Früher eine offene Suchmaschine, wird Google heute zunehmend zu einem geschlossenen System, das seine Nutzer ausspioniert, anstatt ihnen die große weite Welt zu zeigen. Die personalisierte Suche wird eingeführt, das eigene soziale Netzwerk Google Plus wird zum neuen Kerngeschäft und wir als Nutzer werden auf Schritt und Tritt im Netz verfolgt. Und längst nicht mehr nur bei Google.
Das Journal für Netzkultur widmet sich am Dienstag, den 24. Januar, ab 18 Uhr diesem Thema mit zwei prominenten Gesprächspartnern:
Markus Beckedahl, Betreiber der vieldiskutierten Seite "netzpolitik.org" und Florian Felix Weyh, Autor des ersten Google-Romans "Toggle".
Aus diesem Anlass fragen wir Sie: Vertrauen Sie Google noch?
Google ist immer noch die meistbesuchte Seite im Netz. Sie hat das Suchen im Internet sogar zu einem deutschen Verb gemacht: googeln. Doch die Zeiten der freien, neutralen Suche könnte bald vorbei sein. Immer mehr folgt auch der kalifornische Internetkonzern dem allgemeinen Trend - der Personalisierung des Internets:
Viele Anbieter wollen, dass man sich als Nutzer anmeldet und möglichst ein Maximum an Daten hinterlässt. Was bei Facebook und anderen sozialen Netzwerken Grundlage des Geschäftsmodells ist - nämlich die Daten und Vorlieben der Nutzer - das wird auch bei Google bald einziehen. Künftig wird der registrierte Nutzer bei Google neben den bisherigen Suchergebnissen auch jene finden, die nicht nur auf die eigenen Vorlieben zugeschnitten sind, sondern auch auf die Interessen der Freunde und Bekannten. Wer zum Beispiel nach einem bestimmten Musiker recherchiert, dem werden zunächst die Meinungen seiner Fans angezeigt, erst später neutralere Informationen. Und noch mehr: Google wird sein eigenes soziales Netzwerk Google Plus (das wir bereits im Journal für Netzkultur vorgestellt haben) stärker in die eigene Suche einbinden. Das heißt: es werden bei einer Suche persönliche Informationen der Google-Plus-Nutzer als Ergebnisse präsentiert.
Schon jetzt sagen Kritiker: Google verliert damit seine Relevanz. Es wird nur noch zur Plattform für das eigene soziale Netzwerk und nähert sich zunehmend Facebook an, das ja von Anfang an ein geschlossenes System gewesen ist.
Google macht damit einen Trend mit - das Internet entwickelt sich zunehmend von einer freien Plattform zu einer Ansammlung von Privatclubs, auch wenn ein solcher Club mehrere Millionen Mitglieder haben sollte. Das Netz wird personalisiert und damit weniger frei.
Mit dem Internet-Kenner Markus Beckedahl von netzpolitik.org und dem Schriftsteller Florian Felix Weyh werden wir dieses Phänomen diskutierenb. Weyh entwirft dabei eine bedrohliche Szenerie: in seinem Roman hat Google (das bei ihm "Toggle" heißt) längst einen weiteren Dienst entwickelt. Danach kann man den Wert eines Menschen tagesaktuell nach einer bestimmten Formel bestimmen.
Dass es in der Wirklichkeit so weit kommt, ist eher unwahrscheinlich, aber es zeigt uns drastisch die Gefahren der fortschreitenden Personalisierung des Internets auf: umso mehr wir uns in die Hände eines Konzerns begeben, umso mehr kann er mit unseren Daten tun, was er will. Das gilt bald auch für Google, der Suchmaschine, die mal mit dem Slogan warb: Don't be evil! - Tue nichts Schlechtes.
Und wie ist es bei Ihnen? Vertrauen Sie Google noch? Wie wichtig ist es Ihnen, Ihre Spuren im Netz zu verwischen? Oder machen Sie ich darüber keine Sorgen, welcher Anbieter Ihre Daten sammelt oder nicht?
Oder sind Sie eh schon Facebook-Junkie und übergeben Ihre Daten bereitwillig den Internet-Konzernen?
Erzählen Sie es uns!
Gleich hier!
Mehr zum Thema im Journal für Netzkultur am Dienstag, 24. Januar ab 18 Uhr.



46 Kommentare
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virginia_woolf
;-) Ich habe Google noch nie getraut. Ich weiß, dass ich ein gläserner Bürger bin.
