Moderation: Axel_Bulthaupt
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Schwerpunktthema im Interaktiven Magazin bei MDR FIGARO am 23. Februar 2013. (Bildrechte: Colourbox.com)
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Eitelkeit – nützlich oder peinlich?

Die Eitelkeit hat keinen besonders guten Ruf. Dabei scheinen immer nur die anderen eitel zu sein, man selbst sieht sich allenfalls in Sorge um ein möglichst positives Erscheinungsbild. Es gibt jedoch Berufe, bei denen eine gehörige Portion Narzissmus zu den Einstellungsvoraussetzungen zu gehören scheint: Politiker, Rockstar oder Modedesigner gehören dazu. Ab wann wird jedoch die normale Sorge um Attraktivität zur übertriebenen Eitelkeit?

 

Gilt die Eitelkeit heute überhaupt noch als Sünde, so wie ursprünglich in der christlichen Religion? Erfreuen wir uns nicht sogar an Personen, die nur um sich selbst zu kreisen scheinen und sich allenfalls herablassen, ihre ungeheuer wichtigen Anschauungen mit der gewöhnlichen Welt zu teilen? Sie werden zu Modeikonen verklärt oder tingeln von Talkshow zu Talkshow, egal zu welchem Thema.

 

Das Internet mit seinen sozialen Netzwerken ist ein besonderer Jahrmarkt der Eitelkeiten. Wer hat die meisten „Freunde“? Bei wessen Urlaubsfotos wird am häufigsten auf „gefällt mir“ geklickt? Für viele Menschen sind diese Klick-Sammlungen fast schon zu realen Währung geworden.

 

Die wirklich raffiniert inszenierte Überheblichkeit tarnt sich jedoch als ihr Gegenteil! Ein Sprichwort besagt nicht zu Unrecht: „Bescheidenheit ist die höchste Form der Arroganz.“

 

Wie cool ist Eitelkeit?

Wie eitel sind Sie? Ab wann wird aus Eigenliebe Narzissmus? Ist die Verachtung der Selbstliebe nur ein überkommenes moralisches Relikt? Benötigen wir in der heutigen Gesellschaft nicht sogar ein großes Maß an Arroganz, um uns gegen andere durchzusetzen? Woran erkennt man einen überheblichen Menschen? Und was ist das Gegenteil von Eitelkeit – etwa Verwahrlosung?

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AverageGatsby 10. Februar 2014 · 10:36 Uhr

Ganz eitel muss ich wohl mich selbst zitieren:

"Eitelkeit ziert jedes Ich
leugnest du sie, leugnest du dich."

-C.P.F. / AverageGatsby

http://averagegatsby.myblog.de/averagegatsby/ar...

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exUser 24. Februar 2013 · 21:21 Uhr

Oder bemäntelt und tarnt die Eitelkeit nicht doch einen Menschen, der sein Selbst verloren hat?

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exUser 23. Februar 2013 · 16:16 Uhr

Im Wort Eitelkeit steckt das Wort Ei. Wahrscheinlich ist sie schon in der Eizelle angelegt. Es ist nur die Frage, wie sie im Laufe des Lebens durch innere Begehrlichkeiten oder äußere Umstände ent- oder fehlentwickelt wird.

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exUser 23. Februar 2013 · 15:26 Uhr

Ich habe auch mal so einen Farbenpass in einer Farbberatung anfertigen lassen, den nehme ich immer mit, wenn ich Kleidung kaufen gehe. In der Beratung legte die Beraterin mir übrigens ein Farbentuch an, mit dem ich mich sichtbar altern sah. Sie meinte dann nur amüsiert: "Diese Farbe sollten Sie tragen, wenn Sie zum Arzt gehen und einen Krankenschein brauchen." :-) Das ist eine wahre Begebenheit.

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exUser 23. Februar 2013 · 15:08 Uhr

Der rote Teppich oder die Inszenierung der Eitelkeit

Inszenierte Eitelkeit verbindet sich bei mir mit dem Bild des roten Teppichs, der uns alle naselang und zu jedem käsehohen gesellschaftlichen Ereignis auf die Augen getackert wird.

