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meinFIGARO-Redakteur 30. Juli 2012 · 23:49 Uhr 1104 mal aufgerufen
Kategorie: Das Interaktive Magazin

Was ist für Sie Kunst?

Zur Kultur der Menschwerdung gehört auch der künstlerische Ausdruck, sei es in der Musik, in der bildenden Kunst oder in vielen anderen Formen. In den Jahrtausenden hat das Kunstverständnis immer wieder große Wandlungen vollzogen. Aus einfachen Kunstwerken wurden immer komplexere, bis man sich dann wieder auf die Einfachheit berief und sie zelebrierte.

Die Vielfältigkeit der Kunst ist heute unüberschaubar. Sie bezieht sich auf die Vergangenheit oder verstößt gegen ästhetische Normen, sie ist vergeistigt oder urständig, spricht die Emotionen an oder den Intellekt, ist gefällig oder provokant. Immer zielt die Kunst auf den Menschen, möchte, dass er sich mit ihr auseinandersetzt. Doch erreicht sie ihn auch immer?

Auf der derzeit stattfindenden dOCUMENTA (13) kann die Vielfalt zeitgenössischer Kunst betrachtet werden. So manches Mal stehen Besucher dort bestimmt auch ratlos vor einem Kunstwerk, können es nicht verstehen. Bei Alten Meistern ist es jedoch oft nicht anders: Zwar kann man die ästhetische Komponente schätzen, doch die ikonografische Bedeutung erschließt sich nur Eingeweihten und Fachleuten. Bei Street Art wie Graffiti ist es ebenso, hier wird nicht selten sogar der Kunstgehalt gänzlich in Frage gestellt.

Was ist also Kunst? In der meinFIGARO-Community wurde in einem (auch diese Sendungen inspirierenden) Beitrag ja schon über das Verhältnis von Kunst und Können diskutiert. Schnell ging es auch um andere Fragen: Welche Rolle spielt die Intention, das Genie, welche die Freiheit - ab wann wird etwas überhaupt zum Kunstwerk und der Schöpfer zum Künstler?

Fest steht, dass die Kunst untrennbar zu unserem Leben gehört - und sei es nur als Handwerkskunst oder Lebenskunst. Dabei können aber nur die wenigsten die Frage genau beantworten, was Kunst überhaupt ist. Wir möchten diese Frage daher gerne an Sie weiter geben!

Ist das Kunst oder kann das weg?
Was ist für Sie Kunst - und was nicht? Welche Rolle spielen Handwerk, Inspiration, die Gesellschaft und vielleicht auch Genialität in der Kunst? Und welche das Geld und der "Marktwert"? Können Sie etwas mit zeitgenössischer Kunst anfangen? Welche Kunstwerke schätzen Sie? Kennen Sie Künstler persönlich oder sind vielleicht sogar selbst kreativ? Woran erkennt man einen "richtigen" Künstler? Muss man Kunst immer verstehen oder kann man Kunst manchmal auch nur fühlen? Und was ist Kitsch?

Schreiben Sie uns!

Schwerpunkt-Thema der meinFIGARO-Sendung am Samstag, 4. August 2012, 13:00-16:00 Uhr.

Tipp: Vom 2. bis 6. August findet in Chemnitz die "Art Session 2012" statt, initiiert durch Kreative der meinFIGARO-Community. Wir freuen uns natürlich sehr, wenn aus virtuellen auch reale Begegnungen werden - und noch mehr, wenn dabei auch noch Kunst entsteht! MDR FIGARO begleitet die Art Session und lauscht für die meinFIGARO-Sendung direkt in die Atelierräume.

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werner-f 28. August 2012 · 22:57 Uhr

ich vermute, dass kunst der versuch des menschen ist, sich selbst in dem von ihm geschaffenen werk spiegeln zu können sowie der wunsch nach unsterblichkeit!

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magentis1984 11. August 2012 · 10:12 Uhr

Interessanter Satz!

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Rimapu 11. August 2012 · 00:44 Uhr

Kunst ist dann, wenn ich es als solche empfinde.

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bettinabauch 08. August 2012 · 13:04 Uhr

@Rachel, da könnte wohl was dran sein :-)

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userin 07. August 2012 · 22:59 Uhr

Ja.

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Rachel_Gehlhoff_FIGARO 07. August 2012 · 22:43 Uhr

... ist vielleicht verwirrung der anfang aller kunst ?
das creative chaos ?

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bettinabauch 07. August 2012 · 12:58 Uhr

Oder sind gar beide untrennbar?
Und schon wären wir wieder bei den Hirnhälften :-)

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bettinabauch 07. August 2012 · 12:52 Uhr

Oder wars doch die Kunst?

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bettinabauch 07. August 2012 · 12:51 Uhr

Ich würde meinen, der Künstler .-)

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Rimapu 07. August 2012 · 00:54 Uhr

Mal nachgefragt, war zuerst die Kunst da oder die Künstlerin / der Künstler ?

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bettinabauch 06. August 2012 · 15:15 Uhr

Links wie rechts.

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bettinabauch 06. August 2012 · 15:14 Uhr

Also, eure Antworten stiften Wirrwar in meinem Hirn :-)

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Rachel_Gehlhoff_FIGARO 05. August 2012 · 15:55 Uhr

@hirnhälften

... vielleicht hab ich ja auch die hirnhälften getauscht ...als kunstspiel...natürlich ganz unabsichtlich...
wie aus versehen , im vorbeigehen...

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acrobat 05. August 2012 · 15:43 Uhr

@bettinabauch
Herr wirf Hirn vom Himmel. Hab ich das etwa in die falsche Hirnhälfte bekommen, was er sagte? Wie wird mir...

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bettinabauch 05. August 2012 · 15:29 Uhr

Soviel ich weiß, steht aber die rechte Häfte für Kreativität... Die linke steht mehr fürs Technische...
Vielleicht meinte der Fachmann auch nur, dass man auch die ausführende linke braucht, um die Ideen der künstlerischen rechten verarbeiten zu können.
Mit energiearmen Hirnhälften muss man sich im Übrigen nicht abfinden. Die Hälften können leicht aktiviert und symetrisch ausgeglichen werden.

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acrobat 05. August 2012 · 15:11 Uhr

@bettinabauch
Es stand gestern die These im Raum, dass die linke Hirnhälfte eines Kreativen wohl etwas vitaler sei als die eines Nichtkreativen (das meinte ein Gesprächspartner von R. Gehlhoff, wenn ich ihn richtig verstanden habe) Die abhanden gekommenen Hirnhälften geisterten dann durch den Blog *kicher*

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bettinabauch 05. August 2012 · 14:52 Uhr

Ich lese hier immer wieder "linke Hirnhälfte". Ist für künstlerische Kreativität jetzt plötzlich nicht mehr die rechte zuständig?

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acrobat 05. August 2012 · 05:06 Uhr

...und schon ist die nächtliche Fledermaus wieder raus, schwupp, aus...;-)

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acrobat 05. August 2012 · 05:04 Uhr

Ich muss leider enttäuschen, liebe @Lauramarie.
Meine Frau wird hier nicht auftauchen. Sie macht gerade eine Internetdiät. Hat sie von ihrer Freundin, ich glaube, die heißt Brigitte oder so (kenne sie nicht weiter, ist für mich ein unbeschriebenes Blatt).