Ich selbst muss die Verantwortung tragen, wie ich mich öffentlich "mache", wo ich die Grenzen ziehe und ich muss mich gut informieren. Ärgerlich ist doch nur, wenn man für dumm verkauft wird.
Und ich stimme auch nbauersfeld zu Montag, 26. März 2012, 15:18 Uhr
nbauersfeld
Neben all dem "Pathos" möchte ich zu bedenken geben, dass A die Zeit, in der wir im Vergleich der Erdzeit leben, minimalistisch ist, die gesammelte Information im Großen nichtig ist, und B die Speicherung von Daten eine Frage der Energieniveaus ist, über die wir in nächster Zeit nicht mehr so frei verfügen können; soll heißen, "es ist keine Energie zum Speichern da". Es wird sich also vermutlich von selbst lösen, wenn man sich nicht so wichtig nimmt und bedenkt, dass der größte Teil der Weltbevölkerung gar nicht "am Internet teilnehmen" kann, weil er Hunger hat... Donnerstag, 26. Januar 2012, 14:05 Uhr
almaviva
Ehrlich gesagt verstehe ich die Aufregung nicht so ganz, und stimme [Oabis] völlig zu, indem er den Zauberlehrling zitiert. Wir sind es doch gewesen, die noch vor wenigen Jahren mit unserem Modem dahockten und zehn Minuten auf den Aufbau einer Internetseite warteten.
Ein Konzern wie Google bedient die Nachfrage, was denn sonst. Das Geschrei vom "gläsernen Bürger" kann ich nicht teilen, schließlich gibt es ja eine offene Tür, durch welche wir nur zu gehen brauchen:
Computer aus, Telefon aus, Figaro an! Dienstag, 24. Januar 2012, 21:23 Uhr
Jineka
Es gibt andere Suchmaschinen: ecosia z.B. mit jeder Suche spendet ecosia einen Cent für den Erhalt des Regenwaldes. Sie unterstützen den WWF. Das finde ich doch nutzenswert. Gruß aus Hannover Dienstag, 24. Januar 2012, 18:08 Uhr
Oabis
Wirklich frei fühlen wir uns, wenn wir unsere Grenzen und heimlichen und oder unheimlichen Überwachungen wiederspruchslos akzeptieren. Dieses Gefühl gaugeln wir uns aber nur vor. Wir haben keine Alternative die Zukunft aus unserem Leben bedingungslos auszugrenzen. Wie sagte Goethe im Zauberlehrling ?....die Geister die wir riefen.....Unsere Zukunft wirkt unter diesen Gesichtspunkten düster. Dienstag, 24. Januar 2012, 18:06 Uhr
Tino_Dallmann_FIGARO
@ Printmaker
Disziplin und vielleicht sogar Misstrauen gegenüber sich selbst (Will ich diese oder jene Information von mir wirklich ins Internet stellen?) braucht es ganz sicher beim Benutzen von Suchmaschinen, vor allem in der Verknüpfung mit sozialen Netzwerken.
Auf die einzelnen Funktionen wie das Suchen, den Routenplaner oder auch das Netzwerken möchte ich nicht verzichten. Alles in den Händen eines einzelnen Anbieters möchte ich aber auch nicht sehen... Dienstag, 24. Januar 2012, 17:29 Uhr
Printmaker
@Tino_Dallmann_FIGARO
Das Problem ist doch, das Google viel mehr ist als eine Suchmaschine.
Es werden eine Vielzahl zum Teil qualitativ guter Dienste angeboten, wie Übersetzer, Routenplaner, Mailaccount, Terminkalender etc.. Derzeit ist man dabei, ein soziales Netzwerk ähnlich Facebook zu installieren.
Für die Nutzung muß man sich natürlich anmelden.
Mir ist es schon passiert, daß ich vergessen hatte mich wieder abzumelden. Also hat Google alles protokolliert was ich gesucht, übersetzt, angesehen habe.
Mancher sieht dies sicher als "Komfort", weil man z. B. selbst auf die eigenen Suchvorgänge wieder zurückgreifen kann.
Wenn sich die Nutzung dieser Dienste aber mit einem Profil verbinden läßt, dann entsteht aus jedem der dies zuläßt ein gläserner Mensch in bisher nicht gekannter Totalausführung.
>Und daran das persönliche Informationen schwieriger zu finden sind, wirke ich ja auch mit und überlege bewusst, welche Informationen von mir ich mit anderen teilen möchte. <
Ein schöner Gedanke!