Das Ziel der medialen Marionettenführung:
Beherrschung der Puppen sowohl im Oben als auch im Unten

Oben Kracher – unten Lacher.
Oben Cooling – unten Wuhling.
Oben die App – unten die Laus.
Oben Chaoten – unten Idioten.
Oben der Mops – unten der Klops.
Oben der Trend – unten kein Cent.
Oben die, die affen – unten die, die gaffen.
Oben Lifting im Face – unten Drifting am Gesäß.
Oben die öde Schöne – unten die blöde Schnöde.
Oben die ranken Damen – unten die dicken Dramen.
Oben der Kriegsgott Mars – unten der Miespott Lars.
Oben die Missis des Erfolgs – unten die kleine Miss Erfolg.
Oben ein Posen im Himmel – unten ein Tosen und Gewimmel.
Oben dressierte Emotionen – unten desertierte Körperregionen.
Oben die auftragenden Musen – unten nur abgetragene Blusen.
Oben die Reichen beim Höhnen – unten die Bleichen beim Dröhnen.
Oben das affektierte Diätgerippe – unten die Adipositas mit Schrippe.
Oben der Chiwawa im Pelz ganz edel – unten das Chinchilla mit Filz am Wedel.

Es ist wahr: Der Eitle ist schon der Urheber der Eitelkeit. Er käme jedoch nicht zum Zuge, wenn sich nicht auch immer Menschen fänden, die dieser Eitelkeit Aufmerksamkeit und Applaus schenkten.

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Michael 23. Februar 2013 · 15:05 Uhr

Das Wort 'Eitelkeit' bezeichnet gewöhnlich ein falsches Zuviel an Selbstdarstellung. Insofern ist die Frage, ob Eitelkeit gut sei, eigentlich sinnlos.
Widersprechen möchte ich der Auffassung, Eitelkeit sei regional oder je nach politischem System unterschiedlich verteilt. Sie mag sich je nach den Umständen andere Ausdrucksmöglichkeiten suchen. Aber es ist doch sehr unwahrscheinlich, dass sich eine seit Jahrtausenden beobachtete Haltung auf einmal nach Ost und West oder oben und unten verteilt. Herr Maaz wird seine narzistischen Neigungen auch nicht erst seit der Wende beobachten können.
Politische Systeme machen aus einen bescheidenen Menschen keinen eitlen. Eher könnte man sagen: sie setzen die Eitelkeit mancher voraus.

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exUser 23. Februar 2013 · 14:41 Uhr

Ab Wann verdrängt Eitelkeit Bodenständigkeit?

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rotelocke 23. Februar 2013 · 14:35 Uhr

eitelkeit - nützlich oder peinlich ?


eitelkeit, nützt . dem, der sein selbstwert äusserlich aufwertet, um sein inneres unwert zu verkleiden

eitelkeit, peilich . wenn diese äussere verkleidung, auch von anderen gestreichelt werden soll .

selbstwert ist, sich in seinem wert zu erkennen und in seinem unwert . und zwischen beiden eine brücke zu bauen weiss

im vergleich zu sich selbst .
im vergleich zu anderen .

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Nana 23. Februar 2013 · 13:03 Uhr

Wenn Eitelkeit im Sinne von "etwas aus sich machen wollen, das Gute und Schöne, was in jedem selbst steckt, zu sehen und zu würdigen und stolz darauf zu sein" gemeint ist, finde ich Eitelkeit immens wichtig. Sie verhilft dann nämlich dazu, dass ich mich selbst "wert schätze" im Sinne von Selbstwertgefühl. Dass ich alles Gute in und an mir versuche, zu verstärken, weil ich es toll finde, dass ich so bin.

Wenn Eitelkeit allerdings sich nur auf Äußerlichkeiten, auf sich putzen und sich selbst immer als den Mittelpunkt der Welt betrachtend gemeint ist, fällt sie den meisten spätenstens dann auf die Füße,wenn sie älter werden, die Arbeit weg ist und damit oft auch die Anerkennung durch andere und die Schönheit zumindest nicht mehr dem Jugendideal entsprcht, sondern auch anders wird (auch ältere Menschen können sehr schön sein!!!!). Nicht ohne Grund haben viele mit dem Älterwerden immense Probleme, wenn sie sich vorrangig über ihr Äußeres eitel definieren.

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exUser 23. Februar 2013 · 12:38 Uhr

Das Schwein und der rote Teppich

Das Schwein grunzte, schlabberte, scheuerte und schnodderte. Es stank übelst und die Borsten barsten vor Dreck. Es wurde von keinem der Tiere des Bauernhofes beachtet. Das gefiel der Sau überhaupt nicht und sie beschloss eitel zu werden. Sie ließ sich einen roten Teppich kommen und tat auf diesem nichts anderes als sonst: Sie schlabberte, schnodderte, grunzte, scheuerte und stank genauso wie vorher.

Doch nun eilte alles Hofgetier neugierig herbei, affte, gaffte und applaudierte angesichts dieser Augenweide auf dem roten Teppich.