Eine Internetdiät, wieder so was Neumodisches, was lassen sie sich nicht alles einfallen, diese Weibchen - tztztztz. Aber bezüglich unseres Intimgespräches hier und die Gewähr, dass es unter Männern bleibt, also nicht nach außen dringt, kommt mir diese Diät gerade recht.

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acrobat 05. August 2012 · 04:17 Uhr

Oh, andere Nachtschwärmer waren auch hier, man amüsierte sich, aha, so so,

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acrobat 05. August 2012 · 04:15 Uhr

Kunst

ist alles

zu lieben
zu leben
zu verstehen
zu reden
zu können
zu fühlen
zu handeln

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acrobat 05. August 2012 · 04:13 Uhr

Ein Nachtschwärmer flattert herein und will noch etwas auflösen:

Kunst ist
zugleich alles

sie und ihn zu lieben
dies- und jenseits zu leben
jeden und keinen zu verstehen
wahr und unwahr zu reden
alles und nichts zu können
kalt und warm zu fühlen
recht und unrecht zu handeln


Er nimmt eine Schere und zerteilt den Vorhang...

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exUser 05. August 2012 · 02:25 Uhr

Hihi! - liebe @Lauramarie! Was heißt hier "intim".......?
Meine Regierung darf alles lesen, was ich hier verbal so ablasse - wie es in einer Politik demokratischer Art üblich ist (?)...... Aber sie will einfach nicht! - und zwingen kann und will ich sie nicht. Ab und zu kriege ich dennoch zu hören, dass ich mich hier nicht zum Äppel machen soll. (Da hat sie ja vielleicht recht und meint es sogar gut mit mir.....)
Auf der morgigen Fahrt in den Urlaub werden wir die "Kunst des Dialogs" wieder üben. Bis bald, liebe Kunstfreunde! ;-)

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Lauramarie 05. August 2012 · 00:41 Uhr

Da ein fast intimes " Gespräch" hier öffentlich gemacht wurde, gestehe ich, es gelesen und mich sehr amüsiert zu haben.
Wunderbare Momente vom Kennenlernen, Immernochlieben und Beraten....von Mann zu Mann.....
Lasst das Geschriebene hier doch Eure Frauen auch lesen!
Und seid gespannt auf ihre Reaktionen @musicandus, @acroboat

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acrobat 04. August 2012 · 21:18 Uhr

@musicandus

Ich verneige mich scheinbar devot, in Wahrheit jedoch diabolisch, werfe meinen Rock mit Schwung vor, alsdann hinter mir und wünsche dem Paar schöne Stunden. Allen, die Zeugen dieser Lektion in der der Kunst des Verführens wurden, sei ebenso eine wunderschöne Nacht beschieden.

Grüßchen

an alle

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exUser 04. August 2012 · 21:08 Uhr

@acrobat

Nun weiß ich endlich, was wahre Kunst ist!........;-)...............Ars amandi!

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acrobat 04. August 2012 · 20:57 Uhr

@musicandus

Ja, ich bin schon mit so mancher Akrobatik aus solchen scheinbar verfahrenen Kisten heraus gekommen (und wieder in diese hinein gelangt).

Mann hilft gern einem Mann, er ist schließlich ein Kämpfer an derselben Front. Da muss man doch zusammenhalten -:)

Noch ein Tipp: Ergreifen Sie nicht die Initiative beim Auffinden des vermissten Kusses. Überlassen Sie es ihr, Ihren Mund zu suchen und zu finden zwischen all Ihren Kissen. Das gibt ihr das Gefühl des Sieges, obwohl es am Ende Ihr Sieg sein wird. Eine Taktik wendet man an, man offenbart sie aber nicht durch voreiliges entlarvendes Verhalten.

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exUser 04. August 2012 · 20:39 Uhr

Nnnnnnneiiiiiinnnnnn! Natürlich nicht "jetzt erst"! ---- bald danach..................!
(Haaach, was für ein Segen, dass man erfahrene Leute an seiner Seite hat! - und wenn es bei meinFigaro ist....:-))))))

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acrobat 04. August 2012 · 20:21 Uhr

@musicandus

Vor fünfzig Jahren der erste Kuss? Und jetzt erst Ihre künftige Frau?

Da habt Ihr euch aber Zeit gelassen, meinen Respekt für soviel Keuschheit. Gab es dennoch Kinder zwischendurch? Sorry, darauf müssen Sie nicht antworten.

Mein Rat unter Männern in dieser brenzligen Situation: Cool bleiben und aus der Sache süffisant Gewinn ziehen. Das ist die Kunst des späten Verführers. Und es klappt, bei jeder, glauben Sie mir.

Also zur Tat: Sagen sie einfach, so nebenbei, ganz so nebenbei (Dabei mit der Fernbedienung spielen und scheinbar nach einem Fernsehsender suchen. Sie darf keinen Argwohn schöpfen): "Schatz, ich habe deinen Kuss nicht vergessen, nur verlegt. Lass ihn uns suchen, fangen wir bei den Betten an?". *grins* Kann ein schöner Abend werden, wie meiner/unserer gestern...

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exUser 04. August 2012 · 19:55 Uhr

Hey! @acrobat - ich kanns nicht fassen! Bist Du Hellseher? Genau heute vor 50 Jahren haben wir uns - meine künftige Frau und ich - den ersten Kuss gegeben. Ungelogen!! - Meine Frau hat dran gedacht..... ich nicht :-(....... Die Frage, die sich hier logischerweise anschließt: Kann man Kunst verlernen....??.......... ;-)

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acrobat 04. August 2012 · 18:55 Uhr

Kunst, ach was!

Was ist schon Kunst? Alles und nichts. Brotloses Los. So winkt mancher Zeitgenosse abgeklärt und gelangweilt bei diesem Thema ab.

Ich wurde eines besseren belehrt in der heutigen Sendung. So lebendig, vielgestaltig, interessant, unterhaltsam kann sie sein - die allgegenwärtige Kunst.

Alles Verstaubte ist wie weggeblasen aus meiner linken Hirnhälfte. Ich sollte mal wieder ein Lied singen. Mein Stimmbruch ist ja seit langem gebrochen. Doch zum Singen gehe ich dann wohl besser in den Wald. *grins*

Einen dankenden, kunstvoll hingehauchten Web-Kuss an die Damen-Mann-Schaft der Sendung. Teilt ihn euch. Auch einen Kuss zu teilen ist Kunst. *blinzel*

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acrobat 04. August 2012 · 18:11 Uhr

Ich habs: Kunst kommt von Küssen. Man muss von der Muse geküßt worden sein, wenn man als Künstler gelten darf

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acrobat 04. August 2012 · 18:03 Uhr

@Santiago

Applaus, ich fühle mich verstanden -:)

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acrobat 04. August 2012 · 17:56 Uhr

Es ist noch die Frage nach dem "Sozialistischen Realismus" offen

Hier mal ein Geschichten dazu, vorsicht das ist kein Kunstwerk, es darf geschmunzelt werden.

Unsere LPG und der „Sozialistische Realismus“

Es ging das Gerücht, in der DDR seien Betriebe dazu verdonnert worden, Werke des „Sozialistischen Realismus“ zu kaufen, da man die im realen Sozialismus einfach nicht loswerden konnte. Auch die LPG unseres Dorfes musste eines Tages in diesen sauren Apfel beißen und zwei Bilder erwerben. Als die Werke eintrafen, wurden sie lange, ratlos und mit allerlei Verrenkungen betrachtet. Wohin mit dem Zeug? Nach einigem Hin und Her kamen die Bauern der Genossenschaft zu einem Beschluss.