Das setzt aber Disziplin vorraus. Und wer ist schon immer und komplett diszipliniert? Dienstag, 24. Januar 2012, 16:36 Uhr
Tino_Dallmann_FIGARO
Ein spannender Punkt: stellen wir uns das Internet einmal ohne Google vor. Ob bei der Arbeit (bei der man schnell mal Informationen zu einem Gesprächspartner "googelt") oder im Privaten - Goggle ist schnell, zuverlässig und oft übersichtlich.
Vertrauen habe ich aber vor allem in mich selbst. Ich weiß, dass auch eine Suchmaschine nur einen Teil der Realität abbildet und nicht immer die interessantesten/zutrefendsten Seiten unter den ersten Treffern sind. Und daran das persönliche Informationen schwieriger zu finden sind, wirke ich ja auch mit und überlege bewusst, welche Informationen von mir ich mit anderen teilen möchte. Dienstag, 24. Januar 2012, 14:48 Uhr
Jenserich
Mir fällt auf, dass eine Vielzahl der hier aufgeführten Diskussionen die Tendenz zum Extremen zeigt. Scheinbar gibt es entweder Schwarz oder es gibt Weiß. Ich empfehle, den gesunden Menschenverstand einzuschalten, kritisch zu sein und nicht blind zu vertrauen, aber auch nicht an Verschwörungstheorien zu glauben.
Fakt ist, das Netz bietet umfangreiches Wissen von guter und wenig guter Qualität. Gleichzeitig ergänzen sich in den virtuellen Wissensbibliotheken die guten und die weniger guten Informationen. So können bei Wikipedia gemachte Aussagen durch andere Nutzer in Frage gstellt werden und richtig gestellt werden. Im Ergebnis finden wir Antworten, die zum großen Teil gut belastbar sind. Hier wird Wissen und Information zusammengeführt und das ist ein positiver Aspekt.
Gleichzeitig sollte sich jeder vernunftbegabter Anwender darüber im Klaren sein, dass jede Eingabe in den PC in irgendeiner Weise von denen, die die Technik zur Verfügung stellen und verwalten, abrufbar ist. Mit oder ohne Passwort. Alles andere wäre eine Illusion. Deshalb sollte jeder selbst entscheiden und prüfen, was er in die Welt schickt. Dann bitte aber nicht wundern.
Meine Zusammenfassung heißt:
"Ich vertraue mir“. Der Vorteil in der Anwendung von Suchmaschinen wie Google oder Yahoo überwiegt für mich gegenüber den Nachteilen. Ich nutze diese Möglichkeit des Nachschauens auch sehr intensiv in meiner selbständigen Arbeit als Bauingenieur.
Jens Sauerbier
Montag, 23. Januar 2012, 20:43 Uhr
Barbara
Wenn ich meinen Namen in der Google-Bildersuche eingebe, erscheinen jede Menge Bilder schöner, junger, top gestylter und attraktiver Damen. Da bin ich wirklich nicht dabei (schluchz, schluchz)!!!
Meine laienhafte Deutung: Vielleicht kommt man mit einem Allerweltsnamen besser im Internet, weil sich dieser nicht so leicht eindeutig zuordnen lässt. Montag, 23. Januar 2012, 15:39 Uhr
Franziska_Brode
Die Möglichkeit zum Widersprechen gegen die Erfassung mit INFOnline geben wir sogar auf unserer Datenschutzseite: http://meinfigaro.de/datenschutzerklaerung Montag, 23. Januar 2012, 15:07 Uhr
ReinhardDens
Etwas erschrocken war ich die Tage, als ich während einer Autofahrt mit meinem Smartphone auf Google Maps ging, um zu schauen, welches der kürzeste Weg zum Schwimmbad wäre, zu dem wir grade unterwegs waren. (Den Navi hatten wir zuhause vergessen.) Da wurde ich gewahr, dass Google uns ohne Aufforderung und Anmeldung erfasst hatte und per Cursor auf der Google–Maps-Karte anzeigte, wo wir uns gerade befanden und wie wir uns bewegten. „Big Brother!“, dachte ich. Andererseits genial, dass wir so ratzi-fatzi zum Ziel fanden. Montag, 23. Januar 2012, 14:45 Uhr
Soshura
ach ja ... ich erinnere mich gerade, dass auch bei meinFigaro ich mittels Firefox + addon "Ghostery" die Tracker: INFOnline und Piwik Analytics augeschalten habe.