Und was lehrt uns das? Wer auf dem roten Teppich angekommen ist, der ist wer und zählt was. Der da oben auf dem Laufsteg ist saustark, hat Schwein gehabt und all seine aufdringlich-widerwärtigen Eitelkeiten werden zur beklatschten Sensation.

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exUser 23. Februar 2013 · 11:24 Uhr

Gratwanderung

Eitelkeit ist auch immer eine Gratwanderung zwischen Selbstverliebtheit, Koketterie und Überheblichkeit. Wo ist Eitelkeit noch verspielt-vergnügte Eigenliebe? Wann wird sie zur anbändelnden Koketterie unter gleichen? Und wie mutiert sie zu einer sich über andere erhebenden Arroganz?

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exUser 23. Februar 2013 · 08:32 Uhr

Was jetzt wirklich nicht heißt, dass ich nicht auch immer mal wieder auch die Selbstzweifel hätte- die scheren sich nicht drum, dass ich sie für überflüssig halte, leider.

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exUser 23. Februar 2013 · 08:28 Uhr

Zur Frage wer ist besser als ich- im "Ich sein" also darin damit zurecht zu kommen und daraus das beste zu machen was nun mal in mir und um mich herum los ist ist keiner besser- kann ja auch nicht, ist ja kein anderer ich. Ich denke ich bin ganz perfekt darin Ich zu sein. Das sehe ich bissel so wie Udo Lindenberg, der sagte sein Beruf sei es Udo Lindenberg zu sein und den Job gäbe es nur ein einziges Mal auf der Welt. Das find ich nicht eitel, ist einfach so. Da kann ich mich entspannen und auch den anderen ihre Perfektion in ihrem einzigartigen Feld gönnen.

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exUser 23. Februar 2013 · 01:36 Uhr

In Zeiten innerer Selbstzweifel ist gut eingeteilte Eitelkeit eine nicht zu unterschätzende Hilfe.
Daher, *twilight-zone, sehe ich die offensichtlichere Anwesenheit von almaviva als ein gutes Zeichen.
Zumindest für almaviva selbst. Aber seien wir mal ehrlich, auch für diese Community.
Die Ränge leeren sich und auch Sie, twilight~zone, haben sich rar gemacht.

Aber das mit der Couch ist keine schlechte Idee, sie bringt zumindest für ein zwei Stunden in der Woche etwas Entspannung in hektisches Leben oder aber Abwechslung in die Monotonie des Alltags.

An KleinerBaer: weder besser noch schlechter sondern gleich.

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exUser 23. Februar 2013 · 01:35 Uhr

keine Ahnung, KleinerBaer, was Du mit "besser" meinst. Besser als Was? Bitte erklär es mir.

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exUser 23. Februar 2013 · 01:28 Uhr

Ah so, Soshura. Dann sind wir alle besser!

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exUser 23. Februar 2013 · 01:27 Uhr

KleinerBaer, wenn niemand besser ist, als ich, heißt das nicht automatisch, dass alle anderen schlechter sind.

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exUser 23. Februar 2013 · 01:22 Uhr

Na, lieber almaviva, ich denke, Du bist noch nicht soweit? Dann musste Dich doch nicht auf die Couch legen, nur wenn Dir danach ist.
Klar, ich erinnere mich an Dich. Aber deshalb weiß ich noch lange nicht, wer Du wirklich bist, weißte!
Und Du, Soshura, Du denkst also wirklich, Du bist der Beste, der Schönste, Klügste na usw.? Uiuiui! Na, dann mach Dich auf den Weg...

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almaviva 23. Februar 2013 · 01:16 Uhr

Auf welche Couch denn, liebe Baerin, meinst Du denn, es gibt eine Couch, auf der ich dem Therapeuten nicht schlüssig klarmachen kann, dass er sich die nächste höhere Brücke suchen soll?
He, KleinerBaer, erinnerst Du Dich an mich?

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exUser 23. Februar 2013 · 01:10 Uhr

ich gehe freiwillig, KleinerBär, vielleicht ist ja der Psychiater genauso "schlecht" wie ich. *zwinker*

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exUser 23. Februar 2013 · 01:02 Uhr


Ob man hübsch ist oder hässlich, die Frage bleibt immer: Wer bin ich?

