die Meinungen. Zum
einen wird die BILD für ihre zum Teil fragwürdigen Methoden
kritisiert, auf der anderen Seite lesen Millionen Menschen täglich
das Blatt mit den markanten vier roten Buchstaben und dem hohen
Fotoanteil.
Was macht die Faszination dieser Zeitung aus? Sind es die textlich
knapp gehaltenen Beiträge, die das Gefühl vermitteln, schnell
informiert zu werden? Sind es Schlagzeilen wie "Wir sind Papst!",
die die Befindlichkeit vieler Menschen auf den Punkt zu bringen
scheinen? Oder ist es die Macht, die diese Zeitung mittlerweile
hat, die nicht zuletzt Ex-Bundespräsident Christian Wulff jüngst
spürte? Was meinen Sie, ist die BILD ein Schmuddelblatt oder ein
Anwalt des Volkes?
Blog zur Sendung "Hörerforum" am Donnerstag, 21. Juni 2012,
13:05 Uhr
MDR FIGARO beschäftigt sich anlässlich des BILD-Jubiläums
am 21. Juni 2012 in einem Themenschwerpunkt mit dem
Boulevardblatt.
Ich sage immer: Das einzige was bei BILD stimmt ist das Datum und der Preis.
60 Jahre Bild, finde ich ist kein Grund zum feiern. Zu dem finde ich es eine Frechheit ganz Deutschland auch jetzt noch via Briefkasten mit diesem Blatt zu überschwemmen. Meine Frau ist bei der Post, dort können sich heute alle Briefträger im Bundesgebiet damit abplagen alle Briefkästen mit je einer Zeitung zu füllen, bei Androhung von Strafe durch die Post wenn auch nur eine Zeitung nicht zugestellt wird. Mehrarbeit Überstunden deswegen usw. können sich die Zusteller an den Hut stecken.Die ist nur eine der vielen negativen Begleiterscheinungen dieser vermeintlichen "Zeitung".
Blind
Inkonsequent
Langweilig
Dumm
-------------------
=Bild Zeitung
oder will man Gedanken und Interessen an solche Dingen fesseln, damit man die großen Sauereien ungestört und unbemerkt durchziehen kann?
Ganz nebenbei werden ungeliebte Personen unmöglich gemacht?
@yvokiwi
Ein sehr lesenswerter Artikel den man am besten komplett genießen sollte.
"Bild" wird hier nur als ein Symptom unter anderen beschrieben.
Die Ursache, einen verlogenen Tugendwahn, könnte man in seiner Entwicklung mindestens bis in die Zeiten der Inquisition zurückverfolgen.
Vor Jahren sah ich in NDR??? eine Sendung an der auch der hier bekannte Peter Zudeik teilnahm. Er recherchierte BILD-Artikel nach, wobei deren Wahrheitsgehalt doch immer sehr fraglich war.
Zum Thema zitiere ich aus einem sehr lesenswerten Artikel in der Zeit "Der Terror der Tugend" über BILD
"Die Springer-Presse steht bei der Verteidigung der Tugend fast immer an vorderster Front. Bild ist ein Rollenmodell für viele Hasskommentare auf Facebook, weil Enthüllungen über berufliche Verfehlungen oder privates Ungeschick oft ein Nachspiel im Netz haben. Von dem Mainzer Medienwissenschaftler Hans Mathias Kepplinger stammt der Satz: »Die Bild- Zeitung ist eine der wichtigsten Quellen für moralische Urteile in der Bevölkerung.« Aus einem Urteil des Berliner Landgerichts, in dem es um den Bild- Chefredakteur Kai Diekmann ging, stammt der Satz, dass dieses Blatt »bewusst seinen wirtschaftlichen Vorteil aus der Persönlichkeitsrechtsverletzung anderer sucht«.
+++ kommerzieller Link durch Direktlink zur Druckansicht ohne Werbung ersetzt: http://www.zeit.de/2012/24/DOS-Tugend/kompletta... +++ meinFIGARO-Team +++
Billig, Überschrift genügt, danach weitergeben.
Ich habe tatsächlich noch nie eine Bildzeitung käuflich erworben! :-)
Okay, zugegeben doch mal eine einzige Autobild für 1,80 DM in den 90ern. ;-)
@virginia_woolf
Ja, auch für mich sind bekannte Gesichter in der Werbung, bei Denen ich es einfach nicht verstehe und darüber sehr enttäuscht bin. :-((
Ein "gefährliches" Schmuddelblatt, und die Teilnehmer der gerade aktuellen TV-Werbung erschrecken mich, da ich hätte ich mir gewünscht, dass der eine oder die andere dies abgelehnt hätten. z. B. Maffay. Ich habe vor vielen Jahren mal eine einzige gekauft, nie wieder.
naja, dann hat die Bild noch fünf Jahre bis zur Rente, Gott sei Dank!