;-) Montag, 23. Januar 2012, 11:02 Uhr
Soshura
ich empfehle:
https://ssl.scroogle.org Montag, 23. Januar 2012, 10:57 Uhr
Hans
@yvokiwi: Etwas erschrocken habe ich auf der Internetseiter weiter geblättert und erleichtert gesehen, dass de Name hans z.B. oft vorkommt, aber meist nicht ich gemeint bin. Trotzdem ... Sonntag, 22. Januar 2012, 19:26 Uhr
musicandus
Wirkliche Demokratie gibt es nicht, ebenso wenig wie es wirkliche Freiheit gibt. Beides sind Utopien, Ideale oder Illusionen. Man kann sich ihnen nur annähern bzw. versuchen, sich ihnen anzunähern....
Unter diesen Aspekten habe ich mich damit abgefunden, ein "gläserner Mensch" zu sein - aber auch ebenso zerbrechlich....
Und wer bitte ist wirklich "harmlos" - richtig! Jeder ist unter bestimmten Umständen zu allem fähig...;-) Sonntag, 22. Januar 2012, 13:45 Uhr
Printmaker
@musicandus
>Ist der - naive - Satz "...wer nichts zu verbergen hat..." wirklich so gefährlich? Ja doch, vielleicht für eine (Gott bewahre!) Zeit, wenn womöglich die Periode der Demokratie abgelöst würde durch eine ideologisch beherrschte Diktatur........("Das Netz vergisst nicht.....") <
Mir persönlich sind Demokratien wie die US-amerikanische, russische, ukrainische oder ungarische schon gefährlich genug und der Begriff des Rechtsstaates ist in diesem Zusammenhang sehr wandelbar.
Keiner kann in die Zukunft blicken, aber das alles bleibt wie es ist oder besser wird ist ein frommer Wunsch oder eine Hoffnung, mehr nicht.
Davon abgesehen: Für einen Konzern wie Google sind Informationen eine Ware und die werden sie an jeden verkaufen der entsprechend bietet, egal ob der Käufer kommerzielle oder machtpolitische Gründe hat.
Und wer bitte ist wirklich „harmlos“ bzw. hat aus Sicht der Mächtigen nichts zu verbergen. Doch höchstens der, welcher sich eilfertig und willig, voll und ganz dem Mainstream anpasst. Mit wirklicher Demokratie hat dies aber, wie die Geschichte gezeigt haben dürfte, weniger zu tun. Sonntag, 22. Januar 2012, 12:32 Uhr
yvokiwi
Interessant, welche Mitglieder der Community hervorstechen. Sonntag, 22. Januar 2012, 10:28 Uhr
Hans
Man weiß es ja eigentlich, ist aber doch immer wieder überrascht wie gläsern man im Internet wird, z.B. hier:
http://de.saferpage.de/meinfigaro
Wer was wann wie geschrieben hat, man wird es im Netz wiederfinden Sonntag, 22. Januar 2012, 00:41 Uhr
roby1981
@wassermann: "einfach so weitermachen ?" ehm ja, also nochmal: warum soll ich einen server mit einer suchanfrage ansprechen, der dann wieder einen anderen server mit der gleichen suchanfrage anspricht ? das kostet nur energie und zeit. nur damit ich mein "grünes gewissen" beruhigen kann ? nee, das funktioniert bei mir nicht. dann mach ich lieber immer das licht aus wenn ich als letzter einen raum verlasse.
das wäre so als wenn ich ein gebläse mit fossilem strom betreiben würde das wiederum ein windrad betreiben würde...
greenpeace hat einiges aufgedeckt, da gebe ich ihnen recht, aber es ist genau so viel mist was aus dem verein rauskommt. ich schreibe niemanden vor greenpeace zu mögen oder nicht - ich kann mit denen einfach nicht viel anfangen, genau wie nabu oder bund. deren meinungen sind mir einfach zu extrem.
aber das ist MEINE meinung. diese muss ich nicht belegen oder argumentieren (zu mindest gehört 'greenpeace ja/nein' nicht in dieses thema... Samstag, 21. Januar 2012, 23:53 Uhr
musicandus
@Wassermann - (der nickname gefällt mir. Er erinnert mich an Dvoraks Rusalka - eine Märchenoper) ;-)
Den Satz: "...wer nichts zu verbergen hat......" usw....... habe ich ja selbst in Frage gestellt und als möglicherweise "naiv" gewertet. Inwieweit ich "bewusst" mit Gefährlichkeit gerechnet haben sollte, leuchtet mir (noch) nicht so ganz ein, jedenfalls nicht, für eine Gesellschaftsordnung in der reell oder scheinbar Demokratie herrscht ;-) ("Herrscht" ist gut, nicht wahr....)