Inzwischen bin ich alt geworden, gefalle nicht mehr und will nicht mehr gefallen. Ich bin nicht klüger und nicht besser als viele andere und kann und muss es auch nicht sein. Mein Intelligenzquotient ist mir wurscht.
Was ich wissen muss: was will ich für den Rest meines Lebens, wie gestalte ich meine Tage so, dass sie mir ein positives Lebensgefühl verschaffen? Das ist auch die Voraussetzung, für meine Familie und Freunde, Menschen in meiner Umwelt eine Persönlichkeit zu sein, auf die man bauen kann.
Wenn einer glaubt, die Frage nach dem "Wer ist besser als ich?" einmal mit "NIEMAND!" beantworten zu können, sollte sich mal auf die Couch legen.



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almaviva 23. Februar 2013 · 00:09 Uhr

Ja, ich lebe noch, twilight_zone, und gedenke dies auch, mit Gottes Hilfe, noch eine Weile fortzusetzen.
Ob es ein schlechtes Zeichen ist, dass ich noch lebe, müssen andere entscheiden, vielleicht gibt es einige, die es begrüßen, dass ich am Leben bin, vielleicht gibt es auch welche, die mich eher in der schlimmsten Hölle wissen wollen. Wir haben da nun mal keinen Zugriff, Gott, wie auch immer ER heißen mag, sei Dank!

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exUser 22. Februar 2013 · 23:53 Uhr

ich stimme almaviva zu. Schön gesagt!

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twilight_zone 22. Februar 2013 · 23:46 Uhr

@almaviva
sie leben doch noch................ein schlechtes zeichen?
*lächel*

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almaviva 22. Februar 2013 · 23:25 Uhr

Es ist ganz viel Leben erforderlich, um morgens im Bad in den Spiegel zu schauen und nicht mehr festzustellen: Mein Gott, bin ich hässlich! Alle anderen sind schöner als ich!

Es dauert nochmal so lange, bis man sich endlich akzeptiert und sagt: Ha! Wer ist schöner, klüger, schlanker, intelligenter, sprich: besser als ich?

Bei manchen Menschen lautet die Antwort: NIEMAND! Dann gilt man als arrogant und überheblich und hat es endlich geschafft.
Eigentlich kann man dann auch sterben.



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Rimapu 22. Februar 2013 · 22:12 Uhr

Des autres , was?, caulfield?

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HaLLunke 22. Februar 2013 · 21:07 Uhr

Bedenke Mensch ... du bist eines von aber und aber milliarden Staubkörnchen im unendlichen Universum ...

Eitelkeit wohin man schaut
beim Bräutigam und bei der Braut
bei Oma, Opa Schwiegervater
bei Miezekatz und Miezekater
auch Amselmänner, Sperlingsfraun
sehr gerne in den Spiegel schaun

Doch irgendwann das Fell wird struppig
das Auge matt, das Haupthaar schuppig
das Gehn wird schwer, die Zähne klappern
und dann hört man die Jugend plappern
von Styling, schicken, hippen Sachen
die vor dem Spiegel Freude machen

Dann denkt man sich-wenn man noch kann
fängt dass denn jetzt schon wieder an
der Mensch als solcher nackt geboren
als Schöpfungs Krone auserkoren
geht nackt auch wieder von der Welt
die Eitelkeit dann von ihm fällt

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exUser 22. Februar 2013 · 18:16 Uhr

Ce qui nous rend la vanité des autres insupportable, c'est qu'elle blesse la nôtre. (La Rochefoucauld)

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senta 22. Februar 2013 · 16:43 Uhr

hallo, meine eitelkeit ist abgekühlt. was ich früher vor dem spiegel mich betrachtet hatte :-). irgendwie habe ich die zeit gar nicht mehr. ich lese viel und die kurzen tage - da schafft man gar nichts auch im haushalt nichts. die teuren strompreise muss man umgehen, den tag nutzen. da bleibt wenig zeit für eitelkeiten. dennoch schönheit und sich pflegen, in die wanne und maske machen und pediküre und maniküre- sind das eitelkeiten? die mache ich gerne und wie jeder auch. etwas hautpflege und das sogenannte strahlen, das ist nicht eitel , sondern sich etwas sorgen, um sich. im sommer sitze ich lieber auf dem balkon und betrachte die konkurrenz der blumen, da bleibt auch wenig für spiegel schauen etc. das gegenteil von eitelkeit ist nicht verwahrlosung , sondern vernunft. freundl. grüße

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Axel_Bulthaupt 22. Februar 2013 · 16:39 Uhr

Spieglein, Spieglein an der Wand - wer ist der oder die Eitelste im Land? Oder: Muss man vielleicht hierzulande ein gehörig Maß Eitelkeit an den Tag legen, um über die Runden zu kommen? Das sind Fragen die ich morgen u.a. mit Gästen wie dem Psychoanalytiker Hans-Joachim Maaz und dem sicher so beliebten wie umstrittenen Moderator, Publizisten, Juristen Michel Friedmann besprechen werde. Und ich freue mich schon auf die Kommentare der Community und der Hörer dazu. :-)