@Reppichauer: ich denke, jedes Volk läßt sich so verführen.
Ilja Ehrenburg soll nach Kriegsende die Aufteilung des deutschen Territoriums auf die angrenzenden Staaten vorgeschlagen haben. Das wärs eigentlich gewesen. Ein permanent mehrheitlich verblödungs-, verblendungs- und verführungswilliges Volk hätte die Chance gehabt, sich aufzulösen.
Alles zu spät oder man muss mit viel Geduld ganz klein anfangen.
Oh je, das ganze Gesocks ...
Bitte:
+++ Kommerziellen Link zum Artikel "Promis feiern das große BILD-Buch" bei BILD wegen Werbung entfernt +++ meinFIGARO-Team
Ist mir alles klar. Aber ohne pädagogische Versuche behält doch dieses Volk immer das, was es so grausam macht: Eine tumbe Mehrheit aus BILD-LeserInnen.
Die taz wird das Geld nicht haben und würde wohl in Zeiten wo Tempo 30 in Städten diskutiert wird, sofort im Papierkorb landen.
Hoffentlich verteilt sich die taz mal irgendwann kostenlos. Oder die Süddeutsche. Soll jeder das im Briefkasten finden, was er sich wünscht.
Ich gebe zu, ich habe BILD einige Male im Ausland gekauft, wegen irgendwelcher Sportergebnisse. Ansonsten sehe ich immer im Zug oder in der Straßenbahn, was dort die Themen sind und wie sie bearbeitet werden. Ich halte die Bildzeitung nicht für ein Schmuddelblatt, dafür ist sie zu gefährlich. Es wird ganz gezielt Meinung gemacht, in dem Sinne, wie es das Haus Springer möchte. Es werden nur die Themen ausgewählt, die sich gut verkürzen lassen. Sie werden auch in einem Sinne aufgearbeitet, dass man meinen könnte, BILD wäre ein Anwalt des Volkes. Das klappt auch, wenn man als Leser ein bereits mit einer Antwort aufbereitetes Problem kurz dargestellt bekommt.
Außerdem ist BILD billiger als die regionalen Tageszeitungen.
Das ist mein Eindruck von der BILD Zeitung.
Wenn sich rechtschaffene Bürger zusammenfinden, um in Eigeninitiative für Zucht und Ordnung zu sorgen, wie kürzlich im Altmark-Dorf Insel, dann würde ich vermuten, daß die Mehrzahl von Ihnen Bild-Leser sind.
Ähnlich wird es sich verhalten, wenn es andernorts gegen Minderheiten geht, die irgendwie "anders" als "WIR" sind (also nicht Papst).
Das ist allerdings eine unbeweisbare Spekulation von mir.
Ich halte es so wie der Schauspieler Manfred Krug. Der sagte mal in einem Tatortkrimmi: "In die Zeitung kann ma bestenfalls seinen Fisch einwickeln"
Für mich ist das "Schmuddeljournalismus" und deswegen nicht lesenswert!
Keiner liest sie, aber jeder weiß, was drin steht. - Trotz fragwürdigem Journalismus (eigentlich ist der Begriff viel zu schade für diese Art demagogischer Berichterstattung) feiern Bild und Verwandte kommerzielle Erfolge und behaupten sich seit Jahrzehnten am Markt. Auch in anderen Ländern sind solche "Meinungsführer" erfolgreich. Offenbar entsprechen sie dem Bedürfnis der Masse von Mitbürgern, die gemachte Meinungen übernehmen statt sich selber welche zu bilden. "Was die Masse scheinbar denkt, muss doch richtig sein.." Irgendetws wird schon dran sein" - so schlußfolgert der meinungsdefiziente Bürger oft. Und das ist nicht nur bei der Bildzeitung so. Was in der Zeitung erscheint, was im Rundfunk gesagt wird, das muss doch wahr und richtig sein, meinen selbst besser gebildete Mitmenschen. Welche Verantwortung lastet da auf den Schultern von Journalisten, wenn sie ihren Job ernst nehmen!! Abre auch welches Potentiela für Meinungsmacher!