Man entschied die Kunstwerke in den Kuhstall gegenüber dem Melkkarussell zu hängen. Das war mit Bauerschläue listig erdacht und völlig unverdächtig, denn gegen Kunst am Arbeitsplatz konnte niemand etwas einwenden. Das diene der Erhöhung der Arbeitsproduktivität, so wurde im Dorf agitiert.

Zur allgemeinen Verblüffung der Bauern stellte sich der propagierte Effekt dann tatsächlich ein. Die Melkzeiten je Tier verkürzten sich drastisch. Die Bauern standen verdutzt im Stall, vor ihren Rindern und vor einem Rätsel. Nun gut, man nahm es hin. Es sei, wie es sei, sprach weise der Vorsitzende. Doch dann zeigte sich ein gravierender Nachteil. Die so gemolkene Milch wurde rasch sauer. Das gefährdete die Versorgung der Bevölkerung. Also mussten die Bilder wieder raus aus dem Stall. Aber ohne Aufsehen, still und heimlich.

Der weise Vorsitzende ließ die Werke in einer Nacht- und Nebelaktion von gedungenen Banausen aus dem Stall entfernen und in der Kantine der LPG aufhängen. Keiner konnte ahnen, was nun kam. Ohne fremde Einwirkung, quasi wie von Zauberhand gemacht, nahmen die Pausenzeiten stetig ab. Niemand mochte mehr als nötig in der Kantine hocken. Die Bauern arbeiteten folglich erheblich mehr und sie wurden über die ungewollte Steigerung ihrer Arbeitsproduktivität sauer. Die Milch hingegen säuerte nicht mehr so schnell, da die Melkzeiten ihr übliches Limit zurück fanden. Die Versorgung der Bevölkerung konnte wieder gesichert werden.

Nachspiel der Provinzposse:

Das Leben im Dorf ging nach all der Aufregung wieder seinen gewohnten sozialistischen Gang. Nicht ganz, denn das ungelöste Rätsel raubte den Bauern alle Ruhe. Führende Veterinäre wurden zur Untersuchung des Falles hinzugezogen. Die Erklärung der Fachleute war simpel. Der Anblick der Bilder hatte bei den Tieren einen gewaltigen Schrecken erzeugt. Dieser nun löste einen riesigen Schub an Angst- und Fluchthormonen aus, der den Kühen augenblicklich wie Sauerampfer in die Euter fuhr. Die Tiere wollten schnell heraus aus dieser für sie unangenehmen Situation und beeilten sich mit der Hergabe ihrer Milch. Das Rätsel der kürzeren Melkzeiten und der sauren Milch war somit gelöst. Als die Bauern dies in der Vollversammlung zu hören bekamen, schweiften ihre Blicke finster - ganz, ganz finster – rüber zur Kantinenwand. Und sie sannen schweigend über die Frage nach: Kann Kunst auch beim Menschen Fluchthormone freisetzen?

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acrobat 04. August 2012 · 17:52 Uhr

@Rachel_Gehlhoff_Figaro

Sorry, daneben getippt. Die linke Hirnhälfte staubte in Bezug auf Musik bei mir gänzlich aus (siehe Beitrag Magentis) -:).

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acrobat 04. August 2012 · 17:50 Uhr

@Doris_Kothe_FIGARO

Danke für die Titelinfo

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Rachel_Gehlhoff_FIGARO 04. August 2012 · 17:50 Uhr

@acrobat

"durch nichts zu brechender schwur" ..... das kann nur die kunst ändern....!!
(und die linke hirnhälfte!!)

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acrobat 04. August 2012 · 17:49 Uhr

@Doris_Kothe_FIGARO

Nee, mitnichten. Die Zuhörer wanden sich wie Würmer - vor Lachen, was die Sache noch mehr zur Folter werden ließ :-)

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Doris_Kothe_FIGARO 04. August 2012 · 17:47 Uhr

15.43 lief The Art of Noise - The Invention Of Love (CD Influence, 2010)

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Karl-Ursus_Marhenke_FIGARO 04. August 2012 · 17:47 Uhr

@Doris Kothe -
Das kann nur jemand schreiben, dem die unmittelbare Erfahrung am eigenen Leib fehlt ;-)

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acrobat 04. August 2012 · 17:43 Uhr

was ist das für ein titel, der gerade läuft?

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Doris_Kothe_FIGARO 04. August 2012 · 17:43 Uhr

@ acrobat
Folter wahrscheinlich nicht nur für den Sänger, sondern auch für die Zuhörer?!

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Rachel_Gehlhoff_FIGARO 04. August 2012 · 17:42 Uhr

@acrobat
danke!! ..- multitasking -inspiration durch mein figaro , die community , die kunst! (dauergespräch....)

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acrobat 04. August 2012 · 17:37 Uhr

Zum Thema „Kunst im öffentlichen Raum“

Kunst kann zur Folter werden. Nämlich, wenn man als Junge im Stimmbruch vor der Klasse im Musikunterricht (was für eine furchtbare Bezeichnung – es steckt das Wort richten darin) ein Lied zu singen hatte. In solchen Augenblicken entstand bei vielen dieser Opfer sicher innerlich ein innbrünstiger, durch nichts zu brechender Schwur: „Nie wieder Lieder“.

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magentis1984 04. August 2012 · 17:18 Uhr

Kunst öffnet wohl auch eingestaubte Hirnareale. Spielt mit den ganzen verschütteten Inspirationen, die Uns Früher mal begleitet haben.

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acrobat 04. August 2012 · 17:09 Uhr

@Rachel_Gehlhoff_Figaro

Nur mal so nebenbei, Sie sind gerade mal wieder ein Beispiel dafür, dass Frauen Multitasking fähig sind. Eine Sendung moderieren und nebenbei user retten, alle Achtung *lächel*

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Rachel_Gehlhoff_FIGARO 04. August 2012 · 17:04 Uhr

@acrobat

ach ja...wir erweitern die frage : ist das kunst - oder ist das rettung!

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acrobat 04. August 2012 · 17:01 Uhr

@Rachel_Gehlhoff_Figaro
Ich, danke für Ihr verbales Halfter und bin - gerettet :-)

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Rachel_Gehlhoff_FIGARO 04. August 2012 · 16:59 Uhr

@acrobat
solange sie nciht schwindelt , also ich meine schwindelig wird,
die linke hirnhälfte , besteht ja noch hoffnung !!-:)

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acrobat 04. August 2012 · 16:56 Uhr

mir schwindet gerade meine linke Hirnhälfte :-)

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Rachel_Gehlhoff_FIGARO 04. August 2012 · 16:49 Uhr

@acrobat

*!*

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acrobat 04. August 2012 · 16:47 Uhr

@Rachel_Gehlhoff_Figaro

Also: web damit *blinzel*

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acrobat 04. August 2012 · 16:45 Uhr

@Joergen
"Kunst macht Dinge sichtbar" und erweitert die Wahrnehmung des Betrachters..
Dazu kann ich ein kleines merkwürdiges Erlebnis beisteuern (im Sinne von: der Merkens würdig):

Der Tod einer Fliege

Auf den Tisch, an dem ich saß, flog eine Fliege. Sie setzte sich, putzte ihre Vorderfüße und fiel danach von jetzt auf gleich tot um. Dieses unscheinbare Ereignis berührte mich sehr stark. Was ist schon der Tod einer kleinen Fliege im Universum, mag man denken? Doch für mich war diese Zeugenschaft für ein kleines unscheinbares Sterben - so ganz nebenher - ein grandioses Ereignis. Der flüchtige Moment vor meinen Augen bescherte mir das Kunststück der Natur, mit Macht in Sein und Nichtsein einzugreifen.