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Tobias_Kluge_FIGARO 22. Februar 2013 · 15:50 Uhr

@isidorus+ @Alle:
Sind nicht auch in einer Community die meisten ziemlich eitel? (im positiven Sinne!) Mitunter neigen einige sogar sehr zum Narzissmus. ;-) Auch das wird übrigens Thema in der Sendung sein, in der wir - wie Musicandus schon ganz richtig geschrieben hat- alle ein gesundes Maß an Eitelkeit an den Tag legen werden.
Einen lieben Gruß und schönes WE

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PestKrause 22. Februar 2013 · 11:13 Uhr

@musicandus: In den Sendungen sollten am besten beide Seiten - Moderatoren und Interviewte - ein gesundes Maß an Eitelkeit mitbringen. Anders als mit der Überzeugung "ich bin der Richtige an meinem Platze" kann doch kein interessantes Gespräch entstehen. Manchmal nimmt es aber auch überhand... (ich kann mich zum Beispiel immer wieder über den Kollegen Alexander Mayer amüsieren, der manchmal so sehr von seinen eigenen Satzkonstrukten eingenommen ist und sich dann bei der Rezitation derselben hoffnungslos verheddert...)

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BUNTEHUNDE 22. Februar 2013 · 10:18 Uhr

Ich bin schön, bitte schau mich an!
Ich bin klug, bitte hör mir zu!
Ich bin keins von beiden, bitte widersprich!

Den ersten Halbsatz unauffällig verpackt, den zweiten nie ausgesprochen bietet der Jahrmarkt der Eitelkeiten doch eine reichhaltige, bunte Angebotspalette. Warum auch nicht? Es wäre doch zu schade, wenn der Pfau sein Rad nur im Verborgenen schlüge. Eitelkeiten helfen sicher ganz gut durch manche Niederung des Lebens. Doch Vorsicht, auf dessen Höhen können sie leicht in Größenwahn umschlagen und zum Absturz führen. Mit den Eitelkeiten verhält es sich wohl genauso wie mit vielen anderen Substanzen. Es kommt auf die Dosis an.

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bettinabauch 21. Februar 2013 · 13:23 Uhr

Ich empfinde die Bilder, die hier eingestellt werden als Produkt jener inneren Eitelkeit, die als Gabe nach außen drängt, für sich und die anderen.
Die Bilder, wie auch andere Beiträge empfinde ich als Kommunikation.

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exUser 21. Februar 2013 · 12:07 Uhr

Also, Don Isidorus, die Bemerkung "Die Sendungen werden zunehmend eitel, wohl alles nur Haschen nach Wind...." empfinde ich als Platitude, als Null-Acht-Fünfzehn-Äußerung. Argumente sind gefragt und Beispiele sollten genannt werden. Wo bleiben denn hier konkrete Anregungen und welche Sendungen betrifft das. Sind die Moderatoren eitel oder die Interviewten? Sind Autoren eitel, die über ihre Bücher befragt werden......usw. usw. Was versteht Don Isi unter "Haschen nach Wind"? Hat er andere Vorschläge?
Sind etwa diejenigen eitel, die ihre Bilder hier einstellen und ein Echo erwarten, wenigstens eine lobende Anerkennung?......

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exUser 21. Februar 2013 · 11:40 Uhr

finde ich jetzt nicht schade, Isidorus.

Bedeutet Kultur nicht auch die Pflege der eigenen Persönlichkeit?

Manchmal dauert es eben ein wenig, um von der Diagnose bis zur Behandlung zu gelangen. ;-)

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exUser 21. Februar 2013 · 11:13 Uhr

Ein Bisschen "Stil" kann nicht schaden, oder? Hat ja auch Was mit dem Selbstbewusstsein eines Erwachsenen zu tun, denke ich.

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Bella 21. Februar 2013 · 10:33 Uhr

Etwas Eitelkeit kann man pflegen. Sie schadet ja nichts und niemanden. Pralle Eitelkeit : bah, sie erwirkt das Gegenteil - und nervt ! Und wie !!!!!

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Isidorus 21. Februar 2013 · 09:53 Uhr

Sehnsucht, Eitelkeit, Schönheit ...

Die Sendungen werden zunehmend eitel, wohl alles nur Haschen nach Wind... Don Salomon

com muito Saudade, Dom Isí

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bettinabauch 20. Februar 2013 · 19:32 Uhr

Vielleicht lässt sich Eitelkeit in zwei Kategorien einteilen?