Die Experten von Datenauswertung sind so perfekt geschult und kenntnisreich, dass sie aus wenigen persönlichen Daten eine ganze Biografie zusammenstellen können....."Das Netz vergisst nicht"....Okay!
Jetzt frag ich mich: Sollte ich jede Beteiligung an einer noch so ernsthaften und niveauvollen Community im Internet - geschweige denn Twittern, Facebook oder PMs (auch geschützt durch Verschlüsselung) - aufgeben und wie die Pest meiden, wenn ich einfach nur mal so annehme, dass ich "nichts zu verbergen" habe...?
Ist nicht eigentlich die ganze Aufregung zu "Datenschutz" dank der Technik inzwischen völlig absurd geworden? Als nicht ganz unerfahrener DDR-Bürger habe ich selbst jedes Mal gebibbert, wenn die Beamten an der Grenze zur CSR den Ausweis einkassierten und diesen in einen merkwürdigen Apparat einschoben, um Daten von mir zu erfahren....... Heute sind die Grenzen offen und die Kontrollen und Überwachungen subtiler geworden.
Ist der - naive - Satz "...wer nichts zu verbergen hat..." wirklich so gefährlich?
Ja doch, vielleicht für eine (Gott bewahre!) Zeit, wenn womöglich die Periode der Demokratie abgelöst würde durch eine ideologisch beherrschte Diktatur........("Das Netz vergisst nicht.....")
Samstag, 21. Januar 2012, 23:37 Uhr
magentis1984
Ich persönlich halte das Unternehmen Google für eine Tarnfirma einer sehr gefährlichen "Organisation", ebenso Facebook. Deshalb boykottiere ich. Die klassische Suchmaschine nutze ich allerdings, aber nur ganz selten. Alles Anderen von Denen nutze ich nicht. Sehe auch keinen praktischen Grund dafür.
Ich war scheinbar auch nie anfixbar dafür, da dieser eigenartige Hype um Google Damals schon vobei war, als ich anfing mit DSL-Leitung ins Internet zu gehen. Ging irgendwie an mir vorbei, der ganz Lärm um Nichts. Samstag, 21. Januar 2012, 23:01 Uhr
Wassermann
…Hallo roby1981, ich will nicht bestreiten, dass allein schon das, was ich jetzt gerade mache, umweltbelastend ist:
Nämlich am Compi zu sitzen, auf dessen Tastatur im Schatten einer blöden Energiesparfunzel herumzutippen…
Beruhige ich also mein Gewissen wie yvokiwi, wenn ich statt Google Ecosia auf die Suche schicke?
ulugh meint, egal, kommt nicht drauf an - weil: kein Entkommen.
Stimmt. Beides.
Stimmt auch, dass durch Geldspenden keine abgesägten Bäume wieder auferstehen, aber möglicherweise kann Land aufgekauft werden, um die darauf befindlichen letzten Urwälder vor der Zerstörung zu bewahren... Ich weiß, dass ich nichts weiß... ich weiß zum Beispiel nicht, ob das Geld dort landet, wo ich es hinhaben wollte...
Sicher ist es nicht ganz einfach, sich im Dschungel zwischen dem Grün des Urwaldes und dem der Soja-Plantagen und Biosprit-Maisfelder zurecht zu finden…
Also dann lieber einfach so weitermachen? Bringt doch alles nichts, alles nur Schwindel...?
Greenpeace ist fragwürdig, meinst du? Gründe?
Man muss nicht mit allem einverstanden sein, was Greenpeace macht, doch immerhin hat diese Organisation seit ihrem Bestehen sehr viele Umweltsauereien und Machenschaften erst einmal ins öffentliche Bewusstsein gebracht, hat gehandelt… Es ist damit zum Vorreiter vieler kleinerer Umweltgruppen geworden. Vielleicht meinst du, dass es inzwischen eine Art „großer Umweltkonzern“ geworden ist… Mag sein, aber um der alleinigen Macht von Gier zu begegnen, braucht es eben auch Geld. Dass es in großen Organisationen auch Missbrauch und Intransparenz gibt, ist leider „menschlich“ bedingt.
Trotzdem denke ich, dass die Welt ohne das große und all jene kleinen "Greenpeaces" (noch) schlechter aussähe.