Der größte aller Künstler ist die Natur. Sie vermag es, Erstaunen, Ergriffenheit und Ergebenheit zu erzeugen, unerwartet, unvermutet, unablässig. So kann die Natur mit göttlicher Kunst in einem kleinen Moment der Wirklichkeit tiefe Gefühle erzeugen und diese in die lebenslange Erinnerung eines Menschen transferieren.

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Rachel_Gehlhoff_FIGARO 04. August 2012 · 16:45 Uhr

@acrobat

"Ist Werbung Kunst? Wenn ja, dann wäre das VVerbwerk."

stimmt! oder web-werk-.)

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acrobat 04. August 2012 · 16:27 Uhr

@Rachel_Gehlhoff_Figaro

Ich dachte an Poeten oder Sänger. Die einen arbeiten mit dem Wortwerk und die anderen mit dem Mundwerk.
Ja, Zustimmung. Sei ein Künstler und sprich darüber. Doch über Kunst zu sprechen ist auch schon wieder eine Kunst für sich.
Ist Werbung Kunst? Wenn ja, dann wäre das VVerbwerk.
Apropos "sprechen", sprechen wir in der Sendung auch über den "Sozialistischen Realismus"?

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Joergen 04. August 2012 · 16:05 Uhr

Immer schon Schwer,
aber ich denke:
Kunst macht Dinge sichtbar, sie sollte die Wahrnehmbarkeit des Betrachters und des Schaffenden erweitern. Uns auf die Sprünge helfen.
Dies kann über verschiedenste Möglichkeiten geschehen: Idee, Handwerk, Lebensentwurf , usw.
Spannend ist derzeit, dass die Kunst wieder sehr nahe an den Mensch herantritt , um an Politik, Umwelt usw. teilzunehmen.

Liebe Grüße, Jörg!

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Rachel_Gehlhoff_FIGARO 04. August 2012 · 16:02 Uhr

@acrobat:

nach dem motto :

sei ein künstler, und sprich über deine kunst (werke) ? (werbung)

über street art sprechen wir auch noch , bei mein figaro heute...

über kunst im öffentlichen raum - und über werbung ...

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lesespaten 04. August 2012 · 16:00 Uhr

Kunst sollte ein Unikat sein, was sie vom Design abgrenzt.
Ein Künstler sollte Natur und Gesellschaft mit seinem individuellen Blick aus der Distanz betrachten
und andere an den Ergebnissen teilhaben lassen.

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acrobat 04. August 2012 · 15:39 Uhr

@magentis 1984
...oder das "Mundwerk des Künstlers" :-)

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magentis1984 04. August 2012 · 15:21 Uhr

Oder ist Kunst ganz einfach "das Handwerk der Künstler"? Könnte es so einfach sein?

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PianoPerlhuhn 04. August 2012 · 15:15 Uhr

wo wir grade bei Glenn Gould sind....
es gibt da nämlich eine schöne Anekdote von ihm, die auch heute in die Sendung passt, wo wir ja son bisschen die Definitionsgrenzen von Kunst versuchen auszuloten:
Als er in jungen Jahren Mozart geübt hat, kam sein Kindermädchen ins Zimmer und hat angefangen staubzusaugen. Diese Klangkulisse, dieser "sound" hat sich dann so sehr bei ihm fixiert, dass er Mozart nie wieder ohne Staubsauger spielen wollte.
http://www.youtube.com/watch?v=v4AKwnACqlw
EINDEUTIG KUNST.

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Glennn1953 04. August 2012 · 11:01 Uhr

Bei Kunst denke ich zunächst an Glenn Gould und die Goldbergvariationen.
Das hat was mit Können zu tun, denn so viel ich auch übe, da komme ich nicht hin (ganz zu schweigen vom Komponieren...), und das geht sicher den Meisten so.....
Das reicht aber nicht, denn die Meisten können auch nicht den Nanga Parbat besteigen...
Zweiter Versuch: es bewegt und oder berauscht/betört mich (oder einige oder viele).
Das reicht auch noch nicht, denn bewegende Momente (Gänsehaut) erlebe ich auch im Fußballstadion...
Wie wärs dann - immer als add on gemeint - mit Wiederholbarkeit, also ich kann Glenns Goldbergvariationen immer wieder hören und entdecke Neues, werde berauscht und bewegt....
Da wird jetzt die Luft schon dünner, denn Sportmomente sind in der Aufzeichung oder gar Wiederholung eher langweilig...
Weiter: oft bin ich einfach wunschlos glücklich, wenn Kunst mich trifft.....
Und ja: mich trifft meint, ich bin tatsächlich gemeint, von dem künstlerischen Ereignis, und zwar in aller Tiefe und Breite, intellektuell und emotional, mit Herz und Hand und Verstand....
Und wenn das nicht nur mir so geht sondern mehreren od gar vielen aus unserem "Kulturkreis", dann entsteht der gesellschaftliche Konsens zu sagen: das ist Kunst.
So, jetzt bin ich mit dem Text zufrieden.

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acrobat 03. August 2012 · 22:11 Uhr

Kunst im Augenblick

Der erste unvermutete Blick meiner Frau in einer Leipziger Straßenbahn, mit dem sie mich einst in sich verliebte, war ein Kunstwerk. Niemals ließ er mich los. Seit dem ist er immer bei und in mir, wenn ich meiner Liebsten berufsbedingt fern sein muss. Auch ruht er stets auf mir, wenn mich ihre Nähe behütet und beschützt. Oft noch sah ich später begehrende Blicke von Frauen. Doch es waren nur liebesuntaugliche Plagiate. Sie wurden niemals eine Gefahr für das Kunstwerk dieses ersten Augenblicks und die Liebe, die es bei mir in der Straßenbahn hervor zauberte.

Erblickt ihr Blick meinen Blick wohl heute mit derselben augenblicklichen Erinnerung von damals? Erlebt sie meine Gefühle für sich ebenso? Ich sollte sie danach fragen. Wir sahen uns lange nicht. Gleich, heute Abend, gehen wir aus. Ich werde es tun, ich werde sie danach fragen. Wie freu ich mich darauf, mich beim Tanz unter ihrem Lidschlag mit meinen Blicken erneut zu verlieben, mich darunter angenommen, verstanden, geborgen und geliebt zu fühlen. Und dabei zu tanzen, zu tanzen, zu tanzen…

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acrobat 03. August 2012 · 20:04 Uhr

Kunst ist Sein
im Widerspruch

bös lieb zu sein
arm reich zu sein
klein groß zu sein
klug dumm zu sein
lebendig tot zu sein
hungrig satt zu sein
traurig froh zu sein

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acrobat 03. August 2012 · 20:01 Uhr

Kunst ist Macht, denn sie
macht Unmögliches möglich

nahtlos zu nähen
farblos zu färben
kopflos zu köpfen
tonlos zu tönen
endlos zu enden
zweifellos zu zweifeln
leblos zu leben
kampflos zu kämpfen
sorglos zu sorgen
grundlos zu gründen
lieblos zu lieben
strandlos zu stranden

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acrobat 03. August 2012 · 16:51 Uhr

Kunst ist
zugleich alles

sie und ihn zu lieben
dies- und jenseits zu leben
jeden und keinen zu verstehen
wahr und unwahr zu reden
alles und nichts zu können
kalt und warm zu fühlen
recht und unrecht zu handeln

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exUser 03. August 2012 · 10:18 Uhr

Es ist müßig zu fragen, was Kunst ist. Das spürt man.
Ein Kunstwerk kann nur einen Augenblick lang sein.
Ein Kunstwerk kann eine Begleitung sein für die Ewigkeit.
Es kann allumfassend sein oder nur einen Augenblick der Begegnung mit einem Werk. Beim Vorübergehen. Beim Stehenbleiben. Beim Hinhören. Beim Nachfühlen.
Ein Kunstwerk kann bloß einen Menschen berühren oder die ganze Menschheit.
Wenn ich auf die Suche nach Kunst gehen muß, werde ich unfrei, kunst-un-frei.