Nennen wir es einmal, die oberflächliche Eitelkeit und die tiefgründige Eitelkeit.

Bei oberflächlicher Eitelkeit will man vor allem von den anderen als schön erkannt werden und vor ihnen etwas gelten. Man möchte also in erster Linie der Welt da draußen gefallen, meint man müsse um geliebt zu werden, das Beste aus seinem Typ machen. Geht dieser Schuss aber nicht viel zu oft nach hinten los?

Als tiefgründige Eitelkeit möchte ich jene Eigenschaft benennen, in der man sich selbst im Inneren als schön empfindet. Diese Schönheit überträgt sich automatisch auf das Erscheinungsbild und drängt stetig nach Außen. Die eigene Freude darüber kann man vielleicht als gesunde Eitelkeit bezeichnen?

Ich glaube jedoch, oberflächliche Eitelkeit schleicht sich vom Acker, sobald man sich selbst erkennt, um dem Gewahrwerden der eigenen inneren Schönheit mehr Raum zu geben und dieser ihre natürliche Ausstrahlung zu gestatten.

Sicher ist auch beim Pflegen der eigenen Eitelkeit, wie in allen Dingen, am sinnvollsten einen Mittelweg zu suchen. Die Pflege des Körpers, des Geistes und der Seele sollte jedem Menschen am Herzen liegen. Sich seine Schönheit und Gesundheit allumfassend bewahren zu wollen, nenne ich nicht reine Eitelkeit, sondern pure Dankbarkeit gegenüber des Geschenkes, das man Leben nennt

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Franziska_Brode 20. Februar 2013 · 08:26 Uhr

Lieber musicandus, wir prüfen, ob das geht. Denke für den Hinweis!

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exUser 19. Februar 2013 · 23:56 Uhr

(also nur mal 'ne Frage so nebenbei: Ich vermisse bei den blogs bzw. bei den Überschriften zu den geplanten Sendungen der Schwerpunktthemen im Interaktiven Magazin rechts oben den Hinweis so und soviel Mal "Aufgerufen". Hab ich da Matsch auf die Pupillen und sehe es nur nicht.....?
Mich interessiert echt, wie viele User sich von dem Thema "Eitelkeit - nützlich oder peinlich?" an- oder ausgezogen fühlen.....;-)
Hallo! Redaktion! - hört Ihr mich?

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yvokiwi 19. Februar 2013 · 21:07 Uhr

Ich finde ein bisschen Eitelkeit ganz nett, zumindest solange sie optisch daher kommt. Ich komme aus einem protestantischen Elternhaus, obwohl beide Eltern aus der Kirche austraten, hatten sie es so mit der Muttermilch eingesogen, dass meine Ma erst im späten Alter zu ihrer Eitelkeit stehen konnte. Schminken war billig und in den Spiegel gucken eitel und ich war es besonders. Es ist mir also schon als Kind versucht worden auszutreiben. Erfolglos, wie ich lächelnd konstatiere. Solange die Eitelkeit mit einer gewissen Disziplin daher kommt und man - mit zunehmendem Alter umso wichtiger - sorgfältig gepflegt in Erscheinung tritt, freut das auch den Betrachter und macht einen selbst sicherer.
Weniger Geduld habe ich mit Menschen, die eitel darauf sind, wieviel Titel sie sich in ihrem Leben erarbeitet oder gegönnt haben. Dafür habe ich so gar keinen Draht und bin damit auch nur ein Kind meiner Zeit. Auf Titel haben wir gepfiffen. Sie waren altmodisch und die Träger, die Wert darauf gelegt haben, bedürftig. Heute sehe ich es etwas gelassener. Bin schließlich Dienstleister und wenn einer darauf spinnt, bekommt er sie, seine ganze Titelkavalkade. Im Privaten gibt es bei uns so etwas nicht - natürlich ;-).

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rotelocke 19. Februar 2013 · 19:42 Uhr

.. also meinen lippenstift lasse ich mir nicht nehmen ..

doch . ich bin gerne eitel . es macht mir spass :))

ob ich arrogant bin . ??
ich weiss nicht . das empfinden andere . und dann ist es schwierig herauszufinden, ob sie es nicht selber sind ..

aber wann immer ich einen menschen arrogant empfand und dann darauf ansprechen konnte . manchmal hat man ja die gute gelegenheit dazu . dann stellte sich heraus, dass er unsicher gewesen war

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exUser 19. Februar 2013 · 18:59 Uhr