Als ich mich vor etlichen Jahren in den Anfängen von Umweltschutzpolitik im Kölner Raum engagiert habe, haben wir durchaus den meinungsbildenden Impakt der Medien genutzt um unsere Botschaft über Waschmittel, A ltpapier, Zubetonierung der Landschaft, Industrieabgase u.v.m. unters Volk zu bringen. Der gute Draht zum WDR, zur Kölner Stadtanzeiger und anderen half, sehr erfolgreich die "Massen" in unserem Sinne zu "manipulieren".
Wallrafs Kampf (ich habe ihn hautnah erlebt) gegen Demagogie berührte die Boulevarblatt-Leser wohl nur wenig damals. Sie lasen weiter, lesen immer noch und wundern sich über Entwicklungen in unserer Gesellschaft und Politik,, die möglich werden, wenn man sich keine eigene Meinung bildet, sonder geBILDet wird.
Ich gestehe, ich habe noch NIE eine BILD-Zeitung gelesen. Meine Abneigung gegen große reißerische Überschriften und kleiner Inhalt ist zu groß.
Hi Eric, die Aktion ist mir auch bekannt. Mir ist sie nur zu still. Das Dreckblatt in die Gosse flattern lassen, wäre einfach eine schönere Performence ... Vor allem: sichtbar.
Es gibt da ein Lied, woran ich immer denke, wenn der Name Bildzeitung auftaucht....Angst, Hass, Titten und der Wetterbericht. Für mich war und ist die Zeitung nicht mehr. Die Ärzte haben recht damit, da können auch die schönen Werbebanner der Prominenten nichts mehr ausmachen.
Schon längst hingeschickt....innerhalb der campact Aktion
Bild soll alle Haushalte ausgeliefert werden. An alle? Nein, da gibt es noch ein paar selbst denkende Menschen, die sich dagegen wehren:
http://www.innup.de/Sticker-Gegen-Bild_Verteilung
http://campact.de/bild/info/5min
http://alle-gegen-bild.de/
Selber denken und handeln macht Spaß.
Einen schönen & hoffentlich selbstbestimmten Tag wünscht
Eric
Ich kann über die regionale BILD nicht meckern. Meine Erfahrung mit ihrer Recherchearbeit ist die, dass sie handwerklich sauber arbeiten. Die Verpackung danach In Form der Bebilderung ist Geschmackssache, die Überschriften auch.
Ich lese BILD nur anlassweise, denke, dass man mit ihr rechnen muss und sich der Wirkung, die sie erzeugt, bewusst machen muss. Die Zeitung muss der Zielgruppe schmecken und das sind mutmaßlich nicht wir hier. Insofern würde ich weder das Schmuddelblatt, noch Anwalt des Volkes unterschreiben.
Organ der Nationalen Volksverblödung.
Wenn die zu ihrem Jubiläum ihr Wurstblatt kostenlos verteilen, sollten es alle zum Flugblatt machen: Zurück auf die Straße!
Könnte man ja so eine neumodische Netzwerk-Aktion machen: Um 17 Uhr werfen alle "ihre" BILD aus dem Fenster!
Wie man als Verlag, zumal, wenn es sich um den von Herrn Springer handelt, zu Geld aus den Taschen der ohnehin vom Fernsehen desorientierten Massen kommt, beschreibt Humberto Eco in seinem Roman: "Das Faucaultsche Pendel" sehr anschaulich.
Bei aller Schmähung der "Bild-Zeitung" darf man die vielen Millionen nicht vergessen, die ihre Bildung auf die Lektüre von "Stern" und "Spiegel" gründen.
Zu erwähnen wäre noch das "Deppen-Fachblatt", der "Focus"!
Kurz und prägnant, HaLLunke, aber ist die Auflagenhöhe so zu erklären?
Offenbar gibt es für sehr viele noch einige andere Inhalte, denn für Geschwätz, Geschwätz, Titten und den Wetterbericht gibt es ja noch die "Blitzillu" und verwandte Blätter.
N I C H T S !!! denn sie besteht aus .... Angst, Hass, Titten und dem Wetterbericht.
Leider oder Gott sei Dank, ich bin mir da nicht sicher, haben die Macher dieses Blattes den Daumen wirklich auf der Volksseele, es ist ein Schmuddelblatt und gleichzeitig der "Anwalt des Volkes".
Selbst der verbreitete Begriff "Maurerbibel" spielt nicht mehr, da in modernen und toleranten Presseschauen zumindest erwähnt wird, womit das Blatt titelt.