Alles im Leben ist Kunst. Manches muß bloß nicht in jedem Fall für die Nachwelt erhalten bleiben und sollte nicht mit von zu erwartenden monetären Vorzügen begleitet sein.
Wie gesagt, dann wird Kunst unfrei.
Oft verbinden wir zu sehr den Blick auf ein Kunstwerk mit dem Gedanken an den Künstler. Und so rückt mit der Zeit dessen Bedeutung in den Vordergrund.

Aber ewig bleibt bloß das Werk.

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rotelocke 03. August 2012 · 02:56 Uhr

hmm .. wenn ich mir meinen sohn ansehe und jetzt meinen enkel . habe ich nicht das gefühl, etwas von mir ist in ihnen und ich lebe damit .... länger :)) ....
diesen gedanken fand ich immer etwas befremdlich . vielleicht weil ich mir nicht vorstellen kann, tot zu sein nach dem tod ..

ich kenne ........ >und dann schaut man ein wenig stolz auf das fertige Ergebnis und hofft heimlich, dass sie ein wenig von der eigenen Idee weitertragen < ....

das ist aber ein etwas anderes sein . es ist die idee von etwas . nicht ich selbst

ich glaube, ein künstler macht sein werk . weil er das werk machen möchte bis muss ..
er denkt nicht an die ewigkeit ......
erst später . wenn sich alle darum scharen und reden :)) und die grossartigkeiten bemerkt werden .........
wenn der künstler narzistisch begabt ist . ist die möglichkeit der unsterblichkeit in seinen gedanken sicher ..

jetzt werden sie sagen . sind künstler nicht alle etwas narzistisch .. ??

ein paar sind es sicherlich . man muss anders sein, um anderes sehen und schaffen zu können .. man muss nicht narzist sein

ja .. die realität entfernt uns immer mehr vom ideal und bringt uns der realität näher :)

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Olaf_Parusel_FIGARO 03. August 2012 · 02:17 Uhr

@rotelocke Im Tun selbst vergisst man als Künstler die Zeit und schafft so außerhalb des Zeitlichen. Wenn man so will, als Bestandteil der Ewigkeit. Ein erhabenes, süchtig machendes Gefühl.

Das Andere ist dann das geschaffene Kunstwerk. Natürlich ist es nicht für die Ewigkeit, nichts hält so lange und kaum ein Kunstwerk überdauert im Bewusstsein der Menschen allein schon ein paar Jahrhunderte.

Ein wenig ist die kreative Schöpfung des Künstlers, wie Kinder zu zeugen. Man begleitet sie ein wenig, formt sie und gibt ihnen das Rüstzeug und eine Vorstellung von der Welt mit - und dann schaut man ein wenig stolz auf das fertige Ergebnis und hofft heimlich, dass sie ein wenig von der eigenen Idee weitertragen.

Aber sicherheitshalber: Ich schreibe hier von einem Ideal, dem man sich nähern will. Leider, leider ist die Realität zumeist anders.

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rotelocke 03. August 2012 · 01:57 Uhr

@Olaf_Parusel_FIGARO .. glauben sie, dass der künstler oder werauchimmer gerade an einem tun arbeitet, daran denk, es für die ewigkeit machen ??

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almaviva 02. August 2012 · 10:47 Uhr

Ich glaube, dass wir das kurze Stück Weg, welches uns in diesem "Jammertal" zurückzulegen beschieden ist, nicht besser ausfüllen kann, als mit Kreativität. Schöpferisches Handeln ist nicht zuletzt auch der Versuch, Gott etwas ähnlicher zu werden.

Wir freuen uns alle sehr auf die Figaro Art Session 2012!

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Olaf_Parusel_FIGARO 02. August 2012 · 03:05 Uhr

@almaviva "Denn alle Kunst will Ewigkeit" - die kurze Spanne irdischer Existenz durch Schöpfungen verlängern, um nicht der allzu schnellen Vergessenheit anheimzufallen.

Denn wer würde sonst noch von Dante, Bach, William Blake, Rodin oder Rothko sprechen? Das ist zumindest eine Motivation für den Künstler.

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Hans 01. August 2012 · 03:29 Uhr

Ja, Kunst ist schon etwas Individuelles. Sie weckt Assoziationen, Erinnerungen, Vorstellungen, Gefühle u.v.m. - aber nicht bei jedem, und nicht immer in gleicher Weise. Aber das Grundlegende, was anspricht, läßt sich nicht selten in einem Kunstwerk ausmachen: der Goldene Schnitt, trickreiche räumliche Darstellung, Farbkombinationen, Arrangements von musikalischen Motiven usw. Ich versuche, auch in Kunstwerken, die mich nicht emotional ansprechen, so etwas zu finden, um ihren Kunstcharakter zu verstehen.

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rotelocke 01. August 2012 · 03:17 Uhr

kunst ist ....
wie mein sohn einmal mit ca 13jahren sagte, das ist das, was jeder mensch auf der ganzen welt versteht .

für mich ist es noch immer die gestaltung eines philosophischen gedankens . und das kann auch ein form- und farbenspiel sein.
es berührt . es sagt aus . es nimmt mich mit . und es bleibt bei mir . es möchte, dass ich es betrachte, lese, höre .. und man sich immerwieder daran erfreuen oder erschauern . wie wenn man einem guten freund begegnet ...

und es ist geschmacksache . das ist wohl das private .

manchmal nimmt mich die handarbeit mit .. obwohl mir das motiv nicht gefällt
manchmal ist es die idee . die mich aufmerken und lächeln lässt
manchmal ist es die ahnungslosigkeit . bei der ich vermute, dass ich nur die sprache nicht verstehe . die berührung bleibt und die lust am betrachten

bei kunst, denke ich meist in bildern oder skulpturen . weniger an bücher oder musik oder architektur . wärend ich da viel klarer trenne was mir gefällt und was mir nicht gefällt

und manchmal . da trenne ich kunst nicht von alltag nicht von handwerk . weil es mir nicht wichtig ist
ich glaube, kunst ist nicht gleich erkennbar . es lässt sich erst kennenlernen, um es zu schätzen und das ist ein persönlicher vorgang

manche kunst ist wie eine temporäre datei . manche für die ewigkeit

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Hans 01. August 2012 · 02:57 Uhr