Zum eigentlichen Thema.
Das Argument „Wer nichts zu verbergen hat… usw.“ ist eines von denen, die ich für (bewusst) naiv bis gefährlich halte… Genau damit spekulieren diese Datensammler. Gefährlich ist, dass unter dem Etikett von technischer Entwicklung, gesellschaftlichem Fortschritt usw. Dinge gemacht werden, Prozesse in Gang gesetzt werden, die uns offensichtlich zwar viele neue Möglichkeiten eröffnen, das sei unbestritten, aber eben „denen“ auch (wer verbirgt sich hinter diesem „denen“?)… mit dem Unterschied, dass „deren“ Möglichkeiten (wer weiß, wer "die" sind?) dann zu Optionen mutieren … heimliche, von uns ungeahnte...
Ja, das Netz vergisst nicht. Mancher wird jetzt einwenden: Was soll schon mit den paar harmlosen Angaben gemacht werden? Oder: Ich setze die Häkchen bei facebook.
Na gut, hoffentlich setzen die hundert „Freunde“ die Häkchen auch und die tausend Freundesfreunde und die…
Wer weiß heute, was morgen schon möglich sein wird?
Unheimlich wird uns das dann - aber fast immer zu spät, wenn wir merken, dass wir für die vermeintliche neue Freiheit Dinge geopfert haben, die unwiederbringlich verloren gegangen sind… Wie wertvoll etwas ist, merkt man leider oft erst dann, wenn es nicht mehr da ist.
Samstag, 21. Januar 2012, 19:16 Uhr
roby1981
es reicht doch wenn man einen server betreibt (google oder bing, yahoo,...) um an suchergebnisse ranzukommen. da nützt es nix einen "grünen" server davorzuschalten, da dieser auch schwermetalle etc besitzt und irgendwann weggeworfen wird.
und die geldspenden ? hmm ich sehe das so: geldspenden machen keine abgesägten jahrhunderte alten bäume wieder ganz...
und greenpeace als orgenisation finde ich fragwürdig - das ist aber meine meinung. Samstag, 21. Januar 2012, 15:41 Uhr
yvokiwi
... sondern Bäume pflanzen und Regenwälder retten :-)
yvokiwi (ziemlich grün) Samstag, 21. Januar 2012, 15:32 Uhr
ulugh
;-) @yvokiwi
damit wir nicht ins Blaue greifen und im Trüben fischen?! Samstag, 21. Januar 2012, 15:27 Uhr
yvokiwi
Gut, sie zu erwähnen, damit wir beim Suchen wenigstens etwas Grünes tun. Samstag, 21. Januar 2012, 15:25 Uhr
ulugh
..und wie ist es mit "forestle.org", nun zu "ecosia.org" umgeleitet? Samstag, 21. Januar 2012, 15:06 Uhr
roby1981
Safari ist von Apple, geht aber auch unter Windows aber nicht unter Linux - zumindest nicht ohne größeren Aufwand.
Da ich Webseiten erstelle muss ich eine gewisse Bandbreite an Browsern verwenden, auch wenn es insgesamt "nur" 3 gängige Rendering-Engines gibt (Gecko, Trident und Webkit).
Zb rendert konqueror und chrome ähnlich wie safari, firefox rendert wie seamonkey, trident ist halt internet explorer. Samstag, 21. Januar 2012, 14:39 Uhr
yvokiwi
Safari funzt ist doch der MacBrowser oder? Jedenfalls auf meinem MBp.
Firefox habe ich abgeschafft, und Internetexplorer ist im Büro mein Dauermöbel. Samstag, 21. Januar 2012, 14:29 Uhr
roby1981
@yvokiwi: ich surfe aktuell mit folgenden browsern in einem - naja - fast ausgewogenen verhältnis. mal bevorzuge ich den einen, mal den anderen: firefox, chrome, safari, konqueror, lynx, internet explorer
wobei internet explorer und safari sind eher zweitrangig, da diese ja nur in windows funktionieren und ich starte nicht jedes mal virtualbox nur um zu surfen ^^
Samstag, 21. Januar 2012, 14:26 Uhr
yvokiwi
Donnerwetter, habe mal die Fotos von yvokiwi abgeklappert per google und da sieht man, dass Figaro vollkommen offen ist.
Jemand anders wird mit der Fotoansammlung nicht viel anfangen können, nur wer sie kennt, weiß auch die Zusammenhänge. Gut, dass ich nicht mit meinem offiziellen Namen bei figaro unterwegs bin.