Ich denke ein gewisses Maß an Eitelkeit ist schon auch zu was gut und wenn es zuviel wird dann schneidet man sich irgendwie selbst von der Lebendigkeit ab. Das muss man nicht zur Sünde erklären, das ist selbstbestrafend. Das Leben wird dann fad. Ich beschäftige mich grad mit dem Stück "Californication" von den Red Hot Chillipeppers, die bringen das ganz gut auf den Punkt - Ist das Dein Kinn Du Promi oder ist das ein Krieg den Du da finanzierst... Einfach genial. Bissel hab ich mich auch ertappt gefühlt beim Übersetzen dieses Liedes, hab da auch was von, selbst wenn ich mir nicht so ohne weiteres das Kinn neu stylen lassen würde.Aber irgend einen Hollywoodtraum träume ich doch auch von Zeit zu Zeit ganz gern und darüber verpasse ich vielleicht die eine oder andere real existierende Gelegenheit des wahren Lebens.

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exUser 19. Februar 2013 · 15:15 Uhr

.........."und erging von dannen und - bemühte sich............wenigstens" …:-)))))))

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exUser 19. Februar 2013 · 14:25 Uhr

@musicandus: Hat dich niemand verdammt? So verdamme auch ich dich nicht. Gehe hin und sündige hinfort nicht mehr.

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exUser 19. Februar 2013 · 14:24 Uhr

Tutto è vano, buona gente. - Alles ist umsonst, liebe Leute. (Zitat aus dem ersten Akt des "Barbiere di Siviglia" von Giacomo bzw. Gioachino Rossini, als der Graf Almaviva vergeblich versucht, das Herz seiner Angebeten mit einem nächtlichen Ständchen für sich zu gewinnen).

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exUser 19. Februar 2013 · 13:46 Uhr

"Andere Wortbedeutung [Bearbeiten]

Eitelkeit hat auch die abweichende, ursprüngliche, aber heute veraltete Bedeutung: Vergänglichkeit, Nichtigkeit, Leere und Vergeblichkeit (vgl. engl. idle oder dt. etwas vereiteln). Insbesondere im Barock war das Lebensgefühl der Vergeblichkeit (siehe z. B. das Barocksonett Es ist alles eitel) jedes irdischen Strebens eines der zentralen Motive der Literatur."

Zitat: http://de.wikipedia.org/wiki/Eitelkeit

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exUser 19. Februar 2013 · 13:17 Uhr

Wer ganz ohne Eitelkeit ist, der werfe den ersten Stein........
(Ich habe noch keinen Menschen gesehen, der einen Stein gegen die Sonne geworfen hat, wenn draußen "eitel Sonnenschein" herrschte...........;-)......)

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exUser 19. Februar 2013 · 13:10 Uhr

Huch, da ist ja sogar die Arroganz. Na gut, fange ich eben mit ihr an. Sie mag es nämlich nicht, wenn ich sie direkt anspreche. Am Anfang habe ich mich immer erschrocken bei ihr entschuldigt, wenn ich ihr begegnet bin. Hat nicht viel gebracht. Außer, dass ich mir selbst das Entschuldigen wieder abtrainieren musste. Pawlows Dog hats auch nicht einfach. Dann hab ich ne ganze Weile nichts gesagt, ich hab sie einfach ignoriert, wenn ich dachte, das sei sie. Das war auf die Dauer langweilig. Also auch nicht so befriedigend. Ich war mir auch nie so ganz sicher, ob es wirklich die Arroganz ist. Ich hatte sie ja bisher nur "flüchtig" gesehen. Aber neugierig bin ich ja schon. Da hab ich sie einfach mal gefragt, ob sie es denn wirklich ist. Verdammt, da ist sie abgehauen, vor meinen eigenen Augen, stellt euch das mal vor, und hat den Mensch dahinter einfach stehen lassen. Ich dachte mir natürlich, das klappt jetzt immer so. Pustekuchen! Beim nächsten Mal, bleib sie stehen, der Mensch dahinter schaute mich böse an und meinte furztrocken zu mir, dass ER nichts mit mir zu tun haben wolle, und ich doch gefälligst wiederkommen darf, wenn ich ein andrer bin. "Geh wachsen, Kleiner!" Upps, wie soll das denn gehen?

Naja, seitdem frage ich erst mich und dann sie, die Arroganz, manchmal, wenn ich das Gefühl habe, dass sie es ist, in der Hoffnung, dass sie es nicht ist. Paradox oder? Manchmal lass ich es aber auch sein und lass die Arroganz links liegen. Wer bin ich denn, dass ich mich mit ihr abgeben muss. Die kann mich mal, so! Bin ich vielleicht auch arrogant?