Schon immer versuchte der Mensch, und das unterscheidet ihn von Tieren, auch von den ihm sehr nahestehenden anderen Primaten, sich mit seiner Umwelt intellektuell auseinanderzusetzen, Die Vorsokratiker führten die Naturphilosophie indiesem Zusammenhnag zu einem Höhepunkt. Der Brockhaus: schreibt dazu "Die Naturphilosophie umfasst die Versuche der Menschen, mit den Mitteln der philosophischen Besinnung die Natur in ihrer Ganzheit zu erfassen. In der Urzeit im Mythos eingebettet, war sie dann im Abendland jahrhundertelang engstens mit der fortschreitenden empirischen Naturerkenntnis verknüpft, bis dieses sich als Naturwissenschaft von ihr löste..."
Gleichzeitig, und diese Anfänge reichen weit zurück, versuchte der Mensch in seiner Auseinandersetzung mit der Natur, diese zu imitieren, nachzubilden, in Farben, Formen, Tönen, die er oder eine Gruppe als „schön“, „ästhetisch wertvoll“ empfand. Diesen sehr weit gefassten Kunstbegriff engt man aber gewöhnlich doch ein, indem ganz besondere Fertigkeiten, großes handwerkliches Geschick vom Künstler erwartet werden. Alle diese Maßstäbe unterliegen erheblichen Schwankungen in ihrer Akzeptanz, sofort oder aber auch über längere Zeiträume. Viele inzwischen hochgeschätzte Künstler fingen klein an, verkannt, angefeindet, politisch verfolgt. Soviel künstlerische Freiheit wie heute über eine so lange Zeit hat es in der Menschheitsgeschichte selten gegeben .

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exUser 01. August 2012 · 01:45 Uhr

Na ja, @almaviva, auf die "Venus von Willendorf" wäre ich jetzt nicht gekommen, wenn es um die Modelle in Werbung und Mode gegangen wäre.......(Mode und Werbung ist ja schließlich doch auch wohl Kunst).
Aktmalerei, Aktfotografie und -plastik ist da ein gesondertes Kapitel (oder nicht?) in ihren Erscheinungsbildern des Naturalismus oder dessen Abstraktionsmöglichkeiten.... Da spielen wohl gelegentlich andere "Gesichts"punkte eine Rolle. Aber vielleicht sollten wir uns hier eher mit Kunst allgemein beschäftigen und nicht mit diesem immer wieder vielbeachteten Spezialgebiet........;-)

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almaviva 31. Juli 2012 · 23:34 Uhr

Lassen Sie uns in diesem Blog ausnahmsweise mal nicht in das desolate Bildungssystem der BRD abgleiten, Olaf_Parusel, es würde langweilig und allgemein.
Genau das ist der Punkt, irgendwann wurde zum ersten mal ein Ding gemacht, welches nicht zum alltäglichen Gebrauch, also zum "Benutzen" gemacht ward. Man darf bei dem Ganzen nicht vergessen, dass der Schöpfer der "Venus von Willendorf" ein Material gewählt hat, welches sich, erstens nicht ganz leicht bearbeiten läßt, ich hab's ausprobiert, und zweitens war der Künstler der Meinung, dass er etwas schafft, was über ihn hinaus seine Wirkung zeitigt. Womit er ja in jeder Beziehung recht hatte.

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yvokiwi 31. Juli 2012 · 23:31 Uhr

yep. Kunst ist etwas höchst Privates, völlig Subjektives und eine möglicherweise zweifelhafte Geldanlage.

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Olaf_Parusel_FIGARO 31. Juli 2012 · 23:10 Uhr

@ yvokiwi Sehe ich auch so. Meinen Kindern habe ich beizubringen versucht, dass sich Kunst nicht immer erschließen MUSS. Nur weil vermeintliche Fachleute sagen, etwas ist Kunst, muss es das nicht für mich sein. Und erklärte Kunst erinnert mich zumeist an Erklärungen von Pointen bei Witzen. Da ist dann die Luft raus.

Ein Kunstwerk kann zu MEINEM Kunstwerk werden - muss es aber nicht. Diese Freiheit ist immens wichtig und wird meiner Meinung nach schon in der Schule viel zu wenig gelehrt.

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Olaf_Parusel_FIGARO 31. Juli 2012 · 23:06 Uhr

@ almaviva Gerade dei Venus von Willendorf hat mir eines meiner eindringlichsten Kunsterlebnisse beschert. Danke für die Erinnerung daran!

Ich war im Museum Tautavel (Südfrankreich), dort wo der erste fossile europäische Mensch gefunden wurde. In dem Museum wurden alle möglichen Alltagsutensilien der Steinzeit ausgestellt, auch das damalige Lebensumfeld gezeigt.

Und dann kam da ein Raum, in dem die Venus von Willendorf zu sehen war, ein unscheinbares kleines Ding. Ich gebe zu, ich habe vorher damit nicht viel anfangen können, es war halt eine dicke Frau mit recht eindeutigen Merkmalen.

Doch in Tautavel, genau an dieser Stelle spürte ich plötzlich, dass das ein Kunstwerk war. Das klingt jetzt banal, da wir ja tagtäglich an Kunst gewöhnt sind. Doch ich merkte dort plötzlich, welche Kraft in diesem kleinen abstrakten Gegenstand liegt.

Zuvor haben die Menschen nur nützliche aber gleichsam gewöhliche Alltagsgegenstände angefertigt. Diese kleine Statue wurde NUR für die Kunst angefertigt - ein unglaublicher Schritt für die Menschheit!

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almaviva 31. Juli 2012 · 22:52 Uhr

D'accord, Olaf_Parusel!

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almaviva 31. Juli 2012 · 22:49 Uhr

In der aktuellen "art" wird sehr interessant über "den Ursprung der Kunst" referiert:
Der Mensch als erkennendes Wesen bildet das Erkannte ab. Sehr gute Fotos der steinzeitlichen Höhlenmalereien und der verschiedenen, mit überproportionierten weiblichen Formen ausgestatteten "Veni" machen das Heft sehenswert.
Meine Frage bleibt: WARUM bildet der Mensch seine Umwelt (oder das, was er dafür hält) ab? Kein Tier macht ihm das nach oder vor, also warum?
Meiner Ansicht nach, ist, wie so oft, auch hier der WUNSCH Vater des Gedankens. Also konkret:
Die "Venus von Willendorf" hat weder Kopf noch Füße, dafür aber riesige Brüste und eine detailliert ausgeführte Scham. Für mich liegt deshalb der Schluß nahe, dass sie tröstende, wärmende Begleiterin auf einsamen Wanderungen war. Ich muß das wohl nicht weiter ausführen, nur Männer zogen aus, um neue, lebenswerte Gegenden zu finden...

Ein weiteres:
Die steinzeitlichen Höhlenmalereien stellen ausschließlich Jagdszenen dar, keine Hochzeitszeremonie, keine Häuptlingsinthronisation, m. E. folgt daraus, dass jene Darstellungen in bittersten Winterhärten, mit vor Hunger weinenden Kindern entstanden sind.

Fazit:
Kunst, in jeder Form, ist immer WUNSCH, auch heute noch.
Will jemand ernstlich bestreiten, dass der zweite Satz aus Mozart's Klavierkonzert KV 488 etwas anderes ist, als der Wunsch nach einer harmonischen, erträglichen, für alle lebbaren Welt, mit all ihren Traurigkeiten und Entbehrungen, aber dennoch mit dem Frühling am Ende des Winters?