Ich suche nicht über google chrome aus gutem Grund, sondern benutze verschiedene Browser, je nachdem was ich suche. Auch wenn ich einen google+ Account habe, logge ich mich vor dem Suchen aus. Chrome habe ich ausprobiert und wieder abgeschafft, weil mir das unheimlich wurde, die einschlägige Werbung, die da geschaltet wurde etc.
Das Netz vergisst nichts und deshalb sollte man sich überlegen, was man schreibt. Wenn ich aber sehe, was z.B, yasni mit meinem Namen in Verbindung bringt, ist da soviel Unsinn und Vielfalt drin, die sich nicht auf mich bezieht, dass ich schon wieder entspannt bleibe.
Facebook ist als geschlossenes System für mich in Ordnung. Ich nutze es nicht beruflich und habe meine Daten so eingestellt, dass sie nicht öffentlich suchbar sind. Mit der mir angezeigten Werbung kann ich leben.
Ich vertraue Google überhaupt nicht, welche Frage! Aber ich nutze Google - so wie roby - mit analytics, um meine Webseite auszuwerten etc. Samstag, 21. Januar 2012, 14:11 Uhr
roby1981
Heutzutage kann man leicht auspioniert werden und auch gestern und vorgestern war es so. Und in Zukunft wird sich das auch nicht ändern. Die Regierenden wollen ja wissen was das Volk denkt ^^
Wenn ich Chef von Google wäre und ein Geheimdienst - egal von welchen Staat - würde mir Geld für Informationen geben, dann wäre ich dabei ! Samstag, 21. Januar 2012, 14:07 Uhr
meyertomas
Es geht nicht um Google an sich, die natürlich rein kommerziell denken. Kritisch und gefährlich dagegen wird es, nachdem bekannt wurde, das Google mit dem amerikanischen Geheimdienst zusammenarbeitet. Das sollte zu denken geben... Samstag, 21. Januar 2012, 12:57 Uhr
Hans
Google ist gut für eine erste Recherche, den Einstieg in die Informationssuche. Wissenschaftlich korrekt und dann auch verläßlich und ergiebig, recherchiert man aber anders. In jeder Uni-Bibliothek z.B. werden dazu Kurse angeboten. Auch wenn es anders scheint, selbst die Google-Information ist nicht umsonst. Man sollte gut aufpassen, wieviel man von sich über solche Systeme preisgibt. Samstag, 21. Januar 2012, 00:21 Uhr
ulugh
ich habe nach "roby1981" bei google gesucht und "bilder" angeklickt und was finde ich da: ein sammelsurium von fotos fast aller forumsmitglieder von mdr figaro. willkommen!
na ja, die wisssen wohl auch, wo qualität zu finden ist.
spaß beiseite: entweder ich surfe im internet mit den beschrieenen folgen oder ich lasse es bleiben. dazwischen gibt es nichts mehr.
brave new world! Samstag, 21. Januar 2012, 00:01 Uhr
ulugh
ich habe nach "roby1981" bei google gesucht und "bilder" angeklickt und was finde ich da: ein sammelsurium von fotos fast aller forumsmitglieder von mdr figaro. willkommen!
na ja, die wisssen wohl auch, wo qualität zu finden ist.
spaß beiseite: entweder ich surfe im internet mit den beschrieenen folgen oder ich lasse es bleiben. dazwischen gibt es nichts mehr.
brave new world! Samstag, 21. Januar 2012, 00:01 Uhr
roby1981
Eigentlich ist es einfach: Es wird genau das bekannt was man selbst an Informationen gibt.
Ich hab mal probiert: "roby1981" bei google eingeben, gerade die bildersuche ist interessant. meinfigaro.de ist von google gut indiziert.
es ist nicht schwer herauszufinden woher welche ip kommt - na zu mindest im groben. wenn ich meine ip-adresse suchen lasse kommt raus dass ich in erfurt bin - 50km vorbei geschossen - naja.
ich bekomme aber nie personalisierte werbung. ich verwende IMMER die "inkognito-funktion" der webbrowser. dadurch können keine cookies dauerhaft gespeichert werden und damit auch kein "surfverhalten" analysiert werden.
ob ich google vertraue ? hmm naja, eine gute opensource-variante ist in arbeit, aber für mich noch nicht attraktiv. ich suche über google. ich erstelle routenpläne über google. aber dokumente erstellen, email-adressen nutzen und andere sachen - lieber nicht.