"Hach bist du schön! Wie machst Du das nur? Ja, zeig es mir, was Du hast, was Du kannst!" Sie mag das, also die Eitelkeit. Sie ist sich nämlich manchmal ihrer Sache nicht so ganz sicher. Nebenbei gesagt, ich habe sogar den Eindruck, je unsicherer sie ist, desto eitler wird sie. Ich weiß es, ich kenne sie einigermaßen. Dachte ich zumindest. Bis so was ähnliches passiert ist, wie oben mit der Arroganz, alles Augenwischewrei. Ich habs mal wieder übertrieben mit meiner direkten Art. Seitdem bin ich etwas vorsichtiger, und ich glaube sogar, dass sie sich vielleicht doch über ein ein wenig Aufmerksamkeit freut. Probieren kann ich es ja mal, nur mit dem Übertreiben, da werd ich wohl mal noch bißchen an mir selber schrauben müssen. Nach oben, ist doch klar.

Upps, ich führe ja Selbstgespräche, püh, ich darf das!

*zwinker*

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exUser 19. Februar 2013 · 12:49 Uhr

Ich halte Eitelkeit für ein Laster. Es gibt das Selbstbewusstsein, welches sich nicht nur auf die charakterlichen Stärken beziehen muss, sondern genauso gut kann es auch Vetrauen in die eigene individuelle Schönheit sein. Doch wenn das Selbstbewusstsein unter der Angst leidet, nicht schön genug zu sein, ist es ein psychisches Makel und vorallem auch ein Ergebnis der Kosmetikkonzerne, die uns ein Vorbild jenseits des Individuums geschaffen haben, eine Gehirnwäsche die uns geburtgegebene Hässlichkeit predigt, die es zu retuschieren gilt. Frauen, die sich ohne Schminke nicht aus dem Haus trauen, bemitleide ich und zugegeben ich verachte sie auch ein wenig. Denn sie schmeißen das Geld in die Rachen der feixenden Konzerncheffs.

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alabama 19. Februar 2013 · 10:02 Uhr

Eitelkeit ist für überzogenes Selbstwertgefühl
erkenne dich selbst
sich zu pflegen und schön Anzuziehen hat damit wohl nichts zu tun

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yvokiwi 19. Februar 2013 · 07:42 Uhr

Ich würde unterscheiden zwischen dem gesunden Narzissmus, der jedem zueigen ist und dem kranken, der im frühkindlichen Zuwendungsdefizit begründet ist und einen bedürftigen Menschen hinterlässt. Ersterer ist völlig in Ordnung.

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HaLLunke 19. Februar 2013 · 00:34 Uhr

Oh, entschuldige Elisabeth, nun wollte ich mal schnell und geistreich sein und muß bescheiden erkennen: ich war nicht der erste.

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HaLLunke 19. Februar 2013 · 00:27 Uhr

Hurra, ich bin der 1. mit meinem Kommentar- bin ich jetzt auch der Größte? Bin ich etwa eitel? Treibt mich die Geltungssucht ? Ich hoffe nicht, zumindest nicht mehr, als allgemein üblich.

Es gibt Milliarden Menschen auf der Welt. Ich glaube, dass jeder von ihnen in einem bestimmten Maße, bezüglich unterschiedlichster Aspekte, eitel (oder eingebildet) ist. Auch ich bekenne, dass ich manchmal kleine Eitelkeiten pflege. Ich versuche mich dann wieder zu "erden", ohne mich dabei klein zu machen oder mich gar zu negieren.

Eitelkeiten gehören m. E. nun mal zum menschlichen Dasein. Gefährlich wird es erst, wenn Eitelkeit sich in Dogmatismus manifestiert- wenn Menschen sich über andere erheben, weil sie meinen, das Maß aller Dinge zu sein. Menschen wie z. B. Karl Lagerfeld oder Harald Glööckler wirken auf mich in ihrer grenzenlosen Eitelkeit nur noch lächerlich- aber ich kann es tolerieren. Kompliziert wird es, wenn dazu auch noch politische und/oder ökonomische Macht gesellt. Beispiele aus der Geschichte gibt es dafür genug.

Darüber hinaus glaube ich, dass Menschen die extrem eitel sind, Probleme mit ihrem Selbstbewußtsein haben.

Profilbild von rotelocke
rotelocke 19. Februar 2013 · 00:11 Uhr

das gegenteil von eitelkeit ist gekonnte eigenliebe

eitelkeit dient . sich selbst schöner zu sehen, als man sich fühlt
eigenliebe ist . sich so zu sehen wie man ist . und darüber lächeln kann

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