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yvokiwi 31. Juli 2012 · 22:41 Uhr

Ich bin übrigens von der Sorte, die keine Lust hat, im Pulk Kunst zu betrachten oder mit Mufti am Ohr durch die Ausstellung zu laufen. Kunst muss sich selbst erschließen lassen, wenn sie Kunst sein will.

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yvokiwi 31. Juli 2012 · 22:40 Uhr

Schön, aber die Tatsache, dass jemand Suchender ist, macht seine Arbeiten noch nicht zur Kunst.

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Olaf_Parusel_FIGARO 31. Juli 2012 · 22:32 Uhr

Kunst kann ein Sensor des Noch-Unaussprechlichen sein. Sie kann Gedanken, Gefühlen und Ahnungen eine Form geben, noch bevor sie ins Bewusstsein getreten sind. Das macht sie so visionär und für die Menschheit wichtig.

Alle herausragenden Gedanken und Ideen der Menschheit haben sich zuvor in der Kunst manifestiert, sei es die Französische Revolution oder die Idee von der Unendlichkeit, die Psychoanalyse oder der Flug zu den Sternen. Ob Maler, Bildhauer, Komponisten oder Schriftsteller, sie haben diese Gedanken in künstlerischer Form bereits erahnt, bevor sie ausformulierte Realität wurden.

Die Kunst ist daher eine nicht hoch genug zu schätzende Inspirationsquelle für die Wissenschaft, Forschung, Kultur ...

Auch - und gerade - wenn der Mensch ein Kunstwerk nicht versteht, sollte er versuchen, sich ihm zu nähern und ihm seine Geheimnisse zu entlocken. Der Weg zur Kunst führt aber - im Gegensatz zu vielen üblicherweise geäußerten Meinungen - nicht primär über den Intellekt, sondern über die Intuition. Man muss das Kunstwerk umarmen, es in sich einfließen lassen, um seine Intention zu erspüren.

Die Frage "Was will mir der Künstler damit sagen?" ist demnach falsch. Denn häufig weiß der Künstler genauso wenig, worauf sein Kunstwerk verweist. Er ist ebenso Suchender, in der besonderen Rolle des Schöpfenden.

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bettinabauch 31. Juli 2012 · 21:26 Uhr

Kunst wird aus dem Inneren geboren. Es ist die Gabe etwas zu erschaffen, das den Betrachter berührt. Ich glaube, man sollte den Begriff Kunst nicht in ein zu enges Korsett stecken. Auch die aus Butter geformte Rose auf dem Abendbrottisch ist Kunst. Und es wurde in ihr etwas Neues geschaffen, egal wieviele solcher Rosen je geformt worden sind.

Vieles, was Bettina von Arnim über Kunst sagt, spricht mich an. Einmal sagt sie sinngemäß, dass Kunst eigentlich nur dann entstehen kann, wenn der Künstler einmal seine erlernten Kunstfertigkeiten vergisst und einzig sich selbst ausdrückt.

Einmal erzählt sie, dass, wenn sie Kunstkenner fragt, was denn Kunst sei, diese antworteten: Das was Stil hat. Fragt sie nun aber: Was ist denn Stil? So geben die Kenner ihr zur Antwort: Wissen sie nicht was Stil ist?! Da ihr nun also von den Kennern keine verwertbare Antwort auf ihre Frage kommt, muss sie die Antwort in sich selber finden: "Alles Große und Edle muss einen Grund haben, warum es edel ist. Wenn dieser Grund rein, ohne Vorurteile, ohne Pfuscherei von Nebendingen und Absichten, die einzige Basis des Kunstwerks ist; das ist der reine Stil..."

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alabama 31. Juli 2012 · 21:01 Uhr

am Ende ist es eine unerklärbare Faszination
welche uns beherrscht
wie weit die Entwicklung des Menschen dabei und welche Rolle spielt wäre interessant zu wissen

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exUser 31. Juli 2012 · 19:24 Uhr

Für mich ist "Kunst" jede Äußerung in Bild, Ton, Gegenstand (auch Gebrauchsgegenstand) und Wort , dem eine Idee zugrunde liegt. Die handwerkliche Fähigkeit, das Können mit den Materialien umzugehen, ist zwar wichtig, aber nicht primär für die Definition, was Kunst ist.
Selbst wenn jemand einen Nagel einschlägt, ist ein Minimum an Können Voraussetzung. Die Frage nach der Qualität ist eine ganz andere. Wenn ein Nagel gerade eingeschlagen wird, dann hat er - es ist jedenfalls anzunehmen - einen Zweck zu erfüllen, nämlich in einer bestimmten Weise "Stabilität" herzustellen. Wenn jemand, nur diesen Zweck verfolgend, den Nagel schräg oder "schief" einschlägt, dann hat der Handwerker in seinem Können versagt. Schlägt aber jemand den Nagel absichtlich schräg ein, oder mehrere oder viele, dann hat er eine Idee: dem Nagel abseits seiner ursprünglichen Bestimmung einen anderen Sinn zu geben - möglicherweise...... (hoffentlich nagelt mich jetzt niemand fest.....;-)....)
Aber schon der Umgang mit dem "Material Nagel" sollte erkennen lassen: einen Zweck einerseits oder eine Aussage andererseits . Aber dazu sind die "Erkennenden" nötig, diejenigen, die den Sinn - vorder- oder hintergründig - erfassen oder zu erfassen suchen. Erst die Sehenden, Hörenden oder Lesenden machen "Kunst" zu Kunst.
Früher galt "Kunst" für Dinge, die "schön" oder sofort verständlich waren.
Heute dürfen (und sollten) Künstler und Handwerker (je nachdem, wie sie das Gewicht auf Idee oder handwerkliches Können legen) auch provozieren, ihre eigenen Emotionen freilegen und darauf hoffen, dass sie mindestens anregen - auch zum Nachdenken und auch Nachmachen.
Ein Gedicht, ein Blick aus dem Fenster, die Wahrnehmung von Katastrophen werden dann entweder gegenständlich (Fotografie) oder impressiv, expressiv oder surrealistisch fixiert und zur Reflexion freigegeben......(Wow! Das war ein Versuch - unvollkommen, einseitig subjektiv, aber durchaus nicht "allgemeingültig"......;-)....)

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yvokiwi 31. Juli 2012 · 18:20 Uhr

Kunst setzt für mich voraus, dass derjenige, der etwas ausdrückt, etwas damit zu sagen hat und dass derjenige sein Handwerk beherrscht. Insofern nehme ich ein wenig traurig Abschied von den Grundsätzen der Burg Giebichenstein, die sich von der Grundlage, dass jemand sein Handwerk beherrschen muss, ehe er etwas Künstlerisch verarbeitet, verabschiedet zugunsten einer von den neuen Medien überlagerten Ausdruckssuche ohne handwerkliche Basis.

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Tobias_Kluge_FIGARO 31. Juli 2012 · 18:10 Uhr

@Schmunzeleule.
NA KLAR! Auch diese Fragen gehören unbedingt mit dazu. Ob die am Ende mehr "Erkenntnis" bringen, wird sich zeigen. :-) Das von mir angebrachte BEISPIEL bietet selbstverständlich nur eine winzige Reibungsfläche...
"Was ist für Sie Kunst?" Ist zunächst eine Ausgangsfrage, die hoffentlich erst mal in die Breite gehen kann und verschiedene- weitere -Fragen/neue Diskurse entsehen lässt....