was ich auch bei google mache, ich analysiere meine erstellten websites über google (google analytics), da google die seiten auch automatisch indiziert und die mehrheit der leute über google suchen. da beuge ich mich dem "mainstream". Freitag, 20. Januar 2012, 22:41 Uhr
musicandus
@Printmaker
Ich weiß nicht, ob es da einen großen Unterschied gibt (und ich bin so verwegen, mich für einen annähernd erwachsenen und mündigen Bürger zu halten)...... Immerhin meinen Menschen - (sie meinen es!) - die Kontrolle auch über ihre technischen Errungenschaften zu haben, um sie auszuwerten zu können natürlich nur zum Besten ihrer Mitbürger! - Technik ohne Menschen wäre entweder völlig harmlos oder die perfekte Katastrophe........
.....und die Bedeutung dieses "Lieblingssatzes" hängt wohl davon ab, was die Institutionen der Unterdrückung (deren es nachweislich nach wie vor viele gibt) unter "ehrlich" verstehen.
Die unselige Institution eines Staatsicherheitsdienstes - deren es ebenfalls in anderer Gestalt viele gibt -
ist selbstverständlich jederzeit und überall gegenwärtig und wird immer perfekter........ Prost Zukunft! Freitag, 20. Januar 2012, 22:33 Uhr
Printmaker
@musicandus
Einem erwachsenen mündigen Bürger würde ich zutrauen, dass er zwischen dem Misstrauen gegenüber Menschen und dem Misstrauen gegenüber technischen Instrumentarium unterscheiden kann ;-)
Und: wer ehrlich ist, der hat nichts zu verbergen.
Ein Lieblingssatz von Institutionen der Unterdrückung, wie z. B. Staatssicherheitsdienst der DDR. Freitag, 20. Januar 2012, 21:13 Uhr
Lauramarie
Das Internet vergisst nichts!
Buche ich über meinen rechteckigen Liebling- natürlich mit vorheriger Suche über Google, kriege ich
1,2 schwupps gleich täglich neue Angebote für genau das Zielgebiet!
Kaufe ich übers Internet- werde ich mit Werbung zugeschüttet.
Ich habe meine virtuelle Unschuld längst verloren......
Freitag, 20. Januar 2012, 21:00 Uhr
musicandus
...also ich verstehe: Misstrauen ist die höchste Tugend in unserer Gesellschaft.......auch für den, der nichts zu verbergen hat......
Verflixxxxxxt! Das Leben wird immer schöner! ;-) Freitag, 20. Januar 2012, 20:48 Uhr
Printmaker
Ich habe Google noch nie vertraut, genau so wenig wie irgendeinem anderen Suchmaschinenbetreiber oder Social-Network Unternehmen. Es gibt dafür m.E. auch keinen vernünftigen Grund; ich vertraue höchstens Menschen oder meinem Hund.
Wahrscheinlich möchte niemand ernsthaft alle Details aus seinem persönlichen Umfeld von Geheimdiensten oder Geschäftemachern verwertet sehen, aber jeder kann auch selbst entscheiden, was er im Netz von sich preis gibt.
Und es gibt auch keine moralische Pflicht zur Ehrlichkeit gegenüber den Datensammlern.
Bedauerlich ist, dass nur wenige Internetnutzer sich über die Folgen ihres leichtfertigen Umganges mit persönlichen Informationen bewußt sind und ihre "Freigiebigkeit" eventuell mit der positiven Eigenschaft persönlicher Offenheit im realen Leben verwechseln. Freitag, 20. Januar 2012, 19:41 Uhr
alabama
Das Problem ist wohl , irgend jemand kann Bilder ,Videos und Schriften von mir ins Internet stellen die nicht stimmen. Die muss er sich nicht von Google holen. Freitag, 20. Januar 2012, 19:31 Uhr
musicandus
Wenn jemand sagen würde: "Ich habe nichts zu verbergen!" - (mal nur so rein theoretisch angenommen), müsste derjenige dann Google misstrauen müssen?
Yeah! Ist das ne naive Frage? ;-) Freitag, 20. Januar 2012, 18:19 Uhr
alabama
ja das Risiko ist sehr groß .
Aber wenn ich auf meiner Internetseite nicht viele Daten von mir bekannt gebe bekomme ich auch keinen Kontakt.Da kann ja jeder darauf gehen.
Ich vertraue Keinem hoffe aber dass ich Glück habe .( Meinen Freunden usw. vertraue ich natürlich). Freitag, 20. Januar 2012, 15:38 Uhr