Mir fiel kürzlich auf, dass eine "seriöse" Zeitung, wie die "Zeit" in den Kolumnen immer mit einem kleinen, aber deutlich hörbaren "Staubentfernungs-Puster" zitiert wird. Vielleicht ändert sich da auch was, ob zum besseren, wage ich nicht zu beurteilen.
«Heute lesen, was morgen Meinung ist» - weil wir sie machen. Es sage nun einer, die Macher von der Zeitung mit den grossen Lettern und den vielen Bildern hätten es nicht vorsorglich gesagt. Alle sind folglich hinreichend im Bilde, um Bild zu lesen oder nicht.
Egal, ob Bild oder The Sun, schlage ich sie auf, schaue ich meist in die Mündung einer Pistole oder in die menschlichen Abgründe eines Promis.
Vielleicht ist alles aber auch viel banaler: Die Leute sind der wolgesetzten Sonntagsreden ihrer Politiker müde geworden, glauben weniger den traditionnellen Medien, weil sie hinter diesen die Absicht der Manipulation vermuten. So werden sie letztlich manipuliert, mit einfachen, polarisierenden Wahrheiten. Die eigentliche Befindlichkeit schreit nach Schuldigen, nach Subjekten, auf die ich meine eigene Unvollkommenheit projizieren kann, auf sie einschlagen kann. Ein Popanz muss her, und Bild liefert ihn uns.
Warum nur auf Bild einschlagen - in Tschechien heisst das Konzept «Blesk» (Blitz) und auf der Insel «The Sun», aber das sagte ich schon.
Das Dumme an dieser „Zeitung“ ist, dass sie meistens recht unterhaltsam ist. Das ist, glaube ich, das Geheimnis, dass die Themensetzung ganz oft den Nerv der Masse trifft. Auch wenn man sich oft ärgert und aufregt, was die BILD-Macher so alles unters Volk bringen. Das muss man ihnen lassen.
Schlimm fand und finde ich zum Beispiel die Hetze der BILD gegen Griechenland und die Griechen, die nun auch schon seit über zwei Jahren immer und immer wieder den Leuten aufgetischt wird. Das ist ganz übel. Dann hat es mich gewundert, dass die Zeitung so hart und konsequent gegen Christian Wulff angeschrieben hat, nachdem sie ihn Jahrelang mit schönen Home Stories aufgebaut hat. Man fragt sich, welche Motive dahinter gestanden haben. An Guttenberg haben die Macher bis zum Ende und darüber hinaus festgehalten.
Bedenklich finde ich, welche Macht diese Zeitung zum Beispiel auch im Sport hat. Sicher überlegen es sich die Fußball-Promis drei Mal, ob sie ein Interview mit der BILD ablehnen. Gegen die Zeitung am Ball bleiben, dürfte schwierig sein.
Also wenn sie mich fragen... Schmuddelblatt mit Funktion. Herausgegeben vom Axel Springer Verlag ist es bestimmt kein Blatt das uns Bildung beibringen soll - Bild Dir eine Meinung. Ich erinnere mich noch recht gut an die ersten Jahre der Bildzeitung in den neuen Bundesländern und seine schlecht gesicherten Zeitungsautomaten, die zum "geistigen Diebstahl" einluden und so der Konkurrenz das Wasser abgruben. Fragte man damals jemand ob er Bildzeitung liest, erntete man böse Blicke oder teilweise lauten Protest. Heute gilt es zum guten Ton bild-informiert zu sein. Schade, das ich nicht lesen kann und von den bunten Bildern Kopfweh bekomme. Sie treffen in einer suggerierten Welt auf den Nerv unser Urinstinkte.
Wenn ich die Praktiken von bild so betrachte, stellt sich für mich die Frage, ob Nach-Richten nicht auch etwas mit Hin-Richten zu haben. Von journalistisch gut gemachten Beiträgen, sind sie oft meilenweit, ins Niveaulose tendierend, entfernt.
Scheinbar haben dieses "Erfolgsrezept" aber auch Medien für sich entdeckt und bemühen sich ehrlichen Herzens Schritt zu halten. Leider sieht es neuerdings schlecht für BILD aus, die Verkaufszahlen sinken. "Stellt Euch vor, da werden BILD-Zeitungen (wieder) verschenkt und keiner will sie mehr haben" Diesem Augenblick sehe ich optimistisch entgegen, denn selbst zum Einwickeln, ist sie nicht zu verwenden, weil sie durch die Farben kontaminiert ist.
Fazit, wer Augen hat zum Sehen und Ohren zum Hören, kann sich diese Investition sparen. Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit. Mike