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Minerva 31. Juli 2012 · 15:30 Uhr

Manchmal ist es eine Kunst, seinen miesepetrigen Zeitgenossen immer noch zuzulächeln, oder dem dringenden Bedürfnis zu widerstehen, den „Opa mit Hut“ auf der Autobahn mit großer Wonne ein klein wenig hinten anzuschieben…Aber in diesem Blog soll es ja um das Schöpferische, um die Ideen gehen. Deshalb gestatte ich mir ein paar Fragen:
Wird heute eigentlich alles als „Kunst“ bezeichnet, von dem man mehr oder weniger nicht genau weiß, was einem der „Schöpfer“ damit sagen wollte?
Hat man Angst, ins „Fetteckchen oder -näpfchen“ zu treten, weil sich der Maestro schon anderweitig einen Namen gemacht hat und nun alles was von ihm kommt einfach Kunst sein MUSS? Ist es vielleicht sogar so eine Art „Das Kaisers neue Kleider- Manie“ – man will ja nicht als Banause dastehen, der keine Ahnung hat. Oder… ist es schon „Kunst“, nur weil es das „Werk“ in eine Galerie geschafft hat? (Vielleicht spielte hier Vitamin „B“ eher die größere Rolle?)…

In einer ähnlichen Diskussion der Community stand, dass oft der Satz fällt „das kann ich auch“ aber man würde später nie wirklich ausprobieren, ob man es wirklich kann. Ja, warum denn auch? Ich stand z.B. einmal in einem Museum vor einem Triptychon. Selbiges bestand aus drei Spanplatten je 150 x 180 - eine hellblau, eine türkis und eine dunkelblau – wunderbar glatt von oben nach unten (oder umgekehrt) angestrichen, keine Pinselhaare drin (schade eigentlich!) – darunter stand „Das Meer“ - und egal, welche Kunstfertigkeit der Anstreicher der Platten auch immer sein Eigen nannte… DAS kann ich auch!
Ich kann auch kleckern und Fettfinger einsetzen – und wie! So kann ich subjektiv behaupten, das ist für mich „Kunst“, wovor ich staunend stehe, die Idee, die Formen, die Farben, das Zusammenspiel, die Harmonie bewundere und einfach denke „wie toll!“ (das kann ich nicht!)

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Printmaker 31. Juli 2012 · 15:11 Uhr

Reizvoll ist es, wenn die Kunsteigenschaft von "höherer Stelle" angezweifelt wird, wie bei Petra:
http://de.wikipedia.org/wiki/Petra_%28Plastik%29

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Tobias_Kluge_FIGARO 31. Juli 2012 · 13:44 Uhr

Wie sagte Picasso.... "Wenn ich wüsste, was Kunst ist, würde ich es für mich behalten" !
Ist das Kunst oder kann das weg? Dazu fällt mir spontan diese Form der modernen Kunst ein: http://www.geo.de/reisen/community/bild/312976/...
und was denkt ihr? Ist das Kunst?

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Reppichauer 31. Juli 2012 · 12:28 Uhr

Ich gedankensplittere nur:


Alles in einem Topf ist bestenfalls "kreative Gestaltung". Ich verstehe die Begriffe tatsächlich eher in ihrer familiären Verwandtheit. Alles gehört genetisch zusammen, hat aber individuelle Merkmale.
Schlimm: Die Grenzen sind fließend.

Von "... nur Handwerkskunst ..." zu sprechen, ist ganz schön - äh - kurz. Da kommt es wirklich in erster Linie aufs Können an. Wenn der Handwerkskünstler dann noch intellektuell kreativ und ästhetisch feinsinnig arbeitete, stehen die Produkte in meinen Augen höher im kulturellen Wert als manche "richtige" Kunst. So eine/r vereint Kunst, Handwerk und Design in einem. Manches Pavoni-Modell kann mir ein Lied davon singen.

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Rachel_Gehlhoff_FIGARO 31. Juli 2012 · 12:00 Uhr

... heisst es nicht : Kunst u n d Design?
oder ist das eine ästhetische Geschwisterfiktion?

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Reppichauer 31. Juli 2012 · 11:46 Uhr

Als ich die Kunst das letzte mal traf, erzählte sie mir von ihrem Stiefgeschwisterchen, dem Design ...

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alabama 31. Juli 2012 · 10:51 Uhr

es wird etwas auf die andere dem Künstler eigene Art wiedergegeben

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fledermausdame 31. Juli 2012 · 09:12 Uhr

Kunst bedeutet für mich, dass der Künstler die Seele anderer Menschen mit seinem Werk berührt.
Dabei ist es unerheblich, ob es sich um ein Bild, Foto oder ein Töpferware handelt.
Es kann auch etwas sein, was für den Alltag bestimmt ist ist. Dazu ein Beispiel: Meine Tochter bekam zum Geburtstag eine Halbschürze geschenkt. Das Besondere ist, dass ein Gummigzug eingearbeitet wurde. (Dort wo sich der Steg befindet, in dem der untere Teil der Schürze eingebracht wird).
Dadurch können die Schürzenbänder immer noch hübsch als Schleife gebunden werden, beim Bücken drückt es aber nicht weil es zu eng ist. Kunst wäre für mich auch ein schön gestalteter Garten.


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exUser 31. Juli 2012 · 03:01 Uhr

.....ist das "etwas NEUES" - diese Kerze - "etwas , das es bisher noch nicht gegeben hat"......?

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exUser 31. Juli 2012 · 02:44 Uhr

Kunst ist das, was teuer ist.....?! (weniger Kritik als Denkanstoß............) ;-)
+++ kommerzieller Link ersetzt durch Druckansicht: http://www.focus.de/kultur/diverses/kunst-12-mi... +++ meinFIGARO-Team +++

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Auguste 31. Juli 2012 · 01:32 Uhr

Kunst ist, nach meinem Empfinden, eine Berührung.
Der Zuhörer , der Betrachter oder der Leser erkennt etwas über sich.
So wie ein Duft eine Erinnerung an Vergangenes erweckt.
Der Schaffende möchte etwas ausdrücken, was er in dieser, seiner eigenen Art vermag.
Während seiner Arbeit erkennt er auch etwas über sich selbst.
Es ist ein Kreis, ein Für- und Miteinander.

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almaviva 31. Juli 2012 · 00:35 Uhr

Kunst entsteht m. E. immer nur dann, wenn etwas NEUES entsteht, etwas, das es bisher noch nicht gegeben hat, dabei ist es völlig gleichgültig, ob es sich um bildende, darstellende oder belletristische Kunst handelt. Es geht darum, den Menschen etwas zu zeigen, im Grunde geht es um: "Ich sehe was, was Du nicht siehst."
Wenn sich heute jemand hinstellte und malte romantische Landschaften, gut, schön, aber das haben die Niederländer und die Schule eines C. D. Friedrich schon bis zur Perfektion getrieben. Also warum das gleiche Sujet noch einmal aufgreifen? Es geht darum, etwas zu machen, was die Welt noch nicht gesehen hat.
Letztlich findet Kunst nur dann statt, wenn eine Kommunikation zwischen Produzent und Rezipient entsteht, erst dann fällt die Entscheidung: "Ich muß dieses Bild haben!".

Eine "Brennende Kerze" von Gerhard Richter, ich wäre überglücklich, sie mir leisten zu können.
Paulchen Panther mit der Blondine von Jeff Koons, allzu gern hätte ich das im Garten stehen.
Denn es ist große Kunst